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Zurück in die Schulen ohne Hygieneplan?

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Zurück in die Schulen ohne Hygieneplan?

In einigen Bundesländern gehen die Ferien ihrem Ende entgegen. Aber wie der Regelbetrieb gestaltet werden kann, ist nicht überall schon geklärt. Wie soll das klappen?

Bildung ist ein hohes Gut, und es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche zur Schule gehen können, sagt die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marlies Tepe. Soweit, so einig sind sich hier wohl alle. Auch wir Eltern möchten, dass unsere Kinder lernen können, einen geregelten Tagesablauf haben und ihre Freund*innen treffen.

Zurück zum Regelbetrieb in der Schule?

Also alles zurück auf Regelbetrieb? Dagegen werden immer mehr Stimmen laut. Zum einen ist in vielen Schulen auch kurz vor Schulstart das Hygienekonzept noch unvollständig. Das aber muss es geben, sonst kann die Schule ihre Tore nicht öffnen. Die GEW-Chefin Tepe fürchtet sogar, dass es in manchen Schulen keinen normalen Regelbetrieb geben könne.

Schulen werden allein gelassen

Der Grund: Die Schulen werden mit den Plänen allein gelassen. Die Idee der GEW-Chefin kommt reichlich spät. Sie schlug vor, dass die Gesundheitsämter vorab alle Schulen begutachten und deren Hygienepläne prüfen können. Dann hätte man auch vor Ort so dringende Fragen wie die Möglichkeit einer ausreichenden Lüftung oder zur Raumgröße klären können.

Davon abgesehen, dass viele Gesundheitsämter wohl nicht die Kapazitäten haben, alle Schulen zu besuchen, ist dieser Hinweis ein Schock für viele Eltern. Denn für viele Familien ist gar nicht klar, wie das neue Unterrichtsjahr eigentlich aussehen soll. Einige, die sich das leisten können, wollen ihre Kinder am liebsten überhaupt nicht in die Schulen schicken, sondern weiterhin Homeschooling anbieten.

Homeschooling oder zurück in die Schule?

Andere fordern Unterricht in Kleingruppen mit alternierenden Zeiten und zusätzlichem Digitalunterricht. Wieder andere hoffen auf den Regelbetrieb, weil sie die Situation, wie sie momentan ist, Zuhause nicht mehr abfedern können. Jedes Bundesland entscheidet für sich, wie mit der Infektionsgefahr durch Corona umgegangen wird. Und das ist ein Problem.

Unterschiedliche Studienlagen

Dazu kommen unterschiedliche Studienlagen. Eine gerade veröffentlichte Studie unter Professor Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, kommt zu dem Schluss, dass Schüler*innen kaum von Corona betroffen sind. Dafür wurden Rachenabstriche und Blutproben von Schüler*innen und Lehrenden an zehn Grundschulen und neun Gymnasien in Sachsen genommen. Allerdings wurden diese Abstriche im Mai und Juni genommen, zu einem Zeitpunkt, als die Toleranz für Abstand halten und Maske tragen deutlich höher war.

Diese Studie kann keinesfalls Entwarnung bringen, es ist nach wie vor davon auszugehen, dass Kinder genauso infektiös sind, wie Erwachsene. Und wenn die Schulen dann im Regelbetrieb wieder öffnen, dann müssen Lehrende auch öfter getestet werden.

Keine Bildung ist keine Lösung

Prof. Kiess verwies in einer Pressekonferenz darauf, dass Kindern, die weiterhin nicht zur Schule gehen dürfen, massiver Schaden zugefügt werden könnte. Dabei bezog er sich aber vor allem auf die gestiegenen Zahlen von Kindesmisshandlungen, die während der Schul- und Kitaschließungen zu verzeichnen waren. Es fehlte die Kontrollinstanz von außen. Kiess sagt aber auch, dass es sich Deutschland nicht leisten kann, "eine Generation nicht zu bilden".

Wie seht ihr das? Welche Voraussetzungen braucht es, damit ihr eure Kinder guten Gewissens in die Schule geben könnt? Diskutiert mit uns auf facebook oder schickt uns eine Mail.

Quelle: Zeit.de

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Meine Meinung

Mein Kind wird in diesen Tagen eingeschult. Und natürlich möchte ich, dass sie zur Schule geht, neue Freund*innen findet und lernt. Und gleichzeitig mache ich mir große Sorgen. Was, wenn sie krank wird? Was, wenn wir Eltern krank werden? Niemand weiß, wie gut der eigene Körper mit Sars-Cov2 zurecht kommt.

Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass mein Kind demnächst mit 25 anderen in der Klasse sitzt, dass sie teilweise Maske tragen muss, aber dann im Hort wieder nicht. Und ich denke auch an die vielen vielen Lehrer*innen, die ihre Arbeit unter diesen Bedingungen aufnehmen müssen. Noch hoffe ich, dass es andere, bessere, sicherere Konzepte gibt als die, die momentan für Berlin im Gespräch sind.

Bildquelle: getty images/ iStock / Getty Images Plus / ake1150sb

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