Rote Wangen beim Baby - Freud oder Leid?

Süße Apfelbäckchen oder doch Anzeichen für eine Krankheit? Zu erkennen, was es ist, wenn das Baby hochrote Backen hat, kann eine Herausforderung sein, denn es ist gibt diverse mögliche Ursachen – von A wie Allergie oder Akne bis Z wie Zahnen oder Zeckenstich.

Sind es nur Schlafbäckchen oder kommt es vom wilden Toben, von der Müdigkeit oder vom überhitzten Kinderzimmer? Ist es vielleicht die Geschichte von "Rotbäckchen und dem bösen Zahn..." oder etwa doch Schlimmeres? Bei hochroten Kindergesichtern sollte man genau hinschauen, um das Richtige zu tun.

Rote Wangen beim Baby

Rote Wangen: Süße Apfelbäckchen oder doch Anzeichen für eine Krankheit?


Rote Wangen beim Baby – was kann es sein?

Wenn so eine kleine Rothaut im Bettchen liegt oder vor dir steht, dann fallen einem gleich mindestens ein Dutzend mögliche Ursachen ein, was der Grund für die roten Backen sein könnte. Damit du das Richtige tust, um dem kleinen Kerlchen zu helfen, muss zuerst die Frage nach dem Ursprung geklärt werden.

Mögliche Auslöser für Babys rote Wangen:

  • Sonnenbrand
  • Schlafbäckchen
  • wildes Spielen und Toben
  • die Kälte draußen
  • Fieber
  • Zahnen
  • Müdigkeit
  • Überhitzung
  • Waschmittel-Allergie
  • Kosmetik-Allergie
  • Lebensmittelallergie
  • Akne
  • Ringelröteln
  • Zeckenstich

Je nach Ursache empfehlen sich dann unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Und je nach Schwere der Erkrankung musst du dir überlegen, den Kinderarzt zu befragen. Denn zarte Kinderhaut reagiert ganz anders als die Haut von Erwachsenen, ebenso das Immunsystem. Bestimmte Wirkstoffe, die für Erwachsene unproblematisch sind, vertragen kleine Kinder nicht, und viele Hautkrankheiten haben ein völlig anderes Erscheinungsbild als bei Erwachsenen.

Je nach Jahreszeit kann der erste Punkt der Liste, Sonnenbrand, sogleich abgehakt werden, denn in manchen Monaten ist es in hiesigen Breitengraden kaum möglich, sich einen Sonnenbrand einzuhandeln. Sollte das Kleine jedoch wirklich im Sommer oder im Urlaub zu viel Sonne abbekommen haben, sollte der Arzt aufgesucht werden. Die Haut des Säuglings ist noch so empfindlich, dass es bei falscher Behandlung leicht zu schlimmen Komplikationen kommen kann. Wichtig als Erste Hilfe: viel Flüssigkeit verabreichen und das Gesicht mit klarem Wasser kühlen.

Rote, sogenannte Schlafbäckchen sind etwas ganz Normales. Denn Babys schwitzen sehr viel und können die Temperatur im Körper noch nicht gut regulieren. Überschüssige Wärme wird bei ihnen hauptsächlich über den Kopf abgeleitet, daher schwitzen kleine Kinder am Kopf besonders stark - und bekommen auch rote Backen.

Einen hochroten Kopf bekommen die Kiddies meistens auch beim Spielen und Toben. Wenn sie dann müde werden, sind sie gut durchblutet. Das zeigt sich an ihren warmen roten Wangen. Die Kleinen sind dann im Allgemeinen sehr müde und müssen ins Bett.
Kälte kann natürlich ebenfalls für rote Wangen sorgen. Die Durchblutung wird angeregt, und der Körper versucht zu verhindern, dass Körperteile mit überlebenswichtigen Organen zu kalt werden und man erfriert. Finger und Zehen werden schneller kalt, weil sie weniger wichtig fürs Überleben sind. Der Kopf, das Gehirn und der Körpermittelpunkt, der Torso mit Lunge, Leber, Herz und Nieren bekommen dafür mehr wärmendes Blut.

