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In ganz Deutschland gilt ab nächster Woche Maskenpflicht

In ganz Deutschland gilt ab nächster Woche Maskenpflicht

Corona-Virus

Immer mehr einzelne Städte und ganze Bundesländer führten nach und nach eine Maskenpflicht ein. Mittlerweile hat auch das letzte der 16 Bundesländern nachgeben und es wird ab kommender Woche überall eine Maskenpflicht gelten.

Die Bundesregierung hat das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes in Bus, Bahn und beim Einkaufen dringend empfohlen. Dieser Appell reicht einigen Städten und Bundesländern nicht – sie haben jetzt das Tragen von Masken zur Pflicht gemacht. Ab wann und wo genau gilt diese Pflicht jetzt bundesweit?

In allen Bundesländern gibt es eine Maskenpflicht

Wie in so vielen Punkten der Corona-Krise, gibt es auch zunächst keine bundesweit einheitlichen Regelungen zum Thema Maskentragen. In ihrer Pressekonferenz am letzten Mittwoch hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Tragen von Masken im Alltag nur "dringend empfohlen". Einigen Bundesländern reichte diese Empfehlung nicht aus. Mittlerweile führten allen die Pflicht ein.

Ab Montag den 27.4. gilt in allen Bundesländern Maskenpflicht

Sachsen führte als erstes Bundesland eine Maskenpflicht ein. Seit Anfang der Woche dürfen Bürgerinnen und Bürger nur noch mit einer Verdeckung über Mund und Nase den öffentlichen Nahverkehr nutzen oder Einkaufen gehen. Da Masken gerade allerdings Mangelware sind, reicht dabei ein Tuch oder Schal über der Nase aus.

In Thüringen gilt eine Maskenpflicht ab Freitag (24. April), in Bayern ist der Mundschutz ab kommender Woche verpflichtend. Das gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern, dort sind sie jedoch nur im Nahverkehr Pflicht. Ebenso gilt auch in Berlin und Brandenburg ab dem 27.4. die Pflicht für den öffentlichen Nahverkehr. Das gleiche gilt für das Saarland und die Hansestadt Hamburg.

In Hessen gelte auch Maskenpflicht, doch es war noch unklar, ab wann genau diese besteht würde. Auch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gaben sich zuerst zögerlich und sprachen nur die Empfehlung aus. Jetzt gilt ab Montag ebenfalls das Tragen von Mundschutz im Nahverkehr und Geschäften. In Niedersachsen führten zunächst die Kommunen das Tragen von Gesichtsbedeckung ein und ab 27.4. gilt diese im ganzen Land.

Auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt besteht die Maskenpflicht im Einzelhandel und ÖPNV.  In beiden Ländern beriet sich diesbezüglich heute die Landesregierung. Schleswig-Holstein schloss sich mittlerweile an und verlangt ab 29. April das Tragen von Mundschutz. Als letztes Bundesland zog Bremen nach und beschloss nach langen Diskussionen ebenfalls die Mundschutzpflicht für den 27.4. im Nahverkehr und beim Einkaufen.

Diese Städte haben zuerst eine Maskenpflicht ausgerufen

Aber auch in den Bundesländern, in denen die Maskenpflicht bislang nicht geplant ist, gibt es einige Städte, die trotzdem das Tragen von Mund- und Nasenschutz zur Pflicht gemacht haben bzw. machen.

Noch bevor Thüringen sich für die Maskenpflicht entschied, führte die Stadt Jena sie ein. Hier muss bereits jetzt eine Alltagsmaske getragen werden.

In NRW schreibt die Stadt Münster jetzt vor, dass Läden, Märkte und Busse ab nächster Woche nur noch mit Alltagsmasken oder einem Schal vor Mund und Nase betreten werden dürfen. In der Stadt Dorsten gibt es eine Maskenpflicht in öffentlichen Verwaltungsgebäuden.

In Wolfsburg gilt eine Mundschutzpflicht seit Montag, ab Samstag sollen nun auch Menschen in Braunschweig in Bussen, Bahnen und Geschäften einen Mund- und Nasenschutz tragen.

In Baden-Württemberg gilt eine Pflicht in Sulz am Neckar und Kirchheim unter Teck, es könnte aber gut sein, dass dort bald im gesamten Bundesland eine Maskenpflicht besteht.

Woher bekomme ich einen Mundschutz?

Eine Alltagsmaske zu bekommen, ist gerade gar nicht so leicht. Der Mundschutz ist zur Mangelware geworden. Wenn ihr auf der Suche nach einer Maske seid, kann es sich lohnen, einen Blick in die Lokalnachrichten zu werfen. So schließen sich in vielen Städten Menschen zusammen und verkaufen oder spenden ihre selbstgenähten Masken. Oder aber ihr greift selbst zu Stoff, Nadel und Faden und näht euch eine Maske. Eine Anleitung dafür findet ihr bei uns. Alternativ reicht es aber auch, einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu wickeln. Viele Supermärkte reagierten bereits auf den Bedarf und planen, Masken zu verkaufen. Noch ist unklar, ab wann wir Mundschutz im Supermarkt kaufen können.

Kritik an der Mundschutzpflicht

Der Mundschutz in der Öffentlichkeit soll dabei helfen, die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen. Dabei ist er weniger ein Schutz für einen selbst, vielmehr schützt das Tragen eines Mundschutzes die Umgebung. Je mehr Menschen einen Atemschutz tragen, desto mehr Menschen werden geschützt, daher halten viele Politikerinnen und Politiker eine Pflicht für sinnvoll.

Aber es wird auch Kritik an der Mundschutzpflicht laut: Einige Menschen haben die Befürchtung, dass Bürgerinnen und Bürger das Tragen der Masken nun als Allheilmittel ansehen und sich an die anderen Regeln zur Corona-Krise nicht mehr halten. Sie befürchten, dass z. B. die Abstandsregelungen weniger ernst genommen werden.

Maskenpflicht, ja bitte

Ob der Mund- und Nasenschutz wirklich etwas bringt, ist zwar umstritten, es schadet aber auch niemandem, eine Maske oder ein Tuch vor Mund und Nase zu tragen. Alles, was auch nur einen winzigen Beitrag dazu leisten könnte, dass sich die Verbreitung von Covid-19 verlangsamt, ist gerade gut und wichtig. Dass jetzt einzelne Städte einen Mundschutz einführen, manche nur im ÖPNV, manche auch beim Einkaufen, ist verwirrend. Eine einheitliche Regelung wäre deutlich sinnvoller. Dass die Sorge besteht, dass Menschen mit der Maskenpflicht die geltenden Beschränkungen nicht mehr ernst nehmen könnten, ist nachvollziehbar. An dieser Stelle ist es aber doch viel sinnvoller, deutlicher an die Bevölkerung zu appellieren, wie wichtig die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen auch nach wie vor sind, anstatt die Maskenpflicht abzulehnen.

Bildquelle: Pexels/Anna Shvets
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