Cyber-Grooming: 10 Maßnahmen für besseren Schutz

Wenn sich Erwachsene das Vertrauen von Kinder in Chatrooms erschleichen, ist das erschreckend. Wie ihr eure Kinder besser schützt

Cyber-Grooming: 10 Maßnahmen zum besseren Schutz

Cyber-Grooming: Wenn sich Erwachsene im Internet jünger ausgeben und sich so das Vertrauen der Kinder erschleichen.


Laut einer aktuellen Studie, die  der unabhängigen Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs 2017 in Auftrag gab, wurden schon 40 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren mit Online-Pornografie konfrontiert. Über 15 Prozent der Kinder bis 14 Jahren haben schon einmal online sexuelle Belästigung erfahren. Damit sich diese Zahlen nicht erhöhen, könnt ihr etwas tun. Zum einen solltet ihr mit euren Kindern ein vertrauensvolles Gespräch führen und ihnen von den möglichen Gefahren im Internet erklären. Im Prinzip ist es das Äquivalent zu "Geh nicht mit Fremden."

Cyber-Grooming: Alptraum der Eltern

Cyber-Grooming bedeutet, dass sich Erwachsene oder ältere Jugendliche als Kinder ausgeben, um sich so das Vertrauen in Videogame-Chatrooms oder Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok der wesentlich Jüngeren zu erschleichen. In scheinbar harmlosen Gesprächen fragen sie nach dem Alter der Kinder oder anderen persönlichen Informationen wie Adresse oder Telefonnummer. Sie möchten auf alle Fälle Fotos haben. Ein Teil der Täter schickt dann Fotos, in denen sie sich entblößt haben. Die Gefährlichsten von ihnen versuchen dann, die Kinder allein zu treffen. Um diesem Alptraum vorzubeugen, können du und dein Kind zehn Schutzmaßnahmen ergreifen, die das Risiko weitgehend eliminiert.

10 Tipps gegen Cyber-Grooming

  1. Nutzt die Privateinstellungen: Eigentlich sollte jeder Mensch, der sich online aufhält, dies aus Selbstschutz tun. Das gilt umso mehr für Kinder. Tickt in den Privateinstellungen alles so an, dass wirklich nur ein kleiner, vertraulicher Kreis die Möglichkeit zum Kontakt hat.
  2. Benutzt im Chat nie euren richtigen Namen: In den Chatrooms und anderen Anwendungen sollte man nie den richtigen Namen verwenden.
  3. Keine Nicknames, die auf das Alter hinweisen: Auch bei der Wahl des Nicknames ist Vorsicht geboten. Dodo2010 lässt schon das wahre Alter erahnen. Auch sollten Jugendliche nicht Hot oder Sexy im Namen benutzen, denn das lockt nur an.
  4. Keine Porträts: Auf Profilfotos sollten die Kinder nicht zu erkennen sein.
  5. Wen man nicht kennt, den nimmt man auch nicht als Kontakt an: Nie wahllos andere in seine Kontakte einzufügen - das gilt für alle, aber besonders für Kinder.
  6. Keine persönlichen Informationen preisgeben: Falls aber doch mal andere in die Kontakte hineingeraten sind, sollten die Kinder äußerst verschlossen auf Aufforderungen und Anfragen reagieren. Also keine Informationen preisgeben, wie alt man ist, wo man zur Schule geht oder wie die Adresse lautet.
  7. Keine Videos und keine Fotos mit Unbekannten tauschen: Wenn man schon die persönlichen Informationen nicht preisgibst, sollte man noch vorsichtiger mit Fotos und Videos sein. Unbekannte bekommen so etwas nie!
  8. Zu intime Fragen - gleich den Eltern erzählen: Das ist das Allerwichtigste - die Kinder müssen das Vertrauen haben, es euch zu sagen, wenn jemand sie virtuell bedrängt. Macht ihnen deutlich, dass sie sich nicht schämen müssen, sondern dass sie sich damit schützen.
  9. Blockade ist angesagt: Zum Glück kann man unangenehme Zeitgenossen virtuell blockieren. Auch sollten die Kinder sie den zuständigen Stellen des Chats oder der Social-Media-Plattform melden.
  10. Keine Verabredungen mit Unbekannten: Auch das ist wichtig - Kinder sollten sich nie allein mit jemanden, den sie nur aus dem Internet kennen, verabreden. Wenn sie es doch tun möchten, geht mit und nehmt das Gegenüber unter die Lupe.

Wenn eure Kinder gut über die Gefahren aufgeklärt sind, ihr diese Schutzmaßnahmen ergreift, habt ihr schon eine riesige virtuelle Schutzmauer gebaut. So gerüstet kann eurer Nachwuchs dann in die altersgerechten Chats gehen und Spaß haben.

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