Was du bei 3-Monats-Koliken tun kannst

Da die Ursachen für die heftigen Bauchkrämpfe beim Baby nicht eindeutig geklärt sind und sich vermutlich auch von Baby zu Baby unterscheiden, hilft nur: Ausprobieren, was deinem Kind Linderung verschafft.

Blähungen und Bauchweh beim Baby vorbeugen

Um das Risiko bzw. die späteren Folgen von Bauchschmerzen möglichst gering zu halten, kannst du die folgenden Tipps einmal ausprobieren.

Schon beim Füttern beachten

  • Dein Baby darf nicht zu schnell trinken. Hastiges Trinken führt dazu, dass viel Luft geschluckt wird. Übereifrige Flaschenkinder kannst du zum Beispiel mit einem kleineren Saugerloch zu langsamerem Trinken anhalten.
  • Die angerührte Milch in der Flasche darf nicht zu schaumig sein, wenn sie gefüttert wird.
  • Manchen Kindern kann eine sehr aufrechte Haltung beim Füttern vorbeugend helfen.
  • Probier auch einmal, dein Kind häufiger, dafür aber mit kleineren Portionen zu füttern, weil diese besser verdaut werden können.
  • Das Bäuerchen ist wichtig, besonders für Säuglinge mit 3-Monats-Koliken. Lege am besten schon nach einer Minute Füttern eine kurze Pause ein, damit dein Kind aufstoßen kann. Auch beim Brustwechsel und nach der Mahlzeit solltest du dein Kind ausgiebig aufstoßen lassen.
  • Nimm dir viel Zeit zum Füttern und sorge dabei für eine ruhige Umgebung ohne Radio- und TV-Lärm

Speziell bei Stillkindern

  • Achte beim Stillen auf die richtige Haltung des Babys und darauf, dass es die Brustwarze ganz in den Mund nimmt.
  • Du als stillende Mutter kannst ausprobieren, ob es deinem Baby besser bekommt, wenn du auf bestimmte Lebensmittel verzichtest.
  • Generell solltest du keine blähenden Lebensmittel wie Kohlgemüse und Hülsenfruchte essen. Deren blähende Wirkung geht nämlich direkt über die Muttermilch auf den Säugling über.
  • Auch Tees, Kaffee, Schokolade, Gewürze, Hefeteigwaren und bestimmte Obstsorten können bei empfindlichen Kindern zu Blähungen führen.
  • Da selten auch eine Milcheiweißallergie für die Koliken verantwortlich ist, kannst du - in Absprache mit deinem Arzt - auch einmal eine Woche lang auf Kuhmilchprodukte verzichten.

Stress und Reizüberflutung vermeiden

  • Weil auch Stress im Verdacht steht, für die 3-Monats-Koliken verantwortlich zu sein, solltest du - dir und deinem Baby zuliebe - alles ganz in Ruhe angehen.
  • Strukturiere deinen Tagesablauf. Feste Rituale helfen dem Baby beim Entspannen und geben ihm Sicherheit.
  • Achten darauf, dass dein Baby tagsüber nicht zu vielen Reizen ausgesetzt ist, damit es abends besser zur Ruhe kommt.

Und zuletzt: Scheue dich nicht, Hilfe zu suchen

Ewiges Schreien geht an die Substanz, das wird niemand abstreiten. Lass dich aber niemals dazu hinreißen, das Kind zu schütteln! Leider ist das Schütteltrauma immer noch eine der häufigsten Todesursachen bei Säuglingen. Wenn du merkst, dass du die Nerven verlierst, lege dein Kind ab und verlasse den Raum, um dich zu beruhigen und neue Kraft zu sammeln! Scheue dich nicht, angebotene Hilfe anzunehmen und dein Kind in Schreiphasen auch mal an den Partner, die (Schwieger-)Eltern oder hilfsbereite Freunde abzugeben. Professionelle Hilfe bei Schreibabys bieten die Schreiambulanzen. Adressen für regionale Initiativen finden Sie zum Beispiel hier.


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