"Let it Go”: Wie Disney in "Die Eiskönigin 2" neue Lieder zum Mitsingen entwirft

Passend zum Kinostart von “Frozen 2” haben wir uns in den Disney Studios mit den Machern des Films getroffen. Hier durften wir nicht nur schon in erste Songs der Fortsetzung hinein lauschen, wir konnten auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und uns ansehen, wie “Let it go” und Co. entwickelt werden.

Frozen 2 Songs

Das Board zum Lied “Into the Unknown”. Musik und Animation müssen perfekt zusammen passen, um der Szene so viel Ausdruckskraft wie möglich zu verleihen.


Ob nun in der englischen Variante mit “Let it go” oder auf Deutsch als “Lass jetzt los”: Von Elsas Song aus “Die Eiskönigin” haben wir wohl alle in den letzten Jahren mehr als einmal einen Ohrwurm gehabt. Ob als Hintergrundmusik im Kaufland, als romantische Version auf dem Klavier oder als zuckersüßes Video eines Vaters, der mit seiner kleinen Tochter eine hinreißende Performance hinlegt – dem Lied kann einfach niemand entkommen. Kein Wunder, dass die Macher des Songs, das Ehepaar Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez  dafür unter anderem einen Oscar für den besten Filmsong erhielten. Nun kehren Elsa und Anna Ende November nach sechs Jahren wieder zurück auf die große Leinwand und uns erwarten wieder jede Menge neue Lieder zum Mitsingen. Dieses Mal haben alle Charaktere, also auch Schneemann Olaf und Annas geliebter Christof, ihren eigenen Song. Eine der vielen Fragen, die uns Fans beschäftigt: Wird es ein Lied geben, das “Let it go” das Wasser reichen kann?

“Into the unknown” – Elsas Verwandlung

Nachdem zwei erste Lieder beim Presseauftakt in Los Angeles präsentiert wurden, ist die Frage eindeutig zu beantworten: Ja, es wird ein Pendant zu “Let it go” geben. “Into the unknown” heißt das Lied und bescherte den anwesenden Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt Gänsehaut.  Es ist Elsas großes Lied, in welchem sie von einer Stimme singt, die sie von weit entfernt irgendwo aus der Wildnis, aus dem Unbekannten, ruft. Sie hadert damit, ist hin- und hergerissen zwischen dem Abenteuer, das sie ruft und dem geschützten Leben mit Anna, Olaf, Christof und Sven. Wir können uns auf ein episches Lied freuen, in welchem Elsa, genau wie in “Let it go”, eine Verwandlung durchlebt.

Und genau darum geht es letztlich in jedem Song, erklärt Tom MacDougall, Musikproduzent für die “Frozen”-Reihe: “In unserem perfekten Szenario für einen Song haben wir einen Charakter, der sich an einem bestimmten Punkt befindet und dann anfängt, seinen Song zu singen. Wenn dieser Song zu Ende ist, sind wir an einem anderen Punkt. Dann haben wir entweder neue Informationen über diesen Charakter oder ein tieferes Verständnis für seine Motivation und seinen Antrieb.” Musik wird in Frozen nicht etwa, wie Filmmusik es gewöhnlich tut, zur Begleitung, Untermauerung oder Verstärkung von Emotionen genutzt. Bei der Frozen-Reihe handelt es sich um Musicals und dabei werden Lieder vielmehr dafür genutzt, die wichtigsten Stellen der Geschichte zu erzählen und sie auf diese Weise unvergesslich zu machen.

Olaf bleibt optimistisch: “When I am older”

In “Die Eiskönign 2” freuen wir uns natürlich alle auch ganz besonders auf Olaf, den optimistischen und tollpatschigen Schneemann. Auch er bekommt in der Fortsetzung seinen eigenen Song: In “When I am older” singt der kleine Schneemann darüber, dass man in jungen Jahren nicht alle Dinge versteht und dass das auch gar nicht schlimm ist – man muss nicht immer alles nachvollziehen können. Im mystischen Wald, durch den er im zweiten Teil gemeinsam mit Anna, Elsa, Christof und Sven reist, geschehen ihm immer wieder seltsame Dinge, die ihn ganz schön durcheinanderbringen und etwas verunsichern. Doch wie wir unseren Lieblingsschneemann kennen, lässt er sich seine gute Laune und seinen Optimismus dadurch nicht nehmen und singt: “That will all make sense when I am older!”

Vom Demoband zum Orchester

Doch wie entstehen eigentlich Songs wie “Let it go”? Das ist in einem animierten Musical gar nicht so leicht. Musik und Animationen müssen am Ende perfekt zusammenpassen. Deshalb müssen sich die Songwriter schon bei der Produktion vorstellen, wie mögliche Emotionen und Bewegungen aussehen könnten. Nachdem das Drehbuch fertig ist, wird es Seite für Seite durchgegangen und überlegt, welche Szene auf welche Weise in Musik übertragen werden kann. Dabei entstehen dann erste Ideen für Lyrics. Doch, wie Tom MacDougall erzählt, das reicht den Produzenten nicht:  “Wir müssen die Idee hören. Wir müssen das Lied hören, um zu sehen, wie effektiv es ist.”

Daher ziehen sich die Songwriter Robert und Kristen Anderson-Lopez in ihr Studio in Brooklyn zurück und und schreiben einfach drauf los. Beide sind auch gute Musiker, daher nehmen sie aus ihren Ideen anschließend eine Demo auf, in der sie auch die Lyrics selbst einsingen. Diese Demo geht dann wieder zurück an MacDougall und sein Team: “Man braucht eine ganze menge Phantasie, wenn man Song-Demos hört. Die meisten von uns sind es gewohnt, Songs zu hören, die vollständig produziert und funktauglich sind. Wir müssen aus der rohen Version heraushören, ob der Song taugt, um eine Geschichte zu erzählen. Selbst wenn wir das beste Lied hätten, das du jemals gehört hast – wenn es dem Film dann nicht hilft, die Charaktere anzutreiben, würden wir dieses Lied nicht verwenden. Der größte Erfolg für einen Musical-Song ist es, wenn er dem Film weiterhilft.” Kommt ein Demo-Tape gut an, wird es an ein Orchester weitergegeben, das es dann Stück für Stück zum finalen Song schleift.

Ob dieser Plan auch im zweiten Teil von “Die Eiskönigin” aufgegangen ist, wie sich die neuen Hits “Into the unknown” und “When I’m older” anhören und welche weiteren Songs zum Mitsingen, Tanzen, Lachen und Weinen sich Disney hat einfallen lassen, erfahrt ihr ab dem 28. November im Kino.

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