Zum Weltkindertag: Kennst du die Rechte deiner Kinder?

Ob Recht auf elterliche Fürsorge, auf Identität oder auf ein Zuhause: Zum Weltkindertag schauen wir auf die 20 wichtigsten Kinderrechte.

Weltkindertag: Kennst du die Rechte deiner Kinder?

Deutschland feiert am 20. September seinen Weltkindertag.


Im Prinzip kann sich jeder etwas unter den Rechten von Kindern vorstellen, aber wahrscheinlich kennen nur die wenigsten alle. Damit sich das ändert, gibt es Tage, an denen sich die Welt verstärkt den Kindern widmet. Der 20. September ist Weltkindertag in Deutschland. Es gibt noch einen Internationalen Kindertag, der am 1. Juni begangen wird, unter anderem in der damaligen DDR begangen wurde. An beiden Tagen wird nun der Kinder gedacht.

Im November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen (UN) eine Kinderrechtskonvention mit 54 Artikeln, die von Deutschland 1992 zunächst mit Vorbehalt, dann 2010 definitiv angenommen wurde. Somit verpflichtet sich der Staat, diese Artikel, die zum Wohl des Kindes definiert wurden, mit Leben zu füllen. Zum Weltkindertag erinnern wir an die wichtigsten Kinderrechte.

Weltkindertag: Das sind die 20 wichtigsten Kinderrechte

Bei den vielen Artikeln steht eines ganz oben, obwohl es mit Artikel 3 auch eine eigene Nennung hat: Das Wohl des Kindes. Sämtliche Maßnahmen, seien sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen verantwortet,  sollen zum Wohl des Kindes erfolgen. Das sind die wichtigsten Kinderrechte:

Recht auf Leben

Das bedeutet, dass der Staat dem Kind ein angeborenes Recht auf das Leben gibt und im größtmöglichen Umfang alles dafür bereitstellt, dass es auch überlebt.

Recht auf Identität

Ein Kind soll seinen Namen, seine Staatsbürgerschaft und seine Familienzugehörigkeit behalten dürfen. Wird ihm dies widerrechtlich genommen, muss der Staat eingreifen.

Recht auf Staatsangehörigkeit

Das Kind ist unverzüglich nach seiner Geburt in ein Register einzutragen und hat das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben, und soweit möglich das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden.

Recht auf elterliche Fürsorge

Hier heißt es in Artikel 18: "Für die Erziehung und Entwicklung des Kindes sind in erster Linie die Eltern oder gegebenenfalls der Vormund verantwortlich. Dabei ist das Wohl des Kindes ihr Grundanliegen." Mit dem Ausbau von Einrichtungen und Institutionen wie Schulen und Kitas sollte der Staat sie dabei unterstützen.

Recht auf persönlichem Umgang mit den Eltern

Das Kind soll seine Eltern sehen dürfen, auch wenn sie sich getrennt haben. Aber auch hier steht das Wohl des Kindes im Vordergrund und wenn der Umgang mit den Eltern ihm schadet, muss es davor geschützt werden.

Recht auf Berücksichtigung des Kinderwillens

Hier geht es darum, dass Kinder vor Gericht die Möglichkeit haben, ihren Willen kundzutun. In Deutschland müssen Kinder ab 14 Jahren in Familienangelegenheiten gefragt werden. Aber in Ausnahmefällen können auch Jüngere befragt werden.

Recht auf angemessene Lebensbedingungen

Hier betont die Konvention die Verantwortung der Eltern: Es ist in erster Linie Aufgabe der Eltern oder anderer für das Kind verantwortlicher Personen, im Rahmen ihrer Fähigkeiten und finanziellen Möglichkeiten die für die Entwicklung des Kindes notwendigen Lebensbedingungen sicherzustellen.

Recht auf Schutz vor Gewalt und Verwahrlosung

Kein Kind sollte Gewalt ausgesetzt sein, sei sie nun körperlicher oder geistiger Natur. Der Staat hat ein Recht einzugreifen, sollte dies in der Obhut seiner Eltern oder seines Vormunds geschieht.

Recht auf Förderung bei Behinderung

Hat ein Kind eine Behinderung, so hat es das Recht auf ein erfülltes und menschenwürdiges Leben. Der Staat soll ihm und seinen Betreuern die nötigen Mittel gewähren, damit dies ermöglich werden kann. Das Kind soll zudem geistig und kulturell gefördert werden.

Recht auf Gesundheitsvorsorge

Das Kind hat ein Recht auf gesundheitliche Grundversorgung. Dies fängt schon damit an, dass seiner Mutter eine angemessene Gesundheitsfürsorge vor und nach der Entbindung gewährt wird.

Recht auf soziale Sicherheit

Das Kind hat unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage seiner Umgebung einen Anspruch auf Leistungen der sozialen Sicherheit.

Recht auf Bildung

Der Besuch einer Grundschule ist Pflicht und sollte es ihren Fähigkeiten entsprechen, sollte jungen Menschen der Zugang mit finanziellen Fördermitteln zu einer Hochschule ermöglicht werden. Chancengleichheit ist dabei das oberste Ziel.

Recht auf Freizeit und künstlerischer Förderung

Ja, das Kind hat ein Recht auf Spaß. Im Artikel 31 heißt es:"Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben."

Recht auf Schutz vor Ausbeutung

Kein Kind darf ausgebeutet werden, wie es in Artikel 32 heißt: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen könnte."

Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch

Eine besonderes perfide Art der Ausbeutung, der sexuelle Missbrauch, hat einen eigenen Artikel: Der Staat tut alles, was in seiner Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Recht auf Gedankens-, Gewissens- und Religionsfreiheit

Wie ihrer Eltern haben Kinder ein Recht auf eigene Gedanken: "Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekunden, darf nur den gesetzlich vorgesehenen Einschränkungen unterworfen werden, die zum Schutz der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Gesundheit oder Sittlichkeit oder der Grundrechte und -freiheiten anderer erforderlich sind."

Recht auf Zugang zu den Medien

Kinder müssen informiert sein und sich eine eigene Meinung bilden können. Hier spielen Bücher und das Internet eine besondere Rolle, wie es im entsprechenden Artikel heißt: "Die Vertragsstaaten erkennen die wichtige Rolle der Massenmedien an und stellen sicher, dass das Kind Zugang hat zu Informationen und Material aus einer Vielfalt nationaler und internationaler Quellen, insbesondere derjenigen, welche die Förderung seines sozialen, seelischen und sittlichen Wohlergehens sowie seiner körperlichen und geistigen Gesundheit zum Ziel haben. Zu diesem Zweck werden die Vertragsstaaten die Herstellung und Verbreitung von Kinderbüchern fördern."

Recht auf Schutz der Privatsphäre

Auch ein Kind hat wie Erwachsene ein Recht auf ihre Privatsphäre und es darf kein rechtswidrige Eingriff in sein Privatleben und in seinem Zuhause geben.

Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, Kindern zu helfen, die von Krieg betroffen sind und auf der Flucht sind. Sie sollen ihnen ein Übergangszuhause oder ein langfristiges Zuhause bieten.

Recht auf Verbot von lebenslanger Freiheitsstrafe

Kein Kind darf zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden - egal, was es gemacht hat.

Kinderrechte: Es muss noch viel getan werden

All dies sind wunderbare Rechte, aber in der Umsetzung hapert es noch ein bisschen in Deutschland, wenn man Kinderorganisationen befragt. Sie sehen den Staat besonders gefragt, wenn es um Kinderarmut geht, da fast 20 Prozent von Kinder und Jugendlichen von einem Armutsrisiko betroffen sind. Das würde auch die Bildungschancen betreffen, ebenso die gesundheitliche Versorgung.

Ein Anliegen ist es, dass die Rechte der Kinder im Grundgesetz verankert werden und eine entsprechende Gesetzesvorlage wird gerade im Bundestag diskutiert. Es würde den Rechten von Kindern einen großen Schub geben, eine Initiative, die viele Kinderorganisationen begrüßen.

 

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