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Virologe fordert jetzt zwei Wochen Corona-Ferien

Jetzt ehrlich!?

Virologe fordert jetzt zwei Wochen Corona-Ferien

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt auch in Deutschland weiter an und das wird sicherlich noch nicht das Ende sein. So prognostizieren es Virologen und Wissenschaftler. Doch wie kann man die weitere Ausbreitung des Virus verhindern? Der Virologe Alexander Kekulé fordert jetzt für alle Schulen und Kitas zwei Wochen Ferien.

Was für viele Eltern sicherlich wie ein Scherz klingt, ist ein ganz ernst gemeinter Vorschlag von Prof. Dr. Kekulé, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie der Universität Halle. Es gehe für ihn um die Unterbrechung der Infektionsketten. In einer Sonderausgabe der ARD-Talk-Sendung „Hart aber fair“ stieß er mit dem Vorschlag alle Kitas und Schulen zeitweise komplett bundesweit zu schließen auf unterschiedliches Verständnis.

„Wir müssen dafür sorgen, dass es in den Schulen und Kindergärten keine weiteren Ansteckungen gibt. Durch diese Unterbrechung so eine Art Reset zu machen und herauszukriegen, wie viele Herde wir wirklich in Deutschland haben und diese dann auch durch Quarantäne und Isolation zu beenden. Das ist eine etablierte Maßnahme, um solche Ausbrüche im Frühstadium zu stoppen.“

Alexander Kekulé bei Hart aber Fair, 3. März 2020

Auf Nachfrage von Moderator Frank Plasberg bezog sich der Virologe lediglich auf die Schließung von Kitas und Schulen und insistierte: „Wenn wir das machen wollen, müssen wir das jetzt machen, ganz am Anfang dieser exponentiellen Vermehrung des Virus. In sechs Wochen wäre es zu spät dafür.“ Da in vielen Schulen sowieso schon Lehrermangel herrscht und die Kinder häufig Unterricht verpassen, sehen viele Eltern das äußerst kritisch.

Dürfen Schulen und Kitas aufgrund von Corona geschlossen werden?

In einigen Landeskreisen ist es bereits soweit und die Empfehlung von Herr Kekulé wird in die Tat umgesetzt: Im Landkreis Heinsberg wurden die öffentlichen Kitas und Schulen bereits geschlossen. Auch das Amtsgericht vertagt alle Sitzungen. Diese kurzfristige Schließung wird durch das Infektionsschutzgesetz ermöglicht. Demnach dürfen alle zuständigen Behörden, Badeanstalten oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen geschlossen werden, um die Ausbreitung eines solchen Virus zu verhindern.

Freud für die Kinder, Leid für die Eltern

Natürlich würde es unsere Schulkinder sicherlich freuen, wenn sie zwei Wochen zu Hause bleiben dürften – ohne Hausaufgaben und Schulbankdrücken. Doch für uns Eltern steht dann die Frage im Raum, wie man die Betreuung regelt, wenn es längere Zeit tatsächlich vielerorts zu erzwungen Ferien kommt. Obwohl viele Arbeitgeber sicherlich Verständnis haben, ist es nicht immer möglich, spontan Urlaub zu nehmen oder einfach so zu Hause zu bleiben. Ganz davon abgesehen, dass regelmäßiger Unterricht und Vorschule für ein Kind notwendig ist, um Lernfortschritt zu erzielen, den man so zu Hause nicht gewährleisten kann.

Wichtig ist es dennoch, den Virus direkt zu Beginn einzudämmen. Daher wurden aktuell bereits einige Großveranstaltungen wie die Leipziger Buchmesse oder die ITB in Berlin abgesagt. Weitere werden sicherlich folgen. Bis es einen Impfstoff gibt, wird es noch einige Zeit dauern. Für die Zwischenzeit empfiehlt Alexander Kekulé im Interview mit Deutschlandfunk, das Testen von Schwerstkranken auf den Virus und die Isolation dieser Menschen. So könne man Infektionsherde schnell eindämmen:

Ich bin sehr optimistisch. Ich glaube, dass unsere Gesundheitsämter gut aufgestellt sind. Und wenn wir dann wirklich so einen Ausbruch feststellen, dann gehe ich davon aus, dass das in der Größenordnung von 20 bis 50 Fälle sind. Die müssen wir dann natürlich unter Quarantäne stellen. (...) Mit einem Impfstoff rechne ich frühestens in einem halben Jahr. Es könnte sein, dass uns der Sommer hilft. Wenn es warm ist, werden diese Corona-Viren normalerweise schwächer.

Alexander Kekulé im Deutschlandfunk, 24.02.2020

Über die aktuellen Fallzahlen des Virus in Deutschland und die Situation insgesamt könnt ihr euch an diesen Stellen informieren:

Robert-Koch-Institut
Bundesgesundheitsministerium zum Corona-Virus

Hotlines zum Coronavirus

Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, kann sich telefonisch an seinen Hausarzt oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) wenden.  Darüber hinaus gibt es laut Bundesgesundheitsministerium folgende Hotlines, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren:
• Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
• Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de )
• Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100

Bildquelle: Getty Images/Favor_of_God

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