Social Media bei Jugendlichen: Die Gefahr lauert woanders

Überraschende Studie

Social Media bei Jugendlichen: Die Gefahr lauert woanders

Zu langer  Konsum von Instagram & Co wird von Eltern oft verdammt, aber eine britische Studie fand heraus, dass sie sich eher um andere Dinge sorgen sollten.

Jugendliche nutzen die sozialen Medien. Und zwar ziemlich oft. Eltern finden das meistens schlimm, aber ihr Nachwuchs kann ihnen jetzt eine Studie vor die Nase halten, die belegt, dass die Zeit, die die Heranwachsenden mit den sozialen Medien verbringen, für ihr Wohlbefinden nicht entscheidend ist. Man ist vorher davon ausgegangen, dass eine ausgeprägte Nutzung von Social Media auf die Psyche schlägt.

Es ist nicht entscheidend für ihr Wohlbefinden, wie lange Jugendliche die sozialen Medien nutzen.

Zeitliche Nutzung der sozialen Medien nicht wichtig für das Wohlbefinden

Was bedeutet das? Ob deine Tochter oder dein Sohn nun zwei oder drei Stunden auf Instagram herumscrollt, hat nur einen minimalen Effekt das Wohlbefinden. Professor Andy Przybylski, der zusammen mit Amy Orben zwischen 2009 und 2017 12.000 britische Jugendliche im Alter von 10-15 Jahren befragen ließ, kam zu folgenden Schluss: "99,75 Prozent des Wohlbefinden eines Menschen hat nichts damit zu tun, wie lange er oder sie Social Media nutzt." Die Forscher schauten sich an, ob es einen Unterschied macht, wie lange Jugendliche die Medien benutzen, und wenn sie es länger machen, ob sie dann unglücklicher wären. Die Antwort lautet: Nur sehr gering.

Digitale Medien: Zu fixiert auf zeitliche Begrenzung

Ob die Kinder nun eine Stunde oder drei Stunden auf Instagram-Bilder geschaut haben, war wirklich nicht entscheidend. "Wir sind immer so fixiert auf die zeitliche Begrenzung, aber davon sollten wir absehen", betonte der Professor. "Unsere Ergebnisse geben dafür keinen Anlass zur Sorge." Er gibt jetzt aber keinen Freifahrtschein für Social Media: "Es ist aber möglich, dass einige Aspekte von Social Media nicht so gut für Kinder sind oder dass einige Kinder stärker betroffen sind, weil es Aspekte in ihrer Herkunft gibt, die sie verletzlicher machen."

Professor Liz Twigg von der Universität Portsmouth, die seit Jahren über den Effekt von Social Media auf Kinder forscht, fand die Studie jedenfalls erhellend, wie sie dem 'Guardian' mitteilte: "Wenn man es gesamt betrachtet, ist die Nutzung der sozialen Medien nicht so schlimm für die psychische Gesundheit, wie wir immer geglaubt haben."

Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass wir nicht weiter ein Auge darauf halten sollten, wie unser Nachwuchs die sozialen Medien nutzt und was gerade im Leben der Jugendlichen passiert. Wenn sie nur vor dem Schirm hängen, verpassen sie auch Dinge, die ihr Wohlbefinden verbessern könnten - wie sich an der frischen Luft bewegen und einfach mit Freunden treffen und quatschen. Es gibt ja auch ein Leben jenseits des Bildschirms und das ist - wie wir jetzt wissen, entscheidender: "Wenn es offline nicht so gut läuft, dann wird es auch online nicht gut laufen. Es ist nur wichtig, dass man die Kommunikationskanäle offen lässt", rät Amy Orben den Erziehungsberechtigten.

Bildquelle:

Getty Images

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