Kinderschuhe kaufen: 10 Kauftipps für kleine Füße

Beim Kauf von Kinderschuhen zählt mehr als nur das Aussehen: Wir zeigen dir, auf welche Kaufkriterien es besonders ankommt und wie der Schuhkauf für Mama, Papa und Kind schön entspannt bleibt.

kinderschuhe kaufen

Kinderschuhe müssen einiges aushalten: Ob auf der Krabbeldecke, in Kita, Schule oder bei Spiel und Sport begleiten sie unsere Kinder tagtäglich über jeglichen Untergrund.
Da die Kinderfüße mit bis zu 1,5 Millimetern im Monat ziemlich schnell wachsen, ist es wichtig, ihre Schuhgröße regelmäßig zu überprüfen. 

Neben der Größe sind eine hochwertige Verarbeitung und robuste, aber flexible Materialien wie Leder die wichtigsten Merkmale, auf die man beim Kauf von Kinderschuhen noch achten kann. 

Besonders eine dünne, weiche und biegsame Sohle ist ideal, denn starre Schuhe können bei den noch weichen Kinderfüßen langfristig zu Verformungen und zu Verkürzungen der Muskulatur führen. Keine Angst: das ist ein sehr langwieriger Prozess, der nicht sofort einsetzt, wenn dein Kind doch mal die falschen Schuhe trägt.

Kinderschuhe mit dünner Sohle haben aber noch einen weiteren Vorteil: Sie ermöglichen die natürliche Abrollbewegung des Fußes und kommen so dem Barfußlaufen am nächsten. Orthopäden sind sich mittlerweile einig, dass beim Barfußlaufen nicht nur die Motorik, sondern die Sinneswahrnehmung und das Körpergefühl geschult werden - Prozesse, die die kindliche Entwicklung positiv beeinflussen.

Bei all den nüchternen Fakten ist beim Thema Schuhe aber auch das Aussehen ein sehr wichtiger Faktor: Wenn dein Kind Schuhe in bunten Farben, mit Applikationen oder auch der Lieblings-Comicfigur toll findet, du aber ganz andere Vorstellungen hast, ist ein Kompromiss definitiv sinnvoll. 

Die 5 wichtigsten Kaufkriterien für Kinderschuhe im Überblick:

  1. Die richtige Größe finden: Das können wir Eltern mittlerweile besser. Während die österreichische Studie von 2001 "Kinderfüße-Kinderschuhe" fand, dass 80 Prozent der Kids zu kleine Schuhe trugen, sind es in 2019 nach einer deutschlandweiten Messung nur rund 20 Prozent. Vorsicht ist aber geboten: Schuhgrößen für Kinder sind genormt, aber fallen dennoch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus. Auch Internationale Größenangaben können verwirren. Hilfestellungen, wie du den Wert für dein Kind schnell selber bestimmst, zum Beispiel mit diesem Messgerät, findest du hier
  2. Schadstofffreiheit: Kinderprodukte sollten immer schadstofffrei sein - leider geben uns die wenigsten Hersteller von Kinderschuhen darüber Auskunft. Zertifikate bringen eine gewisse Sicherheit, beschränken sich aber häufig auf isolierte Substanzen. Dafür können auch nicht zertifizierte Produkte schadstofffrei sein: Gerade kleinere Betriebe können sich teure Zertifizierungen nicht immer leisten, und große Marken sind meist nicht auf sie angewiesen, um ihre Produkte zu verkaufen. Gute Anlaufstellen sind Produkttests der Stiftung Warentest und von Ökotest. Ein vielversprechendes Zeichen - wenn auch keine Garantie - ist, wenn du am Schuh keinen chemischen Geruch feststellen kannst. Experten raten dazu, bei Unsicherheit mithilfe von Socken den Hautkontakt minimal zu halten.
  3. Material: Schuhe aus Leder sind besonders langlebig und robust, aber manchmal auch schadstoffbelastet. Eine Zertifizierung für chromfreie Gerbung ist hilfreich, oder du greifst direkt zu Naturmarken. Bei Produkten aus Gummi, etwa Sandalen oder Gummistiefeln, ist Naturkautschuk die schadstoffarme Wahl. Schöne Produkte gibt es auch aus Canvas oder Kunstleder, die aber weniger wetterfest und eher für wärmere Tage geeignet sind.
  4. Verarbeitung: Achte auf geschlossene und möglichst übergangslose Nähte. Überstehende Kanten können reiben und drücken.
  5. Sohle: Dünne Sohlen aus Gummi oder Kautschuk sind stich - und bruchfest. Sie ermöglichen dem Kinderfuß das natürliche Abrollen und geben trotzdem guten Schutz. Ein tiefes Profil gibt Rutschfestigkeit. Hochgezogene Sohlen an Zehen - und/ oder Fersenteil schützen Fuß und Schuh auf unebenem Untergrund. Um die Schuhsohle auf Flexibilität zu testen, gibt es diesen einfachen Trick: Halte den Schuh an Zehen und Ferse fest und drücke ihn zusammen. Ideal ist es, wenn er sich am Ballenbereich zusammenrollt.

