Rechtschreibung verbessern: Damit aus Verkeuferin eine Verkäuferin wird

Wenn dein Kind Probleme mit der Rechtschreibung hat, gibt es eine gute und wirksame Methode, ihm zu helfen.

Verkeuferin, boren, vil und Kwelle: Kommt dir das bekannt vor? Dies sind alles Rechtschreibfehler, die Kinder oft machen, weil ihnen die nötigen Referenzen fehlen. Die können aber geübt werden. Sprich mit der zuständigen Lehrerin oder dem Lehrer, ob sie glauben, dass eine häusliche Übungseinheit helfen kann. Gerade bei häufigen Buchstabendrehern sollte man schauen, ob es sich vielleicht um Legasthenie  handelt, denn da kann man mit anderen Übungen unterstützen.

Rechtschreibung verbessern

Mit regelmäßigem Üben nach dem Zettelkastensystem verbessert sich die Rechtschreibung deines Kindes.


Rechtschreibung verbessern: Motivation ist wichtig

Wenn also klar ist, dass dein Kind nicht von Legasthenie betroffen ist, geht es darum, eine gute Strategie zu entwickeln, die Rechtschreibfehler zu beheben. Viele Fehler im Diktat demotivieren. Dein Kind möchte bestimmt seine Rechtschreibung verbessern und wird auch bereit sein, dafür etwas zu tun. Du bist hier gefragt, zusätzliche Motivation zu geben. Das bedeutet auch, dass diese Übungen keine Strafaktion für verhauene Diktate sind, sondern ein Weg, dass dein Kind kommenden Rechtschreibübungen in der Schule mit größerem Zutrauen begegnen kann. Schaut immer in die Zukunft. Wenn ihr übt, haltet euch an vorher festgelegten Abmachungen: Es wird an bestimmten Tagen geübt. Die Zeitspanne könnte so aussehen:

  • Zweitklässler: 10 Minuten
  • Drittklässler: 15 Minuten
  • Viertklässler: 20 Minuten

Am besten kombiniert ihr die Übungen nicht mit den Hausaufgaben, denn nachdem es seine Hausaufgaben gemacht hat, dürfte dein Kind nicht mehr so konzentriert sein. Wenn ihr regelmäßig, also an mindestens an vier Tagen in der Woche übt, braucht ihr auch nicht intensiv und lange am Tag vor einem Diktat üben. Regelmäßige Übungen sind besser und zeigen mehr Wirkung. Und sie müssen auch nicht für die Ewigkeit sein, schaut nach einem Monat, wie sich die Dinge verändert haben und ob ihr vielleicht einen Tag weniger üben könnt.

Belohnungen sind auch immer wichtig. Ihr könnt ja nach jeder Übungseinheit einen Punkt in ein Heftchen kleben. Dazu noch mehr, wenn sich die Fehler nicht mehr so häufen. Für eine bestimmte Anzahl von Punkten gibt es eine Belohnung. Ihr