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So sieht der Weg zurück in die Kitas aus

So sieht der Weg zurück in die Kitas aus

Vier Phasen

Das Bundesfamilienministerium hat jetzt beschlossen, dass die Kindertagesbetreuung in vier Phasen wieder ermöglicht werden soll. Was heißt das für uns Eltern? Können unsere Kinder bald wieder in die Kita gehen?

"Jedes Kind sollte sobald wie möglich wieder seine Kita besuchen können"

Endlich tut sich was in Sachen Kinderbetreuung. Nachdem die Schulen zunächst nur für Abiturklassen wieder geöffnet wurden und es aktuell ein Konzept gibt, wie der Unterricht bis zu den Sommerferien gestaltet werden soll, sind jetzt die Kitas dran. Oder? Das Bundesfamilienministerium kündigt einen "behutsamen Wiedereinstieg in vier Phasen" an:

  • Phase Eins: die aktuell bestehende Notbetreuung
  • Phase Zwei: erweiterte Notbetreuung
  • Phase Drei: eingeschränkter Regelbetrieb
  • Phase Vier: vollständiger Regelbetrieb

Doch konkrete Termine für diese Phasen wurden nicht genannt. Familienministerin Giffey gibt sich zuversichtlich und kündigt an, dass das Bewusstsein da sei, dass alle Kinder sobald wie möglich wieder in ihre Kita gehen sollen.

Das oberste Ziel sei dabei immer noch, die Ausbreitung des Corona-Virus weiter zu verlangsamen und die Infektionsketten zu unterbrechen. Daher wurde bei der Erarbeitung des Wiedereröffnungskonzepts die wissenschaftliche Expertise von Kindheitspädagogen sowie Hygiene einbezogen.

Der gemeinsame Beschluss von JFMK und Bundesfamilienministerium ist ein wichtiges und gutes Signal für alle Familien in ganz Deutschland. Wir haben ihre besondere Situation im Blick und einen gemeinsamen Rahmen für ein bundesweites Vorgehen vereinbart, wie es für die kleineren Kinder in den Kitas und in der Kindertagespflege perspektivisch weitergehen kann. Das ist ein Fortschritt. Dabei ist klar, dass nur eine schrittweise Öffnung möglich ist - immer unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens direkt vor Ort in den jeweiligen Ländern. In einem ersten Schritt öffnen wir die Betreuung für Kinder, die besondere Hilfestellung brauchen.

Dr. Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin, bmfsfj,de

Diese Kinder können zuerst wieder in die Kita gehen

Was heißt das jetzt konkret für uns Eltern? Nicht alle Kinder werden zu einem bestimmten Datum wieder ihre Kita besuchen können. Berücksichtigt werden zunächst vor allem Kinder "deren Betreuung in Folge zur Wahrung des Kinderschutzes und des Kindeswohls erforderlich ist". Des Weiteren alle Kinder, die einen gesonderten Förderbedarf wie einen Sprachförderbedarf haben und die Vorschulkinder. Das bedeutet alle anderen Kinder, die nicht unter diesen besonderen Betreuungsbedarf fallen, müssen weiter zu Hause bleiben. Das werden die meisten Kinder sein. Bevorzugt werden dabei vor allem jene Kinder von Eltern, die systemrelevante Berufe haben, alleinerziehend sind und die körperliche oder psychische Beeinträchtigungen haben.

Also ändert sich an der bisherigen Situation nicht viel und es ist noch kein konkretes Datum bekannt, wann die weiteren Phasen beginnen werden. Das Familienministerium beruft sich dabei darauf, dass die Öffnung der Kitas immer wieder von der Beurteilung des Infektionsgeschehens abhängig sei und wöchentlich geprüft werden müsse, ob man einen Schritt weiter gehen könne.

So reagieren die Eltern auf die Ankündigungen

Viele Eltern sind mit diesen Entscheidungen nicht zufrieden und kritisieren auf der Facebookseite des Familienministeriums das Fehlen konkreter Zeiträume. Einige merken an, dass es die persönliche wirtschaftliche Situation nicht zulassen würde, weitere Monate Homeoffice und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Letztlich gehe es auf Kosten der Kinder. Zudem gibt es die besorgten Hinweise einiger Eltern, dass bezüglich der Betreuung von Tagesmüttern keinerlei Angaben gemacht wurden.

Die meisten von uns Eltern müssen sich also weiter gedulden und weiter machen, wie bisher. Für die Zwischenzeit haben unserer Kollegen von Kino.de ein paar Filmtipps, die euch ein wenig Ablenkung verschaffen könnten, wenn die Kinder selig schlummern.

Nichts Konkretes

Wirklich erwartet, hat man ja nicht, dass sich schnell in Sachen Kitaöffnung etwas tut. Für alle Eltern sind die neuen Ankündigungen eher eine noch größere Verunsicherung und keine Hilfe, was den Ausblick in die Zukunft angeht. Ich persönlich habe viel Verständnis dafür, dass man unter Berücksichtigung der Hygiene und des Kitapersonals gut überlegen muss, wann und wie man die Kitas öffnet. Über den Zaun brechen, kann man diese Entscheidung nicht. Auch wenn eine baldige Betreuung eines Kleinkindes wieder wünschenswert wäre. Denn letztlich leiden vor allem die Kinder unter der Situation, wenn man ihnen immer wieder sagen muss "Jetzt noch nicht, Mama macht nur noch dies und jenes zu Ende". Homeoffice und Kinderbetreuung hört sich so flexibel und praktisch an, geht aber dauerhaft auf die Psyche und belastet die familiäre und partnerschaftliche Beziehung.

Bildquelle: Getty Images/FatCamera
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