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Haushaltshilfe bei Corona? Dann könnt ihr sie beantragen

Hilfe in der Krise

Haushaltshilfe bei Corona? Dann könnt ihr sie beantragen

Wer plötzlich schwer erkrankt und Kinder zu Hause betreuen muss, kann sich im Normalfall eine Haushaltshilfe holen. Doch wie sieht das aktuell aus bei einem Corona-Verdacht aus? Dürfen Haushaltshilfen dann noch nach Hause kommen?

Eltern an Corona erkrankt: Klassischer Fall für eine Haushaltshilfe?

Solltet ihr beide nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert sein, wird es sehr schwierig Kinderbetreuung und Haushaltsführung zu vereinbaren. Das ist normaler Weise ein klassischer Fall für eine Haushaltshilfe. Die privaten Krankenkassen zahlen zeitweise Haushaltshilfen nur selten und auf gesonderte Anfrage. Die gesetzlichen Krankenkassen regeln genau, für welche Fälle dies gilt:

  • Lebt ein Kind unter 12 Jahren oder ein hilfsbedürftiges Kind im Haushalt und der Erkrankte befindet sich in stationärer Behandlung, bekommt häusliche Krankenpflege, nutzt medizinische Vorsorgeleistungen oder Rehabilitation.
  • Der Patient ist wegen einer schweren Krankheit gesundheitlich beeinträchtigt.
  • Als Schwangere mit schweren Beschwerden oder frischgebackene Mutter im Wochenbett (z.B. nach Kaiserschnitt) speziell, wenn die Kinderbetreuung allein erfolgt oder Mehrlinge versorgt werden müssen.

Ob man eine Haushaltshilfe bekommt und für wie lange, legt die Krankenkasse fest. Dazu müsst ihr diese bei eurer Kasse beantragen. Das Antragsformular müsst ihr immer zusammen mit einem behandelnden Arzt ausfüllen. Dieser muss die Diagnose bestätigen und begründen, warum die Haushaltshilfe notwendig ist. Ob ihr diese bekommt, hängt dann individuell von der Krankenkasse ab.

Das Problem: Kontaktverbot durch Corona

In der aktuellen Situation gelten prinzipiell die gleichen Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe. Euch würde als nachweislich an Corona erkranktem Elternpaar eine Hilfe zustehen, wenn ihr an schweren Symptomen leidet. Was "schwer" in diesem Fall bedeutet, muss euer behandelnder Arzt festlegen. Die Kasse zahlt allerdings nur, wenn keine andere Person die Betreuung eurer Kinder übernehmen kann. Da also auch aktuell ebenso die Großeltern und andere Personenwegen des Kontaktverbots wegfallen, ist diese Voraussetzung erfüllt.

Doch das heißt nicht, dass ihr auch einen Anbieter oder Dienstleister findet, der bereit ist, zu euch nach Hause zu kommen. Aktuell gibt es hier das gleiche Problem wie bei den Pflegediensten: Die Betreuung der Patienten ist wichtig und wird durchgeführt, doch es ist fast unmöglich die gebotenen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Dazu fehlt es außerdem insgesamt an Schutzkleidung in ganz Deutschland. Nicht nur das Krankenhauspersonal klagt über fehlende Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge. Auch die Krankenpflegedienste haben keine solche Ausrüstung verfügbar, geschweige denn Anbieter von Haushaltshilfeleistungen.

Haushaltshilfe genehmigt: Und jetzt?

Wenn eure Krankenkasse den Antrag auf Haushaltshilfe genehmigt, ist die erste Hürde geschafft. Meistens kümmern sich die Kassen nun auch darum, einen Anbieter zu finden. Bzw. müsst ihr einen finden, mit dem eure Krankenkasse auch einen Vertrag hat. Aktuell obliegt es jedem Anbieter von Sozialpflegeleistungen selbst, ob er seine Mitarbeiter in die Haushalte schickt. Eine einheitliche Regelung gibt es dazu von Seiten des Gesundheitsamtes nicht und die nötige Ausrüstung, um die Mitarbeiter vor der Übertragung des Virus zu schützen fehlt.

 

Bildquelle: Getty Images/AndreyPopov

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