Priester verzichtet auf Beatmungsgerät, um jemanden zu retten und stirbt

Gänsehaut!

Priester verzichtet auf Beatmungsgerät, um jemanden zu retten und stirbt

Gelebte Nächstenliebe, unfassbare Größe und das Geschenk des Lebens: Ein Priester in Italien hat Unglaubliches getan. Er hat auf eine Beatmungsmaschine verzichtet, um sie einen jüngeren Patienten zu überlassen. Der Priester starb an Covid-19.

In Italien müssen Ärzte und Ärztinnen in diesen Tagen Unvorstellbares tun. Sie müssen über Leben und Tod entscheiden. Es gibt nicht genug Beatmungsmaschinen in den Krankenhäusern, weswegen die Corona-Infizierten nach Dringlichkeit behandelt werden. Täglich sterben Hunderte Menschen an Covid-19, weil keine geeigneten Geräte zur Verfügung stehen.

Priester lehnt Beatmungsgerät ab

Der 72-jährige Priester Giuseppe Berardelli aus Casnigo in der Provinz Bergamo, tat das, was er für richtig hielt. Die Region um Mailand ist vom Coronavirus besonders stark betroffen, hier fehlt es an vielem. Der Priester lehnte ein Beatmungsgerät ab, damit ein jüngerer Patient gerettet werden konnte. Für ihn selbst war dieser Akt der gelebten Nächstenliebe das Todesurteil. Die Zeitung "Araberara" berichtete, unter Berufung auf Aussagen des Krankenhauspersonals, über den Fall.

Ein Märtyrer?

Der 72-Jährige zählte zur Risikogruppe, nicht nur aufgrund seines fortgeschrittenen Alters. Er hatte in den letzten Jahren unter Herzproblemen gelitten. In seinem Heimatort wird der Priester nun als Märtyrer verehrt. Laut lokaler Presse vergleichen einige das Opfer Berardellis mit dem des Mönchs Maximilian Kolbe. Dieser starb 1941 im Konzentrationslager Auschwitz, weil er anstelle eines Mithäftlings in den Hungerbunker ging. Kolbe wurde vom Vatikan als Märtyrer heiliggesprochen.

Menschen weltweit sind bewegt

Der Tod von Giuseppe Berardelli bewegt Menschen aus aller Welt. Der US-amerikanische Priester James Martin twitterte über diesen Akt der gelebten Nächstenliebe. Er endete mit einem Satz aus der Bibel: "Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde."

Der 72-jährige Italiener kannte den Patienten, dem er durch seinen Verzicht vermutlich das Leben rettete, nicht. Berardellis Gemeinde konnte sich von ihrem Priester nicht verabschieden, Beerdigungen werden wegen der strikten Ausgangssperren zur Zeit nur ohne Öffentlichkeit durchgeführt. Es wurde aber berichtet, dass die Menschen aus Casnigo auf ihren Balkonen gestanden hätten, um zu applaudieren, und sich so von ihm verabschieden.

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Was für ein Geschenk, dass dieser Priester einem anderen Menschen machte. Was für ein Zeichen der Nächstenliebe, dass damit in die Welt geschickt wird. Was für Hoffnung daraus entwachsen kann. Ich habe kaum Worte für das, was dieser Priester getan hat. Mich macht das demütig.

Bildquelle: getty images / photocath

Galerien

Lies auch

Teste dich