Haustausch: Familienurlaub muss nicht teuer sein

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Haustausch: Familienurlaub muss nicht teuer sein

Wer mit Kindern verreisen möchte, muss manchmal ganz schön tief in die Tasche greifen. Ein Haustausch bringt euch auch für kleines Geld an die tollsten Orte.

Haustausch – wie geht das eigentlich?

Die Idee des Haustausches ist gar nicht so neu, aber Internetplattformen machen es noch einfacher. Das Konzept ist denkbar einfach: Ihr bietet euer Haus oder eure Wohnung für einen Urlaub an, im Gegenzug könnt ihr das Heim eurer Gäste beziehen. Da es nicht immer hinkommt, dass man dadurch an sein Wunschziel kommt, bieten viele Plattformen auch die Möglichkeit, entweder mit mehreren Parteien zu tauschen oder durch Verleihen des eigenen Hauses Credits zu sammeln; mit diesen Punkten kann man sich dann bei anderen Leuten einbuchen.

Übrigens: Da ein Haustausch - oder Wohnungstausch - keine finanzielle Transaktion darstellt, könnt ihr auch als Mieter an solchen Programmen teilnehmen. Um unvorhergesehene Probleme  oder Missverständnisse zu vermeiden, solltet ihr jedoch euren Vermieter vorab informieren.

Haustauschportale sind in der Regel international ausgerichtet und bieten die Chance auf einen ganz einmaligen Urlaub, wenn man sich auf den Tauschgedanken einlassen kann. Zu den bekanntesten Anbietern gehören:

Haustausch Vorteile:

  • Umsonst urlauben: Ihr habt keine Kosten für eine Unterkunft – gerade mit mehreren Kindern spart das viel Geld.
  • Voll eingerichtet: Statt in eine Ferienwohnung ohne Salz und Pfeffer und mit abgezählten Tellern zu kommen, wohnt ihr in einem alltagstauglichen Zuhause. Föhn, Handtücher und Bettwäsche müsst ihr also nicht mitzuschleppen.  Auch braucht ihr möglicherweise keine Fahrräder mitzubringen, wenn welche vorhanden sind. Manche Haustauscher tauschen sogar ihre Autos oder überlassen ihre Haustiere den Hausgästen.
  • Persönliche Tipps: Eure Gastgeber können euch vorab viele Fragen zu eurem Urlaubsort beantworten, euch verraten, wo es das tollste Eis, den schönsten Strand und die beste Pizza gibt.

Haustausch Nachteile:

  • Es muss passen: Nicht immer findet man Tauschpartner, die genau zu der Zeit tauschen möchten, in der ihr Urlaub machen wollt. Und damit man das eigene Zuhause als attraktiven Urlaubsort anpreisen kann, muss es entweder an einem attraktiven Ort stehen oder einiges zu bieten haben. Außerdem ist ein wenig Flexibilität von Vorteil.
  • Planungsaufwand: Ein Haustausch ist aufwändiger in der Vorbereitung als das Buchen eines Pauschalurlaubs. Tauschpartner müssen gefunden und kontaktiert, Urlaubstermine und -dauer abgesprochen werden.
  • Privatsphäre: Auch wenn die Idee verlockend ist, bei einer anderen Familie in einer tollen Großstadt, am Meer oder in den Bergen Urlaub zu machen – das eigene Heim für die Gegenseite zu öffnen, fällt manchen schwerer. Doch mit einigen Tipps macht man sich diesen Schritt leichter.

Der ideale Haustauschpartner

Am einfachsten ist es, wenn die Hausbesitzer, die ihr besuchen wollt, im Gegenzug bei euch Urlaub machen. Das macht es auch denen leichter, die ein wenig Sorge um ihr schönes Heim haben: Eure Gäste werden schon auf euer Zuhause aufpassen, denn sie erhoffen sich von euch ja dasselbe.

Auch wenn ihr vielleicht von spektakulären Orten träumt (ein Haus mit Blick aufs Meer, oder mitten in Paris zum Beispiel), achtet mindestens genauso darauf, dass ihr mit der Tauschfamilie harmoniert und dass deren Haus euren Ansprüchen genügt. Wenn Familien mit Kindern miteinander tauschen, kommt das am ehesten hin. Dank Skype und Co. könnt ihr euch per Videocall ein wenig kennenlernen und nützliche Details absprechen.

Wenn eure Gäste so anreisen, dass ihr noch da seid, könnt ihr euer Haus persönlich übergeben und euch noch kennenlernen. Möglicherweise könnt ihr sogar schon nette Kontakte zu euren Freunden und Nachbarn herstellen, damit sich eure Gäste wie zu Hause fühlen.

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Tipps für den Haustausch

Aufräumen: Dass ihr euer Haus sauber und ordentlich übergebt, sollte selbstverständlich sein – schließlich möchtet ihr auch nicht in einer fremden Rumpelbude Urlaub machen. Wer ein ausgeprägtes Faible für Deko hat, sollte vielleicht zusätzlich einiges wegräumen, denn für Gäste ist es einfacher, bei euch heimisch zu werden, wenn es noch freie Ablageflächen gibt.

Anleitungen schreiben: Die Eigenheiten eurer Heizung, wie die Waschmaschine funktioniert und wann Topfpflanzen oder Garten gegossen werden sollten – vieles, was für euch selbstverständlich ist, können eure Gäste nicht wissen. Eine Gebrauchsanleitung für euer Haus hilft weiter. Wenn Ihr Telefonnummern von Freunden und Nachbarn angeben könnt, die im Zweifelsfall weiterhelfen, um so besser. Persönliche Tipps für euren Heimatort und die Umgebung sind mit Sicherheit auch willkommen und besser als ein Stapel abgegriffener Flyer.

Wertsachen: Schmuck, Geld oder andere Kostbarkeiten solltet ihr nicht frei zugänglich in eurem Haus herumliegen lassen. Schließt sie ein, wenn es sich um größere Werte handelt, im Bank- oder Haussafe. Das erspart späteren Ärger und Missverständnisse, falls ihr einen Ring nur verlegt hattet und plötzlich denkt, eure Gäste hätten zugegriffen.

Begrüßungspaket: Viele Haustauscher hinterlassen für ihre Gäste frische Lebensmittel für eine erste Mahlzeit und das erste Frühstück. Klassiker wie Eier, Milch, Brot, Butter, Käse, Marmelade und Obst gehören zum Beispiel dazu. Besondere Wünsche (vegane oder vegetarische Ernährung, Allergien) kann man am besten vorher abstimmen, dann gibt es keine langen Gesichter.

Das geliebte Bett: Das eigene Bett Fremden zu überlassen, dieser Gedanke stört manche am meisten. Investiert in Matratzenschoner, die ihr vorher auf die Betten zieht und später wieder entfernen und waschen könnt, und wenn ihr euch damit wohler fühlt, auch in Besucherbettdecken und -kopfkissen für den Haustausch.

Renate Oetjens
Das sagtRenate Oetjens:

Familienurlaub mal anders

Der Haustausch ermöglicht Urlaubserfahrungen, die kein Reisebüro bieten kann. Ihr schlüpft vorübergehend in das Leben einer anderen Familie und lernt so Land und Leute hautnah kennen. Teilen und Tauschen gehört die Zukunft!

Bildquelle: Getty Images/Choreograph

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