Jungs sind wilder

Erziehungsweisheiten:

Mädchen sind kreativer

Diese Erziehungsweisheit stimmt häufig, wird aber vor allem auch wieder durch die Umwelt beeinflusst. Oft werden Mädchen eher in ihrer Kreativität, Jungen mehr in ihrem Bewegungsdrang gefördert. Jungen wird eher Handwerkliches zugetraut, Mädchen dagegen die Fein- und Bastelarbeit.

Jungs sind wilder

Diese Erziehungsweisheit stimmt. Da Jungen 30 Prozent mehr Muskelmasse besitzen als Mädchen, ist es kein Wunder, dass ihr Bewegungsdrang entsprechend größer ist. Schließlich will die Muskelmasse auch bewegt werden, damit sie sich ausbilden kann. Mit dem Testosteronschub im dritten Lebensjahr steigt dieses Bedürfnis noch deutlich an. Die kleinen Kerle spielen am liebsten mit ganzem Körpereinsatz. Sie toben, kämpfen, rennen, klettern, balancieren und hüpfen sie, rutschen, drehen sich im Kreis, schaukeln und schwingen. Natürlich toben auch Mädchen gern, aber im Vergleich zu Jungen weniger und auch ruhiger. Kräftemessen gehört dabei weniger bis gar nicht zu ihren Spielen. An dieser Erziehungsweisheit ist also etwas Wahres dran.

Mädchen hängen mehr am Papa

Diese Erziehungsweisheit stimmt nicht. Fest steht nur, dass alle Kinder sich zu einem Elternteil mehr hingezogen fühlen. Natürlich gibt es viele Töchter, die stark am Vater hängen, genauso gibt es aber auch Mädchen, die eine enge Beziehung zu ihrer Mutter pflegen. Hier kommt es auf viele Faktoren an. Da es auch heute noch meistens die Mutter ist, die sich hauptsächlich um die Kinder kümmert, baut sie natürlich schneller eine sehr enge Bindung zu ihnen auf. Trotzdem fällt auch dem Vater eine wichtige Rolle in der Erziehung der Kinder zu. Sein Umgang mit ihnen ist etwas „wilder“, er tobt gerne mit ihnen. Für seinen Sohn ist er von Anfang an ein wichtiges Vorbild, z.B. bei Gefühlsäußerungen oder in der Partnerschaft. Beide Elternteile sollten Sohn oder Tochter möglichst vielfältige Rollen vorleben.

Jungen und Mädchen brauchen eine unterschiedliche Erziehung

Jein, diese Erziehungsweisheit stimmt nur zum Teil. In der Regel erziehen Eltern ihre Töchter und Söhne ohnehin nicht gleich, auch wenn sie sich vielleicht Mühe geben. „Das läuft häufig ganz unterschwellig ab“, erklärt die Sexualpädagogin Melitta Walter. „Jungen und Mädchen brauchen aber auch nicht gleich zu sein, sondern sollten vor allem die gleichen Chancen haben, sich zu entwickeln.“ Viel wirksamer als die Art des Spielzeugs sei das Verhalten der Eltern. Denn sie sind es, die in erster Linie ihre Kinder prägen.


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