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So hoch ist das Ansteckungs­risiko im Supermarkt

Harvard Studie

So hoch ist das Ansteckungs­risiko im Supermarkt

Eine neue Studie aus den USA besagt, dass viele Covid-19-Infektionen beim Supermarktpersonal unbemerkt bleiben. Trotzdem besteht kein Grund zur Panik.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich im Supermarkt mit Covid-19 zu infizieren? Laut einer Studie der Harvard University in Boston, die Ende Oktober veröffentlicht wurde, ist sie höher, als vermutet. Die Forschenden untersuchten die 104 Mitarbeiter*innen eines Supermarkts in Boston. Das Ergebnis: Von 104 getesteten Angestellten hatten 21 (20 %) positive Tests.

3/4 der Infizierten zeigen keine Symptome

Auffällig dabei war, dass 76 % der positiven Fälle asymptomatisch waren. Die Betroffenen zeigten keine der typischen Corona-Symptome wie Husten oder Fieber. Bei den Mitarbeiter*innen, die direkt mit Kunden in Kontakt standen, fielen die Tests dabei fünfmal häufiger positiv aus als bei Mitarbeitern aus der Verwaltung oder aus dem Lager. Daher nehmen die Forschenden an, dass viele Infektionen beim Supermarktpersonal auf Kund*innen zurückzuführen sind. Und da drei Viertel der infizierten Angestellten keine Symptome zeigten, befürchten die Forschenden umgekehrt, dass vor allem Kassierer*innen, die selbst nichts von ihrer Infektion ahnen, das Virus an die Kundinnen und Kunden weitergeben.

Studie ist nur eine Momentaufnahme

Wichtig ist es, die Studie richtig einzuordnen. Zum einen stammt sie aus den USA, wo die Corona-Lage eine andere ist, als bei uns in Deutschland. Dazu kommt, dass die Studie auch nur eine Momentaufnahme eines einzigen Supermarktes ist. Trotzdem ist sie besorgniserregend, schließlich zeigten viele der Mitarbeiter*innen, die mit dem Virus infiziert waren, keinerlei Symptome, arbeiteten daher also auch, als sie das Virus in sich trugen.

AHA-Formel schützt

Trotzdem bestehe laut Virologen kein Grund zur Panik – sofern wir uns alle an die AHA-Formel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) halten. Denn grundsätzlich sei durch die Maskenpflicht für die Kund*innen und durch die Plexiglasscheiben an der Supermarktkasse ein guter Infektionsschutz auch für die Mitarbeiter*innen gegeben.

Virologe Martin Stürmer erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Dadurch werden Übertragungen durch Speicheltröpfchen verhindert. Andererseits hält eine Plexiglasscheibe Atemwolken mit winzigen Aerosolen kaum davon ab, sich im Raum auszudehnen. Es hängt im Einzelfall von den Luftströmungen ab, ob und wie sich dadurch Viren verbreiten könnten“. Wichtig sei sei, dass die Plexiglasscheiben ausreichend groß sind und an keiner Stelle des Kassenbereichs ein direkter Face-to-face-Kontakt zwischen Kund*innen und Supermarktpersonal entstehe.

Übertragung über Lebensmittel?

Laut Bundesamt für Risikobewertung gibt es derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gebe es derzeit keine belastbaren Belege.

Allerdings könnten Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. Daher sei es sehr wichtig, sich nach dem Supermarkt-Besuch die Hände gründlich zu reinigen, die Lebensmittel gut zu säubern und im Supermarkt selbst nicht alles anzufassen, sondern wirklich das zu greifen, was man benötigt.

 

Bildquelle: Getty Images/Drazen Zigic

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