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In Großbritannien darf man jetzt zu Hause abtreiben

In Großbritannien darf man jetzt zu Hause abtreiben

Abtreibungspille

Frauen, die aktuell abtreiben möchten, haben es momentan schwer, die entsprechenden Ärzte zu erreichen. In Großbritannien ist es daher jetzt erlaubt, eine Abtreibungspille zu Hause zu schlucken. Ist das auch bei uns in Deutschland denkbar?

Zum Schutz vor Corona: Änderung des Abtreibungsgesetzes

Die Corona-Pandemie hat die Welt im Griff und verursacht weltweit gravierende Einschneidungen in unseren Alltag. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sind Politiker sogar gezwungen, Gesetze zu ändern bzw. anzupassen. Dies passiert aktuell gerade in Großbritannien bezüglich der Abtreibungsbestimmungen.

Frauen in einer Notlage haben es aktuell besonders schwer. Denn um eine Abtreibung durchzuführen, müssen sie zum entsprechenden Arzt bzw. in eine entsprechende Klinik. Im Vereinigten Königreich war es bisher möglich, nach einem Beratungstermin eine Abtreibungspille im Krankenhaus einzunehmen, um eine Schwangerschaft früh abzubrechen. Wohltätigkeitsorganisationen setzten sich jetzt in UK dafür ein, dass vor allem Risikopatientinnen Krankenhäuser meiden können und es ermöglicht wird, die Abtreibungspille zu Hause einzunehmen. Es gab die Befürchtung, dass manche Frauen sonst eventuell zu alternativen gesundheitsgefährdenden Mitteln greifen. So würden sie nicht der Gefahr einer Ansteckung und Verbreitung des Virus ausgesetzt.

Schwangerschaftsabruch zu Hause

In England, Schottland und Wales konnten Frauen bisher bis zur zehnten Woche ihre ungewollte Schwangerschaft mit dem Abtreibungsmedikament "Mifepriston" abbrechen. Nach einem Gespräch im Krankenhaus mussten die Frauen bisher zwei Pillen einnehmen: Eine direkt im Krankenhaus, die dem Schwangerschaftshormon Progesteron entgegenwirkte und dafür sorgte, dass sich der Embryo aus der Gebärmutter auslöst und stirbt. Die zweite Pille wurde nach 36 bis 48 Stunden zu Hause eingenommen und bewirkte Wehen, die den toten Embryo und das restliche Gewebe aus der Gebärmutter lösten.

Jetzt wurde das Gesetz zeitweise so geändert, dass britische Frauen ihre Schwangerschaft bis zu zehnten Woche auch zu Hause mittels der Pillen abbrechen können. Dazu müssen sie sich vorher per Telefon oder Videocall von einem Arzt beraten lassen und bekommen das nötige Medikament nach Hause geschickt. Das englische Gesundheitsministerium begründete die Änderung mit dem Hinweis der öffentlichen Sicherheit, die aufrecht erhalten werden müsse. Man sei sich bewusst, dass Frauen in einer Notlage Zugang zu dieser Möglichkeit haben sollten. Voraussetzung ist jedoch die Beratung des Arztes, ohne die man die Abtreibungspille nicht erhält. Nordirland, das erst im April 2020 überhaupt die Möglichkeit einer Frühabtreibung bis zur 12. Woche erlaubt hat, diskutiert diese Änderung noch. Bisher mussten nordirische Frauen nach England reisen, um einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen.

Abtreiben zu Hause: Auch in Deutschland denkbar?

Bei uns laufen Abtreibungen nach einem anderen Verfahren ab. Es ist zwar erlaubt, die Schwangerschaft bis zur neunten Woche medikamentös ebenfalls mit "Mifepristion" abzubrechen. Doch dazu muss die Schwangerschaft von einem Arzt festgestellt werden, die die Frau untersucht und sie muss sich von einer staatlich anerkannten Stelle beraten lassen. Die Einnahme der Abtreibungspille darf bei uns nur unter Aufsicht eines Arztes erfolgen. Daher muss die Frau auch für die Einnahme der zweiten Pille den Arzt aufsuchen, der dies überwacht. Daher gibt es hierzulande nicht die Möglichkeit einer häuslichen Abtreibung für eine Frühschwangerschaft. Die Gesetzeslage zu ändern, würde also eine größere Hürde darstellen und ist bei uns eher nicht zu erwarten.

Quelle: gov.uk

Bravo UK!

Dass in Großbritannien die Regierung auf der Seite der Frauen ist, die in dieser Lage eine schnelle Hilfe brauchen, ist großartig. Das ist UK schon viel weiter als wir es in Deutschland sind. Es ist ein Unding, dass hier noch über die Legalisierung der sachlichen Information über Schwangerschaftsabbrüche diskutiert werden muss. Ich wünsche allen Frauen in einer Notlage aktuell, dass sie schnell Hilfe bekommen, denn durch Corona wird es für sie noch schwerer als so schon sich über Schwangerschaftsabruch zu informieren und einen Arzt zu finden.

Bildquelle: Getty Images/PORNCHAI SODA

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