Kinder-Überzuckerungstag: Das Zuckerlimit ist erreicht

Am 12. August haben Kinder und Jugendliche bereits die empfohlene Jahresmenge für 2019 an Zucker zu sich genommen, warnt die Organisation foodwatch. Die Übeltäter: süße Getränke, Junkfood und zu viel Süßigkeitenwerbung.

Kinder-Überzuckerungstag

Laut Verbraucherorganisation foodwatch haben Kinder zwischen 3 und 18 Jahren in Deutschland bereits am 12. August ihr jährliches Zuckerlimit erreicht. Daher taufen sie diesen Tag nun als "Kinder-Überzuckerungstag".


Laut der Verbraucherorganisation “foodwatch” haben Kinder und Jugendliche am 12. August rechnerisch bereits so viel Zucker konsumiert, wie für das gesamte Jahr empfohlen ist. Deshalb erklärt die Organisation diesen Tag zum Kinder-Überzuckerungstag.

Anhand von Ernährungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Fachorganisationen wie der Deutschen Diabetes Gesellschaft wurde ein Wert ermittelt, wie viel Zucker Kinder und Jugendliche täglich maximal zu sich nehmen sollten. Sie empfehlen, dass nicht mehr als 10 % der täglichen Nahrung aus Zucker bestehen sollten. Laut der DONALD-Studie aus dem Jahr 2016 zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zwischen 3 und 18 Jahren, nehmen sie täglich aber deutlich mehr Zucker zu sich. Ihre Nahrung besteht im Schnitt zu 16,3 % aus Zucker. Das sind 63 % mehr als empfohlen. Foodwatch hat davon ausgehend umgerechnet, dass Kinder und Jugendliche so bereits am 224. Tag im Jahr, also am 12. August, ihr Zuckerlimit für das ganze Jahr erreichen.

Überzuckerung und die schädlichen Folgen

Ein dauerhaft zu hoher Zuckerkonsum kann enorme Folgen für die Gesundheit mit sich führen: Unter anderem werden Karies, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Müdigkeit, Hauterkrankungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlaflosigkeit mit einem übermäßigen Zuckerkonsum in Verbindung gebracht. Daher sollte das Erreichen des Zuckerlimits eine Warnung für alle sein. Auf welche Weise sich Kinder ernähren, hat einen starken Einfluss auf ihr späteres Essverhalten im Erwachsenenalter. Denn wer sich einmal dauerhaft an süße und fettige Speisen gewöhnt hat, dem fällt es schwer, sich an natürliche und zuckerarme Geschmäcker zu gewöhnen.

Zucker, wohin man schaut

Joghurt, Müsli, Ketchup, Wurst – Zucker ist längst nicht nur in Gummibärchen, Schokolade und Limonaden versteckt. In den meisten industriell verarbeiteten Produkten verbirgt er sich hinter Begriffen wie Glucose, Dextrose oder Maltose. Daher ist es gar nicht so leicht, Zuckerfallen zu entlarven. Auch beim Ausdruck “Ohne Zuckerzusatz” ist Vorsicht geboten: Natürliche Süßmacher wie z. B. Fruchtpürees, die häufig in Kinderkeksen, Müslis und Co. stecken, erhöhen ebenfalls den Zuckergehalt der Produkte.

Natürlich dürfen Kinder und Jugendliche mal naschen. Ein Leben ohne Schokolade wäre ja auch zu traurig! Das Problem sieht foodwatch viel mehr in der Werbeindustrie: So gibt es haufenweise Werbespots und -anzeigen für Süßigkeiten – kunterbunt, witzig und ansprechend für Kinder. Die Verbraucherorganisation sieht das als äußerst gefährlich an, solange die Hersteller nicht dazu verpflichtet sind, auf ihren Produkten unübersehbare Hinweise abzudrucken, wie hoch der Zuckeranteil in den jeweiligen Produkten ist.

Zucker vermeiden – selber machen

Der einfachste Weg, um einen so hohen Zuckerkonsum zu vermeiden? Selber machen! Wer frisch und mit natürlichen Lebensmitteln kocht, backt und sich seine Müsliriegel, sein Fast Food oder sein Schokoeis selbst herstellt, kann viel unnötigen Zucker sparen. Tolle Rezepte findet ihr auf unserer Seite!

Quelle:

Foodwatch

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