Das ist wirklich wichtig für Kinder

Ein Kinderarzt einer Palliativstation teilt auf Twitter, was seinen kleinen Patienten besonders wichtig im Leben ist. Berührende Zitate, die zu denken geben.


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Zeit – das wertvollste Gut


Der Kinderarzt Dr. Alastair McAlpine der Palliativstation eines Krankenhauses in Kapstadt ist jeden Tag überwältigt, was seine kleinen Patienten erzählen. Die Aussagen der todkranken Kinder auf die Frage, was ihnen am wichtigsten im Leben ist, enthalten so viel Tiefe und Weisheit, dass der Palliativmediziner einen Thread auf Twitter startete. Die berührenden Weisheiten der Kleinsten unter uns geben zu denken und machen uns einmal mehr bewusst, worauf es wirklich ankommt.

Eltern und Kind Herz


© iStock
Kein Spielzeug, und sei es noch so besonders und teuer, kann die Zeit ersetzen, die wir mit unseren Kindern verbringen. Angesichts der schweren Krankheiten, unter denen Dr. McAlpines kleine Patienten leiden, wird Zeit zu einem knappen Gut. Doch was die tapferen Kinder der Palliativstation über die schönsten Momente ihres viel zu kurzen Lebens und die bedeutendsten Begegnungen mit anderen Menschen erzählen, ist so schön und voller Wahrheit, dass es die Problemchen unseres Alltag ganz klein und unwichtig erscheinen lässt.
Um auch andere Menschen an dieser Erfahrung teilhaben zu lassen, teilte Dr. McAlpine einige Zitate auf Twitter.


Er will damit ein Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge im Leben eines Kindes wecken. Seine Tweets zeigen uns, was Kindern in Erinnerung bleibt (die riesigen Sandburg mit Papa am Strand) – und was erstaunlicherweise nicht so wichtig ist (Facebook und Fernsehschauen), wie es im Alltag oft erscheint.
Schöne Momente mit den Liebsten
Auf die Frage, was sie besonders Tolles in ihrem Leben erlebt haben, erzählten alle Kinder der Palliativstation von Erlebnissen mit ihren Eltern, Geschwistern, Verwandten und Haustieren.


Haustiere nehmen einen ganz besonderen Platz im Herzen eines Kindes ein. „Ich liebe Rufus, sein lustiges Bellen bringt mich zum Lachen“, erzählt ein Kind auf die Frage, was in seinem Leben besonders wichtig ist. „Ich liebe es, wenn Ginny sich an mich kuschelt in der Nacht und schnurrt“, sagt ein Kind über seine geliebte Katze.


Die Zeit mit den Eltern steht für alle Kinder an erster Stelle:
„Mama und Papa sind die besten!“, „Meine Schwester umarmt mich immer ganz fest“, „Niemand liebt mich so wie meine Mama mich liebt.“ – Die Zitate sprechen für sich.

Außerdem zeigt sich in den Aussagen der Kinder, dass es meist nicht darauf ankommt, was sie mit ihren Eltern gemacht haben, sondern wie. Ein Junge beschreibt zum Beispiel ganz begeistert, wie er eine riesengroße Sandburg mit seinem Papa gebaut hat. Dieses Erlebnis lässt seine Augen auch noch im Krankenhausbett leuchten. Ein anderes Kind berichtet stolz, dass es mit seinem Papa durch die Wellen getobt sei „und meine Augen haben nicht weh getan!“ Es sind die kleinen Dinge, die den Moment zum Erlebnis, den Urlaub zum Abenteuer machen.
Nicht was, sondern wie bleibt Kindern in Erinnerung
„Oma ist so nett zu mir. Sie bringt mich immer dazu, dass ich lächle“,
beschreibt ein Kind seine Beziehung zu seiner Großmutter. „Ich mag es, wenn die nette Krankenschwester kommt. Sie ist so lieb und sanft. Und es tut dann weniger weh.“ Es sind die kleinen Momente und Begegnungen, eine sanfte Hand, ein herzliches Lächeln oder eine große Umarmung, die das Leben eines Kindes erfüllen, besonders in einer so schweren Lage wie der kleinen Patienten der Palliativstation.


Mama und Papa sind für alle Kinder das Wichtigste in ihrem Leben. Deutlich wird, dass sich Kinder, auch sehr kleine Kinder, große Sorgen um ihre Eltern machen:


„Ich hoffe, Mama geht es bald besser. Sie wirkt traurig,“ beschreibt ein Kind, als es von schönen Erlebnissen mit seiner Mutter erzählt. „Papa sollte sich nicht sorgen. Er wird mich bald wiedersehen.“ – darüber ist sich ein anderes Kind sicher. „Gott wird auf meine Mama und meinen Papa aufpassen, wenn ich einmal nicht mehr da bin.“ Es ist erstaunlich, wie ein kleines Kind in dieser Lage Hoffnung bringen kann!
Stark durch Harry Potter

Ausnahmslos alle Kinder hätten gerne mehr Eis in ihrem Leben gegessen!


Was Kinder auch sehr schätzen ist, wenn ihre Eltern ihnen etwas vorlesen oder eine Geschichte erzählen.


„Mit Harry Potter fühle ich mich stark“, sagt ein kleiner Junge und ein anderer sagt, „Ich liebe Geschichten im Weltraum!“ Die Charaktere in den Geschichten geben den Kindern Kraft und sind ihnen echte Vorbilder. So hilft Sherlock Holmes einem Kind, seine Krankheit durchzustehen, denn es sagt, „Ich will ein toller Detektiv wie Sherlock Holmes werden, wenn es mir besser geht!“

Das zeigt, dass Facebook & Co doch nicht so viel Macht haben (oder haben sollten), wenn es wirklich darauf ankommt. Laut Dr. McAlpine hat kein Kind erwähnt, gerne mehr Zeit mit Facebook oder dem Fernseher verbracht zu haben:


„KEIN EINZIGES KIND sagte, es hätte gerne mehr Zeit damit verbracht, Fernsehzuschauen.“ „KEIN EINZIGES KIND sagte, es hätte mehr Zeit mit Facebook verbringen sollen.“

Das gibt zu denken, denn wie viel Zeit verbringen wir mit Fernsehen und Sozialen Medien? Ziemlich viel, obwohl in Wirklichkeit wenig davon bleibt, wenn das Leben plötzlich in Monaten, Wochen oder sogar Tagen gezählt ist. Wir sollten also mehr Zeit mit den wirklich wichtigen Dingen verbringen, appelliert Dr. McAlpin, und das nicht erst, wenn die Zeit knapp wird. Seinen Post schließt der Arzt mit einem Apell ab, die Aussagen der Kinder ernst zu nehmen und sich im Alltag immer wieder an deren weise Worte zu erinnern:


„Nehmen Sie diese Botschaft nach  Hause mit: Seien Sie freundlich. Lesen Sie mehr Bücher. Verbringen Sie Zeit mit Ihrer Familie. Scherzen Sie. Gehen Sie zum Strand. Umarmen Sie Ihren Hund. Sagen Sie Ihren besonderen Leuten, dass Sie sie lieben. Das sind die Dinge, die die Kinder gern mehr getan hätten. Der Rest sind Details. Oh…und essen Sie Eis."

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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