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Bundesfamilien­ministerium gibt zu: Corona-Kinderbonus doch nicht für jedes Kind

Benachteiligung

Bundesfamilien­ministerium gibt zu: Corona-Kinderbonus doch nicht für jedes Kind

Groß wurde der Kinderbonus im Corona-Konjunkturpaket angekündigt. Für "jedes Kind" gäbe es den Zuschlag, so betone es Bundesfamilienministerin Giffey mehrfach. Doch bei genauerem Hinsehen sieht die Sache leider (mal wieder) anders aus. Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

Corona-Kinderbonus bekommt nicht jede Familie in Deutschland

Wir haben ja bereits mehrfach berichtet, dass im September und Oktober jede Familie für ein kindergeldberechtigtes Kind den Kinderbonus bekommt. Die Grünen haben genauer hingesehen und beim Bundesfamilienministerium nachgefragt, was das denn eigentlich genau bedeutet, schließlich hieß es ja "jedes Kind" bekäme den Zuschlag.

Familien profitieren vom Kinderbonus für jedes Kind.

Online-Meldung des Bundesfamilienministeriums

Das Bundesfamilienministerium räumt in seiner Antwort an die Grünen ein, dass die gleichen Voraussetzungen gelten, wie für den Bezug des Kindergeldes. Und wir nehmen eins vorweg: Nicht jede Familie in Deutschland hat Anspruch auf Kindergeld. Ganz konkret heißt das, dass folgende Familien keinen Kinderbonus erhalten werden:

  • Eltern mit Duldung
  • Eltern mit Aufenthaltsgestattung
  • nicht erwerbstätige Eltern mit humanitären Aufenthaltserlaubnissen
  • Eltern mit Aufenthaltserlaubnis zum Studieren bzw. zur Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation
  • nicht erwerbstätige EU-Bürger
  • arbeitssuchende Fachkräfte aus dem Ausland

Es trifft also wieder mal Familien, die den Zuschlag dringend brauchen könnten.

Grünen werfen Bundesregierung Bequemlichkeit vor

Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Filiz Polat, hat mit MiGAZIN (Magazin mit Themenschwerpunkt Migration) gesprochen und sagt: "Bundesfamilienministerin Giffey hat ihre Ankündigung nicht erfüllt, dass es einen Kinderbonus für ‚jedes Kind‘ geben soll."

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Sie ist der Meinung, dass die Bundesregierung Kinder aufgrund des elterlichen Aufenthaltsstatus benachteiligt würde. Dabei sind diese Kinder mindestens, wenn nicht noch massiver, von der Corona-Krise betroffen, so die Politikerin.

Wenn die Bundesregierung von einer ‚bürokratiearmen Lösung‘ spricht, stellt sie ihre eigene Bequemlichkeit vor den Anspruch, jedes Kind gleich zu behandeln. Dass die Ausgestaltung sozial gerecht sein soll, wenn ganze Personengruppen ausgeschlossen werden, ist eine Farce.

Filiz Polat, migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag

Quelle: MIGAZIN

 

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Zwischen den Zeilen lesen

Mich überrascht diese Meldung nicht, es stand ja schon immer zwischen den Zeilen. Mir ist es nur ein Rätsel, warum Politiker mit solchen Slogans "Kabinett beschließt Kinderbonus für jedes Kind" auf sich aufmerksam machen, wenn es nicht so gemeint ist. Das fördert doch nur die Frustration. Lieber sollten sie klar formulieren, was Sache ist... Dann wäre jedem geholfen und alle wüssten, wo sie dran sind.

Bildquelle: Gettyimages/Nadezhda1906

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