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Wieso ist die Bundesliga eigentlich wichtiger als unsere Kinder?!

Es macht wütend!

Wieso ist die Bundesliga eigentlich wichtiger als unsere Kinder?!

Fußball auf familie.de? Klar! Auch wenn wir sicher nicht der Ort sind, um sich über die Bundesliga zu informieren, geht die Diskussion um Geisterspiele auch nicht spurlos an uns und unseren Familien vorüber. Und das liegt vor allem daran, dass wir Kinder haben, die nicht verstehen können, wieso für sie andere Regeln gelten, als für Profifußballer.

Die Bundesliga kommt zurück!

Nun ist es also beschlossen: Die Fußball-Bundesliga startet Mitte Mai in die zweite Saisonhälfte. Natürlich unter Auflagen, natürlich mit Geisterspielen. Zu den Auflagen zählen: Keine Zuschauer*innen in den Stadien, regelmäßige Corona-Tests von Spielern und das Einhalten vom Mindestabstand in der Umkleidekabine.

Fußball-Bundesliga in Zeiten von Corona

Das Video, dass Hertha BSC Spieler Salomon Kalou in den sozialen Netzwerken postete, und das inzwischen wieder gelöscht wurde, hätte eigentlich eine Warnung sein müssen. Denn es illustriert sehr deutlich, wie die Spieler sich eben nicht an die Auflagen halten. Da wird sich mit Handschlag begrüßt und beim Coronatest des Spielerkollegen mitgefilmt. Natürlich wird auch der Mindestabstand nicht eingehalten. Das Video zeigt also vor allem eins: Erwachsenen halten sich auch nicht an die Regeln. Gleichzeitig wird von Kindern genau das verlangt, werden Familien immer wieder kritisiert, weil es heißt, Kinder könnten keinen Abstand halten. Die sind dazu aber oft viel besser in der Lage als andere, weil die das alles sehr viel ernster nehmen.

Alltag in der Bundesliga aber nicht für Familien

Die Profifußballspieler gehen zurück in die Umkleidekabinen, kehren zurück auf den Rasen und in ihren normalen Alltag. Für die Kinder jedoch ändert sich nichts. Sie dürfen weiterhin nicht an ihrem Vereinssport teilnehmen. Sie dürfen eben nicht zum Fußballtraining. Ab demnächst soll das Training im Vereinssport zwar unter freiem Himmel wieder erlaubt sein, aber klar ist: Da werden alle genau hinsehen. Und im Zweifelsfall wird der Vereinssport wieder geschlossen, weil es nicht klappt, mit dem Abstand halten. Da wird mit zweierlei Maß gemessen und das ist schlicht unfair!

Kinder können Abstand halten

Kinder wissen oft sehr genau, wie das mit dem Abstand halten geht. Die Allermeisten haben verstanden, dass sie nicht in Kontakt miteinander gehen können. Und sie halten sich an diese Vorgaben viel besser als viele Erwachsene, sie nehmen die Gefahr, die Corona bedeutet, durchaus ernst. Vielleicht verstehen Kinder nicht genau, wieso sie zu anderen Menschen Abstand halten müssen. Aber ganz sicher haben sie begriffen: Wenn ich keinen Abstand halte, dann gefährde ich meine Familie. Und davor haben Kinder große Angst. Im Endeffekt sind Kinder also oft deutlich verantwortungsvoller als manche Erwachsene.

Wochenlange Diskussionen über Bundesliga

Schon, dass wochenlang über die Bundesliga diskutiert wurde, dürfte für viele Eltern unpassend sein. Denn während das Für und Wider der Notwendigkeit von Fußballspielen erörtert wurde, blieb es verdächtig still um das Thema, das für Familien sehr viel elementarer ist, als 22 Männern beim Kicken gegen den Ball zu zugucken. Wieso schweigt die Regierung zu Kitas und Schulen, zu Sportvereinen und Eltern im Homeoffice, streitet aber in Länge über Fußball? Einfache Antwort: Weil da das Geld liegt. Und weil Eltern keine Lobby haben, keinen riesigen Verband, der sich für sie stark macht.

Es macht wütend!

Das macht wütend und fordert eigentlich Eltern dazu auf, lauter zu werden, sich mehr Gehör zu verschaffen. Nur: Die allermeisten von uns sind dafür viel zu müde, zu abgekämpft und am Abend schlicht zu ausgepowert, um dann noch auf Misstände aufmerksam zu machen. Und so geht die Normalität eben für die Fußballbundesligaspieler weiter, während wir Familien nach wie vor versuchen in unserem alten neuen Leben zurecht zukommen und für unsere Kinder weiterhin stark zu sein.

 

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Ich habe das Video von Salomon Kalou mit meinen Kindern gesehen. Und ohne einen Kommentar meinerseits haben sie erklärt, was er alles falsch gemacht hat. Allerdings war auch ihnen klar: Die anderen machen ja mit! Es ist tatsächlich unfair, dass nur er jetzt so mit Anfeindungen zu kämpfen hat.
Was mich aber so richtig wütend macht, ist in der Tat, dass es möglich ist, tagelang über Fußball zu reden, aber kaum über die Situation von Familien. Mir fehlt die Diskussion über Kitas, Schulen, Eltern, Kinder. Wir sind wichtig, wird sind auch Gesellschaft!

Bildquelle: getty images / matimix

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