Ein heißer, roter Kopf ist auch immer ein Anzeichen für Fieber. Grundsätzlich sind Infektionen, egal ob durch Bakterien oder Viren ausgelöst, der häufigste Grund dafür. Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht voll ausgebildet und daher anfälliger für Fieber. Erkältung und Grippe sind die üblichsten Auslöser.
Die häufigsten Kinderkrankheiten, die außerdem Fieber auslösen können:

Auch das Zahnen deutet sich mit erhöhter Temperatur und, damit einhergehend, roten Bäckchen an. Babys können dann weinerlich werden, sie "sabbern" mehr und reiben an ihrem gereizten Zahnfleisch. Auch das ist kein Grund zur Sorge.
Anzeichen für das Zahnen sind:

  • gerötete Wangen, vor allem an der Seite, wo ein neuer Zahn kommt
  • erhöhte Körpertemperatur und weicher Stuhl sind möglich
  • das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen
  • das Baby beißt und kaut auf allem herum, was es in die Fingerchen bekommt
  • der Speichel fließt in Strömen und rinnt aus den Mundwinkeln

Müdigkeit nach dem Spielen sowie Überhitzung im Kinder- oder Spielzimmer sind weitere Faktoren, die bei den Kleinen zu hochroten Bäckchen führen können, ohne dass du dir deswegen Gedanken machen müsstest – "alles im grünen Bereich"!

Allergien können Hautreizungen mit roten Wangen auslösen. Allergische Erkrankungen nehmen in den westlichen Industrieländern immer mehr zu, vor allem wegen der fortschreitenden Umweltbelastungen. Oftmals werden sie aber gar nicht erkannt, was gerade im frühen Kindesalter wichtig wäre, um Allergene frühzeitig identifizieren und dann konsequent vermeiden zu können: Nahrungsmittelallergene, Kontaktallergene auf bestimmte Inhaltsstoffe, manche Medikamente, Insektengifte usw. In der Medizin gibt es inzwischen daher einen eigenen Zweig bei den Hautärzten: die Kinderdermatologie. Auf jeden Fall solltest du zunächst einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen für die allergische Reaktion zu klären.

Kaum zu glauben, aber auch Kleinkinder sind manchmal schon von Akne geplagt. Kleine rötliche Pusteln können ein Indiz für Acne Infantum sein, die so genannte Kleinkind-Akne. Und selbst bei Babys in den ersten Lebenswochen kann Akne auftreten, die so genannte Neugeborenen- oder Baby-Akne. Sie kommt in den ersten Lebenswochen und heilt innerhalb einiger Monate spontan ab. Dagegen tritt die Kleinkind-Akne erst später auf, zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Dauer der Krankheit zwischen 6 und 40 Monaten. Jungen sind davon häufiger betroffen als Mädchen.

Die Hautveränderungen treten im Gesicht auf, besonders im Bereich der Wangen. Zur Behandlung wird eine milde Hautreinigung empfohlen und der Verzicht auf fettende Salben. Bei azelainsäurehaltigen Cremes und Salben ist dagegen Vorsicht geboten. Kleine Kinder und vor allem Säuglinge haben eine viel dünnere Haut, wodurch die Wirkstoffe stärker aufgenommen werden.

Wenn die Bäckchen des Kleinen eher nicht rosig-rot, sondern vielmehr flammend-rot sind, liegt der Verdacht nahe, dass es die Ringelröteln sind. Das Virus, das Ringelröteln auslöst, ist unter Schulkindern sehr verbreitet, aber auch Babys können es bekommen. Ähnlich wie bei Scharlach, Masern, Röteln oder dem Dreitagefieber verursachen Ringelröteln diesen roten Hautausschlag. Meistens bilden sich zuerst an den Wangen und der Nase große rote Flecken, bevor die sich im gesamten Gesicht ausbreiten. Wenn das Kind außerdem Fieber hat, solltest du es unbedingt beim Arzt auf Ringelröteln untersuchen lassen.

Es können bei der Behandlung allerdings nur die Symptome, nicht aber die Ursachen bekämpft werden, denn es ist eine Viruserkrankung, die allerdings hoch ansteckend ist. Daher sollte das erkrankte Kind auf keinen Fall mit Schwangeren zusammenkommen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Impfungen, die vor Ringelröteln schützen, gibt es leider nicht, doch nach einer Infizierung ist man lebenslang gegen den Virus immunisiert.

Nicht zuletzt könnte sogar ein Zeckenstich in der jüngeren Vergangenheit die geröteten Wangen hervorgerufen haben. Denn typischerweise gehört im Frühstadium die so genannte Wanderröte zu den ersten Anzeichen einer Lyme Borreliose, ausgelöst durch einen Zeckenstich. Die Rötung kann an mehreren Stellen auftauchen und flammend rot sein. Hier sollte man auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen.

Rote Backen beim Baby oder Kleinkind kommen also oft vor, es muss aber nicht immer gleich das Schlimmste befürchtet werden. Vielleicht sind es nur die harmlosen Schlafbäckchen, oder das Spielen im Freien hat dem Kleinen süße Apfelbäckchen ins Gesicht gezaubert.

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