Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Nachsorgeklinik muss schließen, weil ein Vater log

Unfassbar

Nachsorgeklinik muss schließen, weil ein Vater log

Eine Nachsorgeklinik für schwerkranke Kinder muss schießen, weil ein Vater falsche Angaben machte. Und es sind Meldungen wie diese, die einen manchmal daran zweifeln lassen, ob wir als Gesellschaft der riesige Aufgabe, die Corona an uns stellt, gewachsen sind.

Es klingt wie aus einem schlechten Film und ist doch bittere Realität. Die Nachsorgeklinik für Familien mit krebs-, herz- und mukoviszidosekranken Kindern in Tannheim (Baden-Württemberg) muss vorerst schließen. Der Grund: Ein Vater hatte auf dem Fragebogen, den Eltern dort dieser Tage ausfüllen müssen, gelogen.

Auf dem Fragebogen gelogen

Um das Risiko für die kleinen Patient*innen zu minimieren, bat die Klinik die Angehörigen, einen Fragebogen zu beantworten und anzugeben, ob sie in einem Risikogebiet unterwegs waren. Dies verneinte der Vater, unterschrieb auch für diese Aussage. Nun stellte sich heraus, dass er beruflich im Kreis Heinsberg unterwegs war und inzwischen auch positiv auf Corona getestet wurde.

Nachsorgeklinik wird geräumt

Die Klinik wurde sofort geräumt, alle Patien*innen, Angehörige und das Klinikpersonal müssen in häusliche Quarantäne. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug ist nun auch unklar, wie es für die Familien überhaupt weitergeht. Denn die Plätze in der Nachsorgeklinik sind begehrt, teilweise müssen Erkrankte bis zu einem Jahr auf einen Termin warten.

Verständnis für Entscheidung

Alle betroffenen Familien hatten großes Verständnis für die vorsorglichen Maßnahmen. Dennoch flossen auch viele Tränen, denn, so die Klinikleitung, einige Familien hatten gerade wegen Corona um eine Aufnahme gebeten. Die Kinder, die hier zur Reha kommen sind Hochrisikopatienten, die gerade in diesen Tagen besonderen Schutz benötigen.

Betriebsausfall

Den kann die Klinik nun zur Zeit nicht bieten, sie hofft, dass der Betrieb ab dem 6. April wieder anlaufen kann. Das ist auch aus Kostengründen nötig, denn die Versicherung weigert sich den jetzt entstandenen Ausfall zu übernehmen. Weil das Corona-Virus nicht im Vertrag erfasst ist, will die Betriebsausfallversicherung im Moment nicht zahlen.

Für den Vater hat die Klinikleitung wenig Verständnis. Im Moment gibt es Überlegungen, ob sie einen Schadensersatzanspruch gegen den Vater geltend machen möchte. Dennoch sei dies der letzte Schritt, denn auch der Vater ist Teil einer Familie, die in der Nachsorgeklinik um Hilfe bat.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Wieso der Vater so verantwortungslos handelte, ist nicht bekannt. Aber das Ausmaß seiner Handlung betrifft nun mal nicht nur ihn selbst. Vielleicht war er in einer Notsituation, fürchtete, dass sein Kind abgewiesen wird. Gerade bei einer solchen Nachsorgeklinik ist doch aber klar, dass es alle anderen Familien auch betreffen kann. Mir macht solch ein egoistisches Verhalten große Sorgen. Gerade jetzt, wo wir als Gesellschaft zusammenhalten und aufeinander achten sollten, machen solche Nachrichten wütend und traurig.

Bildquelle: getty images / KatarzynaBialasiewicz

Galerien

Lies auch

Teste dich