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Aerosole: Deswegen ist Maske tragen und Abstand halten sinnvoll

Corona-Übertragung

Aerosole: Deswegen ist Maske tragen und Abstand halten sinnvoll

Forschenden der Universität Florida haben nachgewiesen, dass die Viruslast der in den in den letzten Wochen vielfach erwähnten Aerosole tatsächlich ansteckend ist.  Drei Tipps, wie ihr die Gefahr minimieren könnt.

Corona durch Tröpfcheninfektion?

Zu Beginn der Corona-Krise ging die Wissenschaft noch davon aus, dass sich das Virus vor allem über Tröpfchen verbreitet. Denn beim Atmen oder Sprechen stoßen wir alle Tröpfchen aus, die sofern ein Mensch infiziert ist, hohe Mengen an Viren enthalten. Deshalb lauteten die obersten Regeln bisher: Hände waschen, Abstand halten und Mundschutz tragen. Das ist auch nach wie vor sinnvoll, reicht aber nicht – denn es gibt mittlerweile neue Erkenntnisse zur Übertragung.

Abstand zwischen zwei bis fünf Metern und trotzdem Virenlast

An der Universität Florida konnte nun der Nachweis erbracht werden, dass die Viruslast der Aerosole tatsächlich groß und ansteckend ist. Bisher galt das nur als Theorie, es wurde davon ausgegangen, dass die Schwebeteilchen nur teilweise den Virus in sich tragen. Um nun zu einem (andere) Ergebnis zu kommen, haben die Forschenden die infektiöse Luft bei ins Krankenhaus eingelieferten Covid-19-Infizierten getestet.

Dabei hielten sie einen Abstand zwischen zwei und fünf Metern ein. Es gelang den Wissenschaftlern aus diesen Proben das Coronavirus zu isolieren. Sie konnten nachweisen, dass es identisch mit dem direkt an den Patient*innen entnommenen Proben übereinstimmte.

Reicht Virenlast für eine Infektion?

Ein Problem gibt es bei diesem Ergebnis allerdings. Denn noch ist nicht klar, ob die Viruslast der Aerosole für eine Infektion wirklich ausreicht. Die Wissenschaftler drücken sich hier sehr vorsichtig aus, sie sagen, laut Spiegel.de, "dass die Viruslast an den Schwebeteilchen ausreichen könnte, um eine Infektion bei einem Menschen auszulösen."

Coronavirus wird auch durch Aerosole übertragen

Virologe Christian Drosten hatte schon im Juni im Deutschlandfunk auf die mögliche Viruslast in Aerosolen hingewiesen. Er sagte: „Es mehrt sich hier der Eindruck, dass wir zusätzlich zur Tröpfcheninfektion auch eine deutliche Komponente von Aerosolinfektionen haben." Aerosole sind feine, für das Auge nicht sichtbare Viruspartikel, die mit der Atemluft ausgestoßen werden und in der Luft schweben. Im Gegensatz zu Tröpfchen fallen diese nicht nach etwa zwei Metern auf den Boden, sondern bleiben mehrere Minuten in der Luft. Ein Video des Wissenschaftsmagazins "Quarks" stellt den Unterschied sehr gut dar:

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Geschlossene Räume sind ein Problem

Das erklärt, wieso sich in den letzten Wochen so viele Menschen bei Familienfeiern, beim Restaurantbesuch oder in der Kirchengemeinde angesteckt haben. Sie alle fanden in geschlossenen Räumen statt. Gibt es in den Räumlichkeiten wenig Luftzirkulation und sind Menschen dort, die das Virus in sich tragen, verbreiten sich die Aerosole im Raum und können sich problemlos auf andere Menschen übertragen – auch unter Einhaltung des Mindestabstands. Um sich das Ganze noch besser vorstellen zu können: Das "Science Mag" vergleicht Aerosole mit Zigarettenrauch: „Die Entfernung von einem Raucher, in der man den Zigarettenrauch riecht, gibt die Entfernung an, in der man infektiöse Aerosole einatmen könnte."

So könnt ihr die Gefahr von Aerosolen verringern

Es gibt vor allem drei Dinge, die ihr beachten könnt, um euch vor einer Übertragung via Aerosolen zu schützen:

  1. Regelmäßig Lüften: Wenn ihr euch in geschlossenen Räumen aufhaltet, solltet ihr so viel wie möglich Lüften. Auch hier funktioniert der Vergleich mit dem Zigarettenrauch: Stellt euch vor, ihr sitzt den ganzen Tag in einer Wohnung mit jemandem, der Zigaretten raucht. Auch das ist nur auszuhalten, wenn das Fenster offen ist. Drosten geht hier noch weiter und rät zu einem zusätzlichen Ventilator, um die Raumluft natürlich zu bewegen und herauszubefördern : „Man macht das Fenster auf, setzt da einen großen Ventilator rein, der die Luft nach draußen bläst, und macht die Tür einen Spalt auf. Dann kann man natürlich so einen Raum auch entlüften und kann sicherlich auch so eine Aerosolkomponente verringern."
  2. Lieber draußen treffen: Egal, ob ihr euch mit Freunden treffen, ins Restaurant oder mit der Familie grillen möchtet: Setzt euch am besten draußen hin. Gerade in Cafes oder Restaurants habt ihr nicht die Kontrolle, wie gründlich und oft gelüftet wird. Draußen mit Abstand sitzen, scheint nach bisherigen Erkenntnissen die sicherste Wahl zu sein.
  3. Maske richtig aufsetzen: Auch wenn ihr gut lüftet, solltet ihr euch möglichst nicht über längere Zeit mit vielen Menschen in einem Raum aufhalten. Ist das nicht zu vermeiden, solltet ihr eine Maske tragen. Diese muss unbedingt gut sitzen: Ist sie zu locker, gelangen die Aerosole zu weit in die Luft.

Wichtig ist aber: Auch die Übertragung durch Tröpfchen spielt weiterhin eine Rolle. Daher solltet ihr euch weiterhin an Regeln wie Mindestabstand und Händewaschen halten.

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Bildquelle: Getty Images/andresr

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