Verhütungsschwamm: Eine eher unbekannte Methode

Sicher?!

Verhütungsschwamm: Eine eher unbekannte Methode

Verhütung ohne Hormone (und ohne deren mögliche Nebenwirkungen), nicht spürbar und somit gefühlsecht: Das verspricht der Verhütungsschwamm. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder?!

Was ist ein Verhütungsschwamm?

Der Verhütungsschwamm vereint gleich zwei Verhütungsmethoden: Zum einen bildet er eine Barriere (wie z. B. ein Kondom), zum anderen gehört der Verhütungsschwamm zu den chemischen Verhütungsmitteln, da er Spermizide beinhaltet. Ursprünglich wurde er als Alternative zum Diaphragma entwickelt, konnte sich in Deutschland aber nicht durchsetzen.

Der Verhütungsschwamm ist eine kleine, donutförmige Scheibe, die aus Latexschaum besteht. An der unteren Seite befindet sich eine Schlaufe, an der der Schwamm nach dem Sex wieder aus der Vagina entnommen wird.

Wie funktioniert der Verhütungsschwamm?

Der Verhütungsschwamm kann (je nach Produkt) schon bis zu zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in der Vagina platziert werden. Davor sollte er mit etwas Leitungswasser befeuchtet werden, damit die Abgabe des chemischen Verhütungsmittels aktiviert wird. Dann wird der Schwamm mit der Mulde nach oben in der Mitte gefaltet und mit zwei Fingern so tief wie möglich in die Scheide, an den Muttermund, geschoben. Der Schwamm kann dann für etwa 12 bis 24 Stunden (je nach Herstellerangaben) in der Vagina verbleiben, ohne dass er seine Schutzfunktion einbüßt.

Während und nach dem Sex schützt der Verhütungsschwamm dann auf zwei Wegen vor einer Schwangerschaft: Er bildet eine Barriere, hält also die Spermien davon ab in die Gebärmutter einzudringen. Dazu beinhalten Verhütungsschwämme Spermizid, welches die Spermien gleichzeitig abtötet. Um sicherzugehen, dass wirklich alle Spermien abgetötet sind, sollte der Verhütungsschwamm erst etwa sechs Stunden nach dem Sex entfernt werden. Dabei wird er dann mit den Fingern an der Schlaufe einfach aus der Scheide herausgezogen und entsorgt. Ein weiteres Mal darf er nicht verwendet werden. Laut Herstellerbeschreibungen soll der Verhütungsschwamm durch seine Passform nicht spürbar sein und somit beim Sex nicht stören.

Wie sicher ist der Verhütungsschwamm?

Die Angaben zur Sicherheit des Verhütungsschwamms sind unterschiedlich: Der Pearl Index liegt insgesamt zwischen 17 und 25. Das bedeutet, dass 17 bis 25 von 100 Frauen, die den Verhütungsschwamm nutzen, ungewollt schwanger werden. Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl Index von zwei bis zwölf, die Pille von 0,1 bis 0,9. Das Diaphragma, mit dem der Verhütungsschwamm häufig verglichen wird, liegt im Pearl Index bei gleichzeitiger Nutzung eines Verhütungsgels zwischen eins und 20.

Welche Nebenwirkungen hat der Verhütungsschwamm?

Neben einigen Vorteilen, z. B. dass diese Methode keine Hormone beinhaltet und von Frauen selbst eingesetzt wird, kann der Verhütungsschwamm auch ein paar Nachteile und mögliche Nebenwirkungen haben:

  • Die Handhabung ist nicht ganz leicht, das korrekte Einsetzen des Verhütungsschwamms will geübt sein.
  • Wie auch bei Tampons besteht die (geringe aber mögliche) Gefahr des Toxischen Schock-Syndroms.
  • Manche Menschen reagieren allergisch auf Spermizide (kann beide Partner betreffen).
  • Es kann zu Schleimhautreizungen kommen.
  • Der Verhütungsschwamm schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Wo kann man Verhütungsschwämme kaufen?

Da sich der Verhütungsschwamm in Deutschland nicht durchsetzen konnte, wird er in gewöhnlichen Apotheken nicht vertrieben. Kaufen kann man ihn in internationalen Apotheken sowie in Online-Shops.

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