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Gibt es den Weihnachtsmann? Oder warum die Wahrheit manchmal nicht wichtig ist

Gibt es den Weihnachtsmann? Oder warum die Wahrheit manchmal nicht wichtig ist

Zauber und Wärme

Gibt es den Weihnachtsmann überhaupt? Viele Eltern haben Angst vor dem Tag, an dem das Kind diese Frage stellt. Andere können nicht verstehen, wie sogar Schulkinder an den Mann mit Rauschebart und fliegendem Schlitten glauben können. Wir klären die große Glaubens-Frage mit Psychotherapeutin Christine Bart und wie wir es mit der Wahrheit rund um den Weihnachtsmann halten sollten.

"Der Weihnachtsmann ist 81 Jahre alt und wohnt in der Arktis in einem Iglu. Wenn an Weihnachten alle in der Kirche sind, kommt er mit seinem großen Schlitten. Da sind zehn große Säcke mit Geschenken drauf. Der Schlitten wird von mindestens zwölf Rentieren gezogen und Engel helfen dem Weihnachtsmann beim Geschenke verteilen.“

So oder so ähnlich stellen sich wohl viele Kinder den Weihnachtsmann vor. Und natürlich mit rotem Mantel, roter Hose und langem, weißen Bart. Klar, dieses Bild ist beeinflusst von Darstellungen in der Werbung, in Filmen und Weihnachtsserien und auch wir Eltern tragen unseren Teil dazu bei. Aber ist das eigentlich gut, dass Kinder an den Weihnachtsmann glauben? Unbedingt, meint Psychotherapeutin Christine Bart.

Der Glaube an den Weihnachtsmann, das Christkind oder den Nikolaus gehört für viele von uns zu den schönsten, wärmsten Kindheitserinnerungen. Dieser Glaube verleiht der Adventszeit ihren ganz besonderen Glanz – und in vielen von uns werden noch heute ein Zauber, eine Wärme und positive Gefühle geweckt, wenn wir an unsere Kindheit und an die geheimnisvollen Weihnachtstage zurückdenken.

Christine Bart, Psychotherapeutin

Drei Gründe, warum der Weihnachtsmann für euer Kind wichtig ist

Kinder sind in besonderem Maße bereit, an das Christkind oder den Weihnachtsmann zu glauben, denn sie erklären sich bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren (Phase des präoperationalen Denkens nach Piaget) ihre Welt mit ganz viel Fantasie und Magie. Die Vorstellung, der Nikolaus fülle die Stiefel und der Weihnachtsmann bringe die Geschenke, passt hier einfach wunderbar in die kindliche Welt.

Natalie Köhler

Zauberhafte Momente bleiben

Ich finde es einfach wunderschön, an Weihnachten eine magische Welt für meine beiden Töchter zu zaubern. Bei uns kommt zwar nicht der Weihnachtsmann sondern das Christkind, aber ich tue alles dafür, dass auch meine 8-Jährige weiterhin an diese zauberhafte Feengestalt glaubt. Dafür streue ich auch gerne mal Glitzer auf das Fensterbrett, als Beweis, dass das Christkind persönlich die Wunschzettel abgeholt hat. Noch klappts :-)

Der Glaube an den Weihnachtsmann ist aber nicht nur magisch schön, er ist auch richtig wichtig und wertvoll, so Christine Bart. Kinder profitieren nämlich in vielfacher Hinsicht davon:

  • Mit dem Weihnachtsmann werden oft wunderbare Erlebnisse mit der Familie verbunden. Das ist gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl und das macht Kinder stark.
  • Erlebnisse, die mit dem Weihnachtszauber und dem Glauben an den Weihnachtsmann verbunden sind, werden mit starken, positiven Emotionen verbunden und die werden vom Gehirn super abgespeichert. Auch noch im Erwachsenenalter können wir diese GOOD VIBES abrufen, die uns in eine wohlige Stimmung versetzen – ein lebenslanger Schatz also, von dem wir immer wieder zehren.
  • Figuren, die zu Weihnachten in Erscheinung treten, symbolisieren Werte wie beispielsweise an andere zu denken, füreinander da zu sein, liebevoll miteinander umzugehen. Das ist für die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern von großer Bedeutung.

Vom Weihnachtsmann als strafender Instanz hält die Psychotherapeutin, selbst Mama von zwei Jungs, übrigens gar nichts:

Dass der Weihnachtsmann böse wird oder keine Geschenke bringt, wenn das Kind nicht brav ist, führt nicht dazu, dass es sein Verhalten ändert. Da fehlt einfach der Zusammenhang. Diese Drohungen machen nur Angst – und nehmen den Kindern den wunderbaren Zauber der Weihnacht, der sie doch eigentlich ein Leben lang begleiten soll.

Christine Bart, Psychotherapeutin

Wann brauchen Kinder nicht mehr an den Weihnachtsmann zu glauben?

Darf man sein Kind denn nun eigentlich einfach so lange es will an den Weihnachtsmann glauben lassen? Oder gibt es ein Alter, ab dem Eltern so langsam mal mit der Wahrheit rausrücken sollten?

Christine Bart: "Das Kind darf so lange glauben, wie es möchte. Kinder scheinen selbst nämlich sehr gut zu wissen, wie wertvoll dieser Glaube ist. Oftmals helfen sogar große Geschwister mit, den Zauber für die Kleinen noch etwas länger aufrecht zu erhalten.

Irgendwann verschwindet der kindliche Glaube von alleine – und keine Sorge, Kinder fühlen sich dann nicht von den Eltern um die Wahrheit betrogen oder angelogen. Vielmehr haben sie einen wunderbaren Schatz liebevoller, zauberhafter Erlebnisse angesammelt, an die sie sich ein Leben lang voller Wärme erinnern. Mir geht das bis heute so."

Wie sagt man, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt?

Aber was soll ich denn jetzt als Mama oder Papa sagen, wenn mich mein Kind ganz direkt fragt "Gibt es den Weihnachtsmann?" Christine Bart plädiert dafür, erst einmal das Kind zu fragen, was es denn selbst glaubt und keine direkte Antwort zu geben. Dann kann man darüber ins Gespräch kommen und das Kind da abholen, wo es gerade steht.

Aber wenn ein älteres Kind ganz klar sagt: "He, Mama und Papa, ich weiß doch, den Weihnachtsmann gibt es nicht!" - dann sagt die Expertin okay, dann kann man darüber sprechen. Vielleicht auch einfach darüber, ob es beim Weihnachtsmann und all den fantastischen Weihnachtsbräuchen wirklich um die Wahrheit oder vielmehr um Gefühle geht.

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Vielleicht fragen euch eure Kinder jetzt auch noch, warum wir Weihnachten feiern? Die Antwort gibts in diesem Video:

Bildquelle: iStock / Getty Images Plus / tatyana_tomsickova

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