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Haustausch-Urlaub: So können Familien für kleines Geld viel erleben

Haustausch-Urlaub: So können Familien für kleines Geld viel erleben

Unkonventionell

In einem coolen Familienhaus am Strand oder in der Nähe einer Metropole Ferien machen? Schöne Idee, aber auch ganz schön kostspielig. Oder könnt ihr euch einen Haustausch-Urlaub vorstellen? Bei uns erfahrt ihr alles über diese günstige und zugegeben etwas unkonventionelle Urlaubsalternative für Familien.

Wie funktioniert ein Immobilientausch?

Das Konzept ist denkbar einfach: Ihr bietet euer Haus oder eure Wohnung für einen Haustausch-Urlaub an. Im Gegenzug könnt ihr das Heim eurer Gäste beziehen. Weil man so aber nicht immer an sein Wunschziel kommt, bieten viele Plattformen auch die Möglichkeit, unter mehreren Parteien zu tauschen. Oder ihr sammelt durch das Verleihen eures Hauses sogenannte Credits. Mit diesen Punkten könnt ihr euch dann auch bei anderen Leuten einbuchen.

Darf ich meine Mietwohnung tauschen?

Ein Haustausch – oder auch Wohnungstausch – stellt keine finanzielle Transaktion dar. Aus diesem Grund könnt ihr auch als Mieter*in an solchen Tauschprogrammen teilnehmen. Um Ärger zu vermeiden, solltet ihr eure Vermieterin oder euren Vermieter aber trotzdem vorab informieren.

Überblick: Vor- und Nachteile von Haustausch-Urlaub

  • Ihr habt keine Kosten für eine Unterkunft – gerade mit mehreren Kindern spart da richtig viel Geld.
  • Statt in eine Ferienwohnung ohne Salz und Pfeffer zu kommen, wohnt ihr in einem alltagstauglichen Zuhause. Föhn, Handtücher und Bettwäsche müsst ihr nicht mitschleppen. Wenn Fahrräder, Roller und Bobbycar vorhanden sind, dürft ihr die Sachen meist auch benutzen. Und manche Haustauscher*innen überlassen sogar ihr Auto (und die Haustiere).
  • Eure Gastgeber*innen können euch vorab viele Fragen zu eurem Urlaubsort beantworten. Wo schmeckt zum Beispiel das Eis am besten und wo liegt der schönste Strandabschnitt?
  • Nicht immer findet man Tauschpartner*innen, die genau zu der Zeit wie ihr Urlaub machen wollen. Flexibilität ist also von Vorteil, was mit (schulpflichtigen) Kindern natürlich nicht immer so leicht ist.
  • Damit man das eigene Zuhause als attraktives Reisedomizil anpreisen kann, muss entweder der Standort richtig cool sein oder euer Heim hat etwas ganz Besonderes zu bieten.
  • Ein Haustausch ist aufwändiger in der Vorbereitung als einen Pauschalurlaub zu buchen. Tauschpartner*innen müssen gefunden und kontaktiert, Urlaubstermine und -dauer abgesprochen werden.
  • Die Idee ist natürlich verlockend, bei einer anderen Familie in einer tollen Großstadt, am Meer oder in den Bergen Urlaub zu machen. Das eigene Heim aber für eigentlich Fremde zu öffnen, fällt vielleicht aber doch schwer.

Wie finde ich den idealen Haustauschpartner?

Am einfachsten ist es, wenn die Hausbesitzer, die ihr besuchen wollt, im Gegenzug bei euch Urlaub machen. Das macht es auch denen leichter, die ein wenig Sorge um ihr schönes Heim haben. Eure Gäste werden schon auf euer Zuhause aufpassen, denn das erwarten sie ja bestimmt auch von euch.

Auch wenn ihr vielleicht von spektakulären Orten träumt (ein Haus mit Blick aufs Meer, oder mitten in Paris zum Beispiel), achtet mindestens genauso darauf, dass ihr mit der Tauschfamilie harmoniert. Auch deren Haus sollte euren Ansprüchen genügen. Wenn Familien mit Kindern miteinander tauschen, kommt das wahrscheinlich am ehesten hin. Per Videocall könnt ihr euch auch schon im Vorfeld ein wenig kennenlernen und nützliche Details absprechen.

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Welche Haustausch-Portale gibt es?

Die Haustausch-Idee ist ja eigentlich gar nicht so neu. Aber durch Internetplattformen sind Auswahl und Procedere natürlich viel einfacher geworden. Die Portale sind in der Regel international ausgerichtet und bieten die Chance auf einen ganz einmaligen Urlaub, vorausgesetzt natürlich, ihr könnt euch auf diesen Tauschgedanken einlassen. Zu den bekanntesten Anbietern gehören:

  • HomeExchange
  • HomeLink

Aber es gibt auch jüngere Portale wie beispielsweise die Haustausch-Plattform People Like Us. Das Portal bietet auch eine Facebook-Gruppe an, wo sich die Mitglieder miteinander austauschen oder von ihren Reisen berichten können.

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Was kostet Homelink eigentlich?

Natürlich sind diese Haustauschportale nicht gratis. Bei Homelink beispielsweise kostet eine Mitgliedschaft rund 12 € im Monat, der Beitrag wird aber günstiger, je länger ihr euch als Mitglied verpflichtet. Bei HomeExchange seid ihr mit einem Jahresbeitrag von 130 € dabei.

Wer zahlt, wenn beim Haustausch-Urlaub etwas kaputt geht?

Ein Teller, der beim Spülen runter fällt, ist bestimmt nicht das Problem. Doch natürlich kann es bei so einem Familienurlaub auch mal zu größeren Beschädigungen im Gastgeberhaus kommen. Deshalb solltet ihr vor eurem Haustauschurlaub unbedingt eine Hausrat- und eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Falls ihr oder eure Kinder dann etwas im Tauschhaus kaputtmacht, sind die Kosten in der Regel durch die Versicherungen abgedeckt. Wichtig: Achtet genau darauf, ab wann eure frisch abgeschlossenen Versicherungen greifen, meist gilt da die erste Beitragsabbuchung. Und: Bei Familien mit Wohnsitz in Deutschland gilt die Haftpflichtversicherung immer weltweit, mit einem Wohnsitz außerhalb von Deutschland kann das aber anders sein.

Einige Haustausch-Plattformen bieten ihren Mitgliedern auch Garantiefonds. Diese Fonds in unterschiedlicher Höhe greifen dann genau bei den Schadensfällen, die eben nicht von den genannten Versicherungen abgedeckt sind. Ein toller Service, über den ihr euch vor einer Mitgliedschaft genau informieren solltet.

6 Tipps für einen gelungenen Haustausch

  1. Aufräumen
    Dass ihr euer Haus sauber und ordentlich übergebt, sollte selbstverständlich sein – schließlich möchtet ihr auch nicht in einer fremden Rumpelbude Urlaub machen. Wer ein ausgeprägtes Faible für Deko hat, sollte vielleicht zusätzlich einiges wegräumen. Für Gäste ist es einfacher, bei euch heimisch zu werden, wenn es noch freie Ablageflächen gibt.
  2. Anleitungen schreiben
    Vieles, was für euch selbstverständlich ist, können eure Gäste nicht wissen. Zum Beispiel die Eigenheiten eurer Heizung, wie die Waschmaschine funktioniert und wann Topf- oder Gartenpflanzen gegossen werden müssen. Am besten schreibt ihr Besonderheiten auf oder verfasst kurze Gebrauchsanleitungen. Gebt vielleicht auch Telefonnummern von Freund*innen und Nachbarn an, die im Zweifelsfall weiterhelfen können. Und persönliche Tipps rund um euren Heimatort sind natürlich tausend Mal interessanter als ein Stapel Flyer auf dem Wohnzimmertisch.
  3. Wertsachen wegschließen
    Schmuck, Geld oder andere Kostbarkeiten solltet ihr nicht frei zugänglich in eurem Haus herumliegen lassen. Schließt sie ein, wenn es sich um echte Wertgegenstände handelt im Bank- oder Haussafe. Das erspart späteren Ärger oder Missverständnisse.
  4. Privatzimmer einrichten
    In der Praxis hat es sich bewährt, alle sehr persönlichen Dinge wie Fotoalben, Sexspielzeug, Steuerakten oder Bankdokumente in einem Zimmer zu sammeln und das dann einfach abzuschließen. So braucht ihr euch keine Gedanken zu machen, ob die Tauschgäste vielleicht doch ein bisschen zu neugierig sind.
  5. Begrüßungspaket packen
    Viele Haustauscher*innen hinterlassen für ihre Gäste frische Lebensmittel für eine erste Mahlzeit wie Eier, Milch, Brot, Butter, Käse, Marmelade oder Obst. Besondere Wünsche (vegane oder vegetarische Ernährung, Allergien) könnt ihr ja im Vorfeld abstimmen.
  6. Bett für Besuch klar machen
    Das eigene Bett Fremden zu überlassen, das ist natürlich schon sehr privat. Investiert deshalb in Matratzenschoner, die ihr vorher auf die Betten zieht und später wieder entfernen und waschen könnt. Und wenn ihr euch damit wohler fühlt, kauft doch noch Besucherbettdecken und -kopfkissen.

Jetzt wisst ihr alles über Urlaub mit Haustausch! Das ist euch alles doch zu kompliziert und Fremde in eurem Zuhause mögt ihr auch nicht? Dann versucht es doch vielleicht mal mit Camping mit der Familie. So habt ihr euer eigenes Zuhause auch im Urlaub dabei.

Da muss man schon aufgeschlossen sein

Ein Haustausch ermöglicht Urlaubserfahrungen, die kein Reisebüro bieten kann. Und ganz ehrlich: Mal in das Leben einer anderen Familie zu schlüpfen und so Land und Leute hautnah kennen zu lernen, das ist natürlich echt verlockend. Aber Fremde in unserem Zuhause zu haben, kann ich mir irgendwie gerade nicht so richtig vorstellen. Alternativ könnten wir uns ja mal im Freundeskreis umhören. Vielleicht hat die Cousine am Chiemmsee, der Ex-Kollege in Berlin oder die Schulfreundin, die jetzt in Hamburg lebt Lust, Zeit und Kapazitäten für einen Haustausch?

Bildquelle: iStock / Getty Images Plus / Halfpoint

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