Lesenlernen ohne Erwartungsdruck: Kinder lesen Katzen vor

Das Tierheim Berlin hat ein tolles Projekt gestartet, um Kinder beim Lesenlernen zu fördern. Sie bekommen Zuhörer, die sie nicht dauernd Verbessern oder ihren Lesestil kommentieren, sondern vielmehr Ruhe ausstrahlen und das Gehörte genießen.

Kinder lesen Katzen vor

Eine wahre Win-Win-Stituation: Kinder brauchen jemanden, dem sie vorlesen können, und Tierheim-Katzen jemanden, der sich ihnen zuwendet.


Übung macht den Meister – das gilt auch fürs Lesenlernen. Lautes Vorlesen hilft, flüssiger, zügiger und mit den richtigen Betonungen zu lesen. Doch das ist gar nicht mal so leicht. Viele Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie Eltern, Großeltern oder Lehrern vorlesen: Ständiges Korrigieren und der Gedanke, sich beweisen zu müssen, erzeugen Stress. Darunter leidet dann wiederum die Konzentration, Fehler häufen sich und der Spaß geht verloren. Aber nur für sich alleine laut zu lesen, ist auch nicht das Wahre, schließlich ist das Ziel beim Vorlesen doch, eine Geschichte mit anderen zu teilen.

Das Tierheim in Berlin hat für dieses Problem jetzt eine Lösung gefunden und ein großartiges Projekt gestartet: Schulkinder lesen Katzen vor. Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren wird einmal pro Woche die Möglichkeit geboten, das laute Vorlesen in einer entspannten Atmosphäre zu üben. Ihre Zuhörer sind die im Tierheim lebenden Katzen. Die flauschigen, geduldigen Zuhörer üben keinen Erwartungsdruck aus und schaffen durch ihr angenehmes Wesen eine beruhigende Stimmung.

Kinder und Katzen profitieren

“Unser Projekt bringt Kinder mit unseren Katzen zusammen und zwar auf eine Art und Weise, die beiden Seiten großen Spaß bereitet. Kinder brauchen jemanden, dem sie vorlesen können und Tierheim-Katzen brauchen jemanden, der sich ihnen zuwendet”, so das Tierheim. Es ist also eine wahre Win-Win-Situation. Die Katzen im Tierheim brauchen viel Zuwendung, damit ihr Vertrauen in den Menschen wieder gestärkt wird, doch dafür reicht die Zeit der Tierpfleger oft einfach nicht aus. Daher sind die Vorlesestunden mit Kindern eine tolle Unterstützung: Studien haben belegt, dass rhythmische Stimmen auf Katzen beruhigend wirken, wobei es egal ist, ob jemand langsam oder schnell, laut oder leise liest. Das Tierheim erklärt: “Während die Kinder mit ihren Büchern und dem Lesen beschäftigt sind, hören die Katzen den Stimmen zu und können sich ganz langsam annähern. Beide profitieren davon und so ganz nebenbei lernen die Kinder auch noch viel über Katzen, Tierschutz sowie Tiere im Allgemeinen.”

Da das Projekt auf so große Begeisterung trifft, ist die Warteliste in mittlerweile schon sehr lang. Doch Berlin ist nicht die einzige Stadt, die Kinder und Katzen beim Lesen zusammenbringt: Auch in München, Gifhorn und Ravensburg bieten Tierheime dieses Konzept an. Wir hoffen, dass sich noch viele Tierheime in ganz Deutschland dieser schönen Idee anschließen. Denn die Kombination aus Lesen, Entspannung und Tieren näher zu kommen, wird sicher vielen Kinder Spaß machen und guttun.

Quelle: Tierschutzverein Berlin

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