So ekelhaft verhalten sich manche Leute in der Krise

Nur egoistisch!?

So ekelhaft verhalten sich manche Leute in der Krise

In Zeiten wie diesen könnte man denken, die Menschen rücken näher zusammen und verhalten sich rücksichtsvoller – Fehlanzeige. Die Ausnahmesituation scheint das Schlimmste aus manchen Menschen hervorzukehren: Was der Mutter von Moderatorin Nova Meierhenrich passiert ist, geht einfach gar nicht.

Die Corona-Krise verlangt Mitmenschlichkeit

Das aktuelle Kontaktverbot und die Bitte der Bundesregierung zu Hause zu bleiben und alle Gänge nach draußen auf das Notwendigste zu reduzieren, ist eine Herausforderung. Vor allem für junge Familien mit Kindern. Dennoch ist es machbar und kein Ding der Unmöglichkeit, einmal auf den Gang zum Spielplatz zu verzichten und ein wenig mehr Rücksicht auf andere zu nehmen, Abstand zu halten. Es geht darum, uns alle zu schützen. Niemand will einen Einzelnen unverhältnismäßig für etwas bestrafen. Dass das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, haben scheinbar wirklich noch nicht alle begriffen. Bzw. sind manche nicht bereit, sich an dieses Gebot zugunsten der Mitmenschen zu halten. Das zeigt einmal mehr die Geschichte, die Nova Meierheinrich auf Twitter von ihrer Mutter berichtet.

Ältere Dame spricht junge Eltern auf Spielplatz an und wird angehustet und angeschrien

Sie berichtet, dass ihre Mutter bei einem Spaziergang in ihrer Kleinstadt junge Eltern auf einem Spielplatz freundlich ansprach, ob sie denn den Ernst der Lage nicht kennen würden. Als Reaktion wurde sie von diesen laut der Moderatorin angehustet und angepöbelt mit "Corona, Corona-Rufen" und dem Kommentar, wie nervig die alten Leute wären.

Dass diese Reaktion kein Einzelfall in diesen Tagen ist, zeigen die zahlreichen Antworten unter diesem Tweet. Scheinbar haben sich bestimmte Menschen jetzt als Hassobjekte alte Menschen und Kranke herausgesucht. Für diese sind sie scheinbar daran schuld, dass sie nicht nach draußen gehen dürfen, wie dieser unfassbarer Twitter-Kommentar zeigt.

Twitter-User Dominque Bugmann reagiert auf Novas Twee mit diesem schönen Cartoon:

Wenn man den Leuten ihre Freiheit nimmt, werden sie garstig

Es ist ja nicht so als könne man nicht in seinen eigenen vier Wänden tun und lassen, was man will bzw. dürfte überhaupt nicht mehr hinaus gehen. Einige Menschen sind wohl einfach nicht bereit über ihren Schatten zu springen und ein wenig persönlich zurückzustecken. Vielerorts sah man am Wochenende trotz der Diskussion um eine bevorstehende Ausgangssperre dennoch zahlreiche Menschengruppen in Parks. Manch einer nimmt die Lage nicht ernst oder sieht in den Corona-Berichten vielleicht auch Verschwörungsszenarien und Vortäuschung falscher Tatsachen.

Zum Glück scheint obige Situation eine Ausnahme gewesen zu sein. Insgesamt war es vielerorts laut Polizei eher ruhig und die Leute hielten sich an das Verbot, sich in größeren Gruppen draußen aufzuhalten. Die meisten hatten Verständnis für die Kontrollläufe der Polizei.

Unfassbar geschmacklose Reaktionen gegenüber Polizei

Polizisten haben es aktuell gar nicht leicht. Sie müssen nicht nur kontrollieren, dass das Kontaktverbot eingehalten wird, sondern sich auch um alle sonstigen Delikte kümmern. Manch Krimineller ist jetzt so geschmacklos, eine Corona-Infektion vorzutäuschen, damit die Polizei ihn nicht fasst.

Egoismus pur: Hamsterkäufe hören nicht auf

Ein weiteres Beispiel für den puren Egoismus und die Garstigkeit der Menschen sind aktuell die leeren Supermärkte. Obwohl die Einzel- und Großhändler Entwarnung gegeben haben und die Leute mehrfach darauf hinwiesen, dass genügend Ware da ist, hören die Hamsterkäufe nicht auf. Bestimmte Waren sind immer noch rar bzw. am Tag der Lieferung direkt wieder ausverkauft. Die Menschen scheinen sich gegenseitig nichts zu gönnen bzw. eine Angst zu spüren, die vollkommen unbegründet ist. Weil das Horten von Toilettenpapier und Co. nicht stoppt, müssen Supermärkte jetzt sogar die Warenausgabe pro Person beschränken. Ein Supermarkt in Dänemark war besonders kreativ, um die Kunden vom massenhaften Kauf von Desinfektionsmittel abzuhalten:

Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen den Ernst der Lage schnell verstehen und ihre Freundlichkeit wiederwinden. Denn es geht doch insgesamt um unser aller Wohl. Es wäre traurig, wenn das Virus dazu erst die eigene Familie erreicht haben muss, dass es ernst nimmt.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Leute, es reicht

Ich frage mich echt: Muss das sein? Ja, wir lieben unsere Freiheit und sind es gar nicht gewohnt, dass uns jemand vorschreibt, ob und wie oft wir wohin gehen dürfen. Aber warum verhalten sich manche jetzt besonders asozial? Die schwierige Phase ist noch nicht einmal erreicht und es ist nicht absehbar, wie lange uns das Virus noch beschäftigen wird. Da drehen manche Leute jetzt schon durch, weil sie vielleicht zu viel Netflix zu Hause geschaut haben!? Nichts rechtfertigt es, eine alte Frau so anzupöbeln. Das Virus lockt scheinbar das Schlimmste in den Menschen hervor. Respekt und Freundlichkeit sind Fehlanzeige. Die Stimmung ist jetzt schon so gereizt. Wie werden die Leute erst nach dem Osterfest drauf sein?

Bildquelle: Getty Images/bowie15

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