foodwatch kritisiert Arsen-Belastung in Baby-Lebensmitteln

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat verschiedene Baby-Reis-Produkte auf ihre Arsen-Belastung getestet. In allen 18 Produkten wurde der krebserregende Stoff nachgewiesen – in einigen mehr, in anderen weniger. foodwatch fordert von den Herstellern, die Belastung zu reduzieren.


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Gefühlt keine Woche ohne Lebensmittel-Skandale und -Rückrufe. Nachdem foodwatch Ende November Alete Babykekse mit dem Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge“ ausgezeichnet hat – die Kekse werden als „babygerecht“ angepriesen, enthalten aber 25 Prozent Zucker – kritisiert die Verbraucherorganisation nun Arsen-belastete Baby-Lebensmittel.


Arsen in Baby-Lebensmitteln


© iStock

Arsen-Belastung in Reis-Produkten ist immer wieder ein Thema


Arsen ist ein chemisches Element, das von Natur aus in der Erdkruste vorhanden ist. Anorganisches Arsen ist extrem giftig und kann krebserregend wirken. Insbesondere Reispflanzen, die stehend im Wasser wachsen, können über das Grundwasser Arsen aufnehmen. Regelmäßig wird daher vor erhöhten Arsen-Belastungen in Reisprodukten gewarnt. Ausschlaggebend, wie hoch und damit gefährlich die Konzentration im Reis ist, ist die Belastung des Anbaugebiets.

Leider lässt sich Arsen in Reis nicht gänzlich vermeiden, jedoch sollte die Aufnahme arsenbelasteter Reisprodukte laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) so gering wie möglich gehalten werden.
foodwatch: Arsen in allen 18 getesteten Baby-Lebensmitteln

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat 18 Baby-Lebensmittel mit Reis untersuchen lassen: fünf Reisflocken-Produkte zur Zubereitung von Säuglingsbrei und 13 Reisflocken für Babys „ab dem 8. Monat“. In allen Proben wurde anorganisches Arsen nachgewiesen - mal mehr, mal weniger. Am höchsten war die Belastung unter anderem in Reiswaffeln verschiedener Geschmacksrichtungen von Hipp sowie in Bio Mini-Reiswaffeln von babydream. Die geringste Belastung wiesen zum Beispiel Apfel-Mango Reiswaffeln von Bebivita auf.

foodwatch ließ 18 Baby-Lebensmittel aus untersuchen


© foodwatch
Die genauen Testergebnisse können Sie unter diesem Link abrufen: foodwatch – Anorganisches Arsen Testergebnisse Dezember 2017.

Die Europäische Union schreibt einen maximalen Wert von 0,1 Milligramm anorganischem Arsen pro einem Kilogramm Produkt vor. Einige der Proben überschritten diesen Wert. foodwatch leitete die Ergebnisse an die zuständigen Behörden für Lebensmittelüberwachung weiter, die nun prüfen müssen, ob die belasteten Produkte noch „verkehrsfähig“ sind, also unbedenklich konsumiert und weiter verkauft werden dürfen. Zudem fordert foodwatch regelmäßige unabhängige Kontrollen des Arsengehalts in Baby-Reis-Produkten und mehr Information von Seiten der Hersteller, zum Beispiel durch eine aufgedruckte Verzehrempfehlung des BfR auf den Verpackungen.

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Hersteller können Arsen-Belastung senken

Davon geht zumindest Professor Andrew Meharg vom Institut für Globale Lebensmittelsicherheit an der Queen‘s Universität Belfast aus, der die Studie für foodwatch durchgeführt hat. So wurden beispielsweise in Großbritannien ebenfalls Baby-Reis-Produkte untersucht. Dabei wurden im Durchschnitt geringere Arsen-Werte festgestellt als bei den deutschen Produkten.

„Baby-Lebensmittel aus Reis stellen in Deutschland eine unnötige Gesundheitsgefahr dar“, kritisierte Professor Andrew Meharg auf der Webseite von foodwatch. „Niedrige Werte sind machbar: Auf dem britischen Markt weisen Baby-Reisprodukte nur sehr geringe Belastungen mit Arsen auf. Es gibt keinen Grund, warum deutsche Hersteller nicht in der Lage sein sollten, ebenso niedrige Werte zu erreichen.“

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(Dezember 2017)



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