Kurzsichtigkeit bei Kindern: Die Zahl der Betroffenen steigt

Die Kurzsichtigkeit bei Kindern hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Das wurde bereits von Ärzten bestätigt. Die Ursachen dafür haben aber nicht nur einen genetischen Hintergrund, sondern sind hauptsächlich auf den Lebensstil der Kinder zurückzuführen. Wie Sie dem vorbeugen können, erfahren Sie hier.


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Kurzsichtigkeit bei Kindern


© Alinute - stock.adobe.com
Dass Menschen erst ab einem gewissen Alter schlechte Augen bekommen, entspricht längst nicht mehr der Wahrheit. Vor allem Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt, ist bei der jüngeren Generation keine Seltenheit mehr. Das haben mehrere Untersuchungen herausgefunden. Ein genetischer Grund ist in den meisten Fällen Nebensache. Vielmehr hat der heutige Lebensstil eine starke Auswirkung auf das Sehvermögen eines Menschen.

Lesen fördert Kurzsichtigkeit


Eine Myopie bei Kindern tritt häufiger in den Ländern auf, in denen Kinder bereits früh viel lesen müssen. Die Anzahl der Betroffenen steigt rasant an. So sind unter den Studenten in Japan, China, Taiwan und Südkorea bereits über 90 Prozent kurzsichtig. Und auch in Europa ist jeder zweite junge Mensch von Myopie betroffen. Und das ist wenig erstaunlich. Schließlich ist eine ständige Nahbarkeit zu den Augen einer der Hauptauslöser für eine Kurzsichtigkeit. Ähnlich wie ein Kameraobjektiv stellt sich auch das menschliche Auge je nach Bedarf auf Nah- oder Fernsicht ein. So führt in diesem Fall eine dauerhafte Nähe zwischen Buch und Auge zu einem längeren Augapfel. Das passiert aus einem ganz einfach Grund: Liegt der Fokus nur auf der Nähe, versucht der Augapfel durch kontinuierliches Wachsen, den Abstand zur Netzhaut zu vergrößern und damit zu kompensieren. Er zieht sich somit in die Länge und ist physikalisch zu lang.

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Auch die schlechte Lichtsituation beim Lesen, Schreiben und Lernen schadet längerfristig gesehen dem Auge. Zwar verschlechtert sich die Sehkraft nicht, wenn nur ab und zu im Dunkeln gelesen wird. Häuft sich das Lernen und Arbeiten bei schlechten Lichtverhältnissen aber, werden die Augen in Mitleidenschaft gezogen. Und auch der ständige Kontakt zu Smartphone und Tablet, welches in einem kurzen Abstand zum Auge gehalten wird, stärkt die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit.
Risiko für spätere Erkrankungen
Was im ersten Moment nicht wirklich gefährlich klingt, kann sich in den späteren Jahren jedoch schwerwiegend auf die Gesundheit des Betroffenen auswirken. So kann eine starke Kurzsichtigkeit im höheren Alter zu Netzhautschäden oder anderen Folgeerkrankungen führen - wie beispielsweise eine Netzhautablösung, ein Grauer Star oder sogar eine Erblindung.
Wie kann man einer Kurzsichtigkeit bei Kindern vorbeugen?
Das bedeutet allerdings nicht, dass Kinder weniger lesen sollten. Vielmehr sind die Pausen dazwischen wichtig, in denen sich die Augen ausreichend erholen können. Diese Zeit sollten sie nutzen, um im Freien zu spielen. Hier sind sich Ärzte einig. „Leseratten sollten mindestens drei Stunden täglich ans Tageslicht gehen“, empfiehlt Bettina von Livonius, leitende Ärztin der LMU München. Der ständige Wechsel beim Spielen zwischen nah und fern, sowie das helle Tageslicht trainieren und entlasten die Augen und tragen so zu einer besseren Sehkraft bei. Und auch die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin, welcher das ständige Wachstum des Augapfels verhindert, wird mit den Lichtverhältnissen in Zusammenhang gebracht. Dieser wird freigesetzt, sobald das Auge in Kontakt mit Tageslicht kommt. Und auch eine rechtzeitige Korrektur durch eine Brille verhindert, dass sich das Auge zu sehr anstrengen muss und die Myopie fortschreitet.

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