Schneller noch als die Schuhgröße ändern sich im Verlauf des Jahres auch die Anforderungen an Kinderschuhe. So sollten Sommerschuhe vor allem leicht und atmungsaktiv, Winterschuhe warm, wetterfest und leicht abwaschbar sein. Uns Eltern kommt es manchmal so vor, als wären wir ständig am Schuhe kaufen.

Hier stellt sich noch die Frage, wie viele Paar Schuhe dein Kind denn wirklich braucht. Auch wenn es keine offiziellen Statistiken gibt: Zählt man mehrere Paar Hausschuhe, Übergangsschuhe, Sandalen, Badeschuhe, Gummistiefel, Turnschuhe und Winterstiefel zusammen, kommt man auf etwa zwei bis drei Paar pro Jahreszeit.

Gerade, weil wir uns und unsere Kinder so häufig damit beschäftigen, lohnt es sich auch den Besuch im Schuhgeschäft so schön und stressfrei wie möglich gestalten. 

Die neuen Kinderschuhe können noch so toll sein: Manchmal möchten unsere Kinder sie gar nicht anprobieren oder reißen sie sofort vom Fuß. Hier ist es aber nicht immer der Schuh, der drückt: Wenn dein Kind schlechte Laune hat, abgelenkt oder gelangweilt ist, können auch die schönsten Schuhe nichts ausrichten.

Deswegen gilt es  zunächst, den Nachwuchs in möglichst guter Laune zu erwischen. Dabei am besten nichts dem Zufall überlassen.

Die 5 besten Tipps fürs gemeinsame Schuhe kaufen mit Kindern:

  1. Recherchiere vorab: Suche am besten ein Paar Marken und Modelle aus, die dir gefallen. Dann kannst du im Geschäft direkt danach fragen. 
  2. Beziehe dein Kind mit ein: Lass es sein Lieblingsmodell aus deiner Vorauswahl aussuchen. 
  3. Richtigen Moment abpassen: Geht lieber nach Mahlzeiten und ggf. Nickerchen und wichtigen Terminen einkaufen, als direkt davor. Schuhgröße vorher bestimmen: Lass den Fuß deines Kindes schon vorher ausmessen, oder messe selbst. So reduzierst du die Zeit im Schuhgeschäft.
  4. Belohnung danach: Die Aussicht auf ein Eis, einen Kinofilm, oder einfach einen ruhigen Abend motiviert euch beide, und ihr könnt den gelungenen Schuhkauf gemeinsam als positives Ereignis abhaken.
  5. Bestelle online: oft die entspannteste Methode, wenn du dir der richtigen Schuhgröße sicher bist. So könnt ihr ohne Zeitdruck anprobieren und manchmal sogar Geld sparen. Am besten gelingt das mit Marken und Modellen, deren Passform du bereits kennst. 

Auch, wenn du die Schuhgröße deines Kindes richtig ausgemessen hast, ist die Meinung eines Experten hilfreich. Hier haben dir noch 10 Expertentipps zum Kauf von Kinderschuhen zusammengestellt.

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