Oxfam Bericht entlarvt soziale Ungleichheit: Frauen arbeiten Milliarden Stunden unbezahlt

Ungerecht!

Oxfam Bericht entlarvt soziale Ungleichheit: Frauen arbeiten Milliarden Stunden unbezahlt

Laut diesjährigem Bericht der Organisation Oxfam nimmt die soziale Ungleichheit weltweit weiter zu. Die großen Verlierer sind dabei vor allem Frauen, die insgesamt zwölf Milliarden Stunden unbezahlt arbeiten - jeden Tag. 

Dass die Schere zwischen arm und reich nicht nur in ärmeren Regionen weit auseinander geht, ist schon lange bekannt. Laut einer neuen Studie von Oxfam sind die Zahlen jedoch immer alarmierender und entwickeln sich weiter in eine unschöne Richtung: Nach neusten Zahlen gehören dem reichsten Prozent der weltweiten Bevölkerung etwa 45 % des gesamten Vermögens. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt gemeinsam nicht mal ein Prozent des gesamten Vermögens.

Frauen sind die Verlierer

Die soziale Ungleichheit trifft besonders Frauen: Männer besitzen 50 % mehr Vermögen als Frauen, die im Schnitt 23 Prozent weniger verdienen. Da ist es keine Überraschung, dass sie häufiger von extremer Armut betroffen sind. Weltweit leisten Frauen und Mädchen gemeinsam jeden Tag über 12 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit: Haushalt, Pflege und Fürsorge machen sich eben nicht von alleine. Diese unverzichtbare Arbeit wird jedoch gesellschaftlich und ökonomisch nicht anerkannt. Oxfam schreibt dazu: "Wenn man für diese Arbeit den Mindestlohn ansetzt, entspricht das 11 Billionen US-Dollar im Jahr."

Häufig wird der geschlechterspezifische Ungleichheit entgegengehalten, dass Frauen seltener oder weniger arbeiten. Das stimmt aber nicht: Im globalen Durchschnitt und in fast jedem Land der Welt arbeiten Frauen mehr Stunden pro Tag als Männer. Im Unterschied zu Männern werden sie für mehr als die Hälfte ihrer Arbeit allerdings nicht bezahlt.

Frauen bekommen oft kaum Rente

Wer jetzt denkt, diese verheerenden Zahlen gelten hauptsächlich für Frauen in ärmeren Regionen dieser Welt, den belehren die Zahlen des Oxfam-Berichts eines Besseren:  Zwar geht es Frauen in westlichen Ländern etwas besser, doch von einer Geschlechtergleichheit kann hier noch lange nicht die Rede sein. Beim Gender Pay Gap liegen wir in Deutschland mit 21 % nur zwei Prozentpunkte vor dem globalen Durchschnitt. Für die gleiche Arbeit bekommt ein Mann hierzulande also deutlich mehr Geld, als seine weibliche Kollegin. Im Europa-Vergleich liegen wir damit auf dem letzten Platz. Das macht sich nicht zuletzt in der Rente bemerkbar: Die Renten von Frauen sind in Deutschland um 53 % niedriger als die von Männern.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

Die Zahlen offenbaren mal wieder das, was seit Jahren zwar immer wieder diskutiert wird, von der Politik aber weitestgehend ignoriert oder zumindest aufgeschoben wird. Der Bericht zeigt ganz eindringlich, wie dringend wir massive Investitionen brauchen, um Frauen endlich von unbezahlter Pflege- und Fürsorgearbeit zu entlasten. Wir brauchen endlich eine bessere Pflege von alten und kranken Menschen und mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Wir brauchen faire Löhne: Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Wir müssen die veralteten Geschlechterbilder endlich aus unseren Köpfen verbannen. Außerdem ist der Oxfam-Bericht noch einmal ein lauter Weckruf an alle Familien: Es ist an der Zeit, dass Erziehung, Betreuung und Haushalt endlich gerechter zwischen den Geschlechtern aufgeteilt wird.

Bildquelle: Unsplash/Kat Yukawa

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