Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Für den guten Zweck: Eine Mama wandert von Berlin nach Wien

Beeindruckend

Für den guten Zweck: Eine Mama wandert von Berlin nach Wien

Sophie Lüttich, Mama von drei Kindern unternimmt gerade Beeindruckendes. Sie wandert von Berlin nach Wien. Und das für einen guten Zweck.

Inzwischen ist es beinahe ein kleines Ritual, der tägliche Blick auf Sophies Instagramkanal. Wie ist es ihr wohl ergangen in den letzten 24 Stunden? Denn die Berlinerin wandert seit dem 7. Juli durch Deutschland und Tschechien. Ihre Erlebnisse hält sie in Bildern, Worten und Instastorys fest.

Wandern für den guten Zweck

Sophies Ziel: Am 6. August will sie in Wien ankommen. Dort hat sie am 7. August einen Friseurtermin. Aber nicht irgendeinen. Sie möchte ihre Haare für den Verein Haarfee spenden, der daraus Perücken für Kinder herstellt, die aufgrund von Schicksalsschlägen keine Haare mehr haben.

Im Interview

Und weil der Mama von drei Kindern diese, im wahrsten Sinne des Wortes, persönliche Spende noch nicht reicht, hat sie beschlossen, dass sie gern für weitere Kinderschutzprojekte sammeln möchte. Für jeden Kilometer ihrer 700 km langen Strecke, möchte sie gern 10 Euro einsammeln. Aber vielleicht erklärt Sophie das alles am besten selbst, wir haben nämlich ein exklusives Interview mit ihr geführt.

Liebe Sophie, sag doch mal, warum machst du diese Wanderung?

Ich gehe 700 km zu Fuß von Berlin nach Wien, um dort meine Haare dem Verein Haarfee zu spenden. Dieser Verein fertigt für Kinder Perücken an, die ihr eigenes Haar durch dramatische Schicksalsschläge verloren haben.

Auf der Wanderung dorthin möchte ich so viele Spenden wie möglich für Hilfsprojekte sammeln, die Kindern zu Gute kommen. Mindestens 7.000 Euro - also für jeden Kilometer der Strecke 10 Euro - das habe ich mir als Ziel überlegt.

Jetzt gerade bin ich in Tschechien. Wenn alles gut geht, werde ich am 6. August in Wien ankommen und am Tag darauf meinen langen Zopf spenden.

Aber du hättest deine Haare, die ja an sich schon eine tolle Spende sind, nicht auch einfach, wie beim letzten Mal, verschicken können? Warum überbringst du sie dieses Mal persönlich?

Ich hatte 2015 schon einmal meine Haare gespendet und sie mit einem Spendenaufruf über Social Media verbunden. Die Entscheidung, dass es beim nächsten Mal etwas mit Laufen zu tun haben sollte, fiel in der Zeit, als ich es nicht mehr konnte.

Ich hatte mir Ende 2018 bei einem Sturz die Kniescheibe gebrochen und gleich vier Bänder angerissen. Schuld war ein herumliegendes Umreifungsband, dass ich vor dem Bürogebäude übersehen hatte, als ich von der Arbeit nach Hause wollte.

Ich musste lange liegen und dann eine Orthese tragen. Am Ende war mein linkes Bein nur noch halb so dünn wie mein rechtes Bein. Erst da war mir richtig klar, wie wertvoll es ist laufen zu können.

Und wenn wir ganz ehrlich sind, würde ich vermutlich nicht so viel Aufmerksamkeit mit der Spendenaktion erreichen, wenn ich den Zopf erneut geschickt oder mich in den Zug nach Wien gesetzt hätte.

Welche Projekte unterstützt du und warum?

Für mich war schnell klar, dass ich wieder Kinderhilfsprojekte unterstützen möchte. Einmal natürlich, weil ich selbst Mutter von drei Kindern bin und weil ich hauptberuflich bei FRÖBEL, einem gemeinnützigen Träger von Kindertageseinrichtungen, arbeite.

Bis jetzt unterstütze ich das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg, zwei Projekte von DIE ARCHE Kinderstiftung, die GemüseAckerdemie in Berlin, ein Projekt für geflüchtete Kinder von Save the Children, ein Familienprojekt in Nairobi von der TS Stiftung und das Müttergenesungswerk, weil ich weiß, wie wichtig es ist, dass es mir als Mutter gut geht, wenn ich gut für meine Kinder sorgen möchte.

Da bereits am Tag 22 meiner Wanderung die Zielmarke von 7.000 Euro geknackt wurden, habe ich mich entschieden, noch für weitere Projekte zu sammeln. Und natürlich weiterzulaufen!

Neu dazugekommen sind die ROTEN NASEN, die Kindern in Krankenhäusern ein Lachen schenken. Dieses Projekt hat eine Bloggerkollegin vorgeschlagen, deren Tochter selbst aufgrund eines Herzfehlers viel Zeit im Krankenhaus verbringen musste.

Was hat dich bis jetzt am meisten beeindruckt?

Ich habe auf meiner Wanderung nicht nur wunderschöne Natur erlebt, sondern unglaublich hilfsbereite Menschen kennenlernen dürfen. Da war zum Beispiel der Besitzer einer Pension, die perfekt auf meiner Wanderroute lag, aber leider komplett ausgebucht war. Kurzerhand bot er mir an, das Familienzelt im privaten Garten aufzustellen.

Am Abend saß ich mit am Familientisch und als ich bezahlen wollte, schoben sie mir das Geld wieder zurück. Es sollte als Spende an das Kinderhospiz gehen, da sie selbst eines ihrer Kinder im Alter von viereinhalb Jahren bei einem Verkehrsunfall verloren hatten. Solche Momente vergisst man nie.

Und was war der schwerste Moment?

Normalerweise liegen meine täglichen Etappen immer um die 25 Kilometer. Doch es gibt Tage, da sind die Wege endlos lang und die Beine schwer. Auch die Wege sind nicht immer perfekt, denn ich laufe ja nicht nur durch touristische Gegenden.

Sophie_NasseSchuhe

Einmal endete der Weg an einem Fluss, obwohl er eigentlich hinüber führen sollte. Das sagten meine Wander-App und Google Maps auch. Ich musste die Entscheidung treffen, ob ich mitten durch den Fluss laufen oder einen riesigen Umweg in Kauf nehmen sollte. Am Ende ging ich mit zitternden Knien und gestützt durch meine Trekking-Stöcke mitten durchs Wasser. Zum Glück war die Strömung nicht so stark und das Wasser ging mir nur bis über die Knie.

Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass nasse Füße beim Wandern gar nicht so dramatisch sind. Nach wenigen Kilometern waren Schuhe und Socken schon wieder trocken gelaufen!

Unterstützung für Kinderhilfsprojekte

Wenn ihr Sophie und ihre Wanderung für den Verein Haarfee und viele andere wichtige Kinderhilfsprojekte unterstützen möchtet, dann könnt ihr bei Betterplace spenden.

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Bravo, Sophie

Ich bin sehr beeindruckt von Sophie. Weil sie nicht nur redet, sondern handelt. Und weil sie zeigt, dass soziale Medien immer auch was Gutes sind. Sophie setzt sich für andere ein und nutzt ihre Reichweite um andere zu inspirieren. Wie großartig manchmal das Internet doch ist, oder?

 

Bildquelle: Sophie Lüttich

Hat Dir "Für den guten Zweck: Eine Mama wandert von Berlin nach Wien" gefallen? Wir freuen uns, wenn du den Artikel teilst - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Pinterest oder Instagram folgen.

Galerien

Lies auch

Teste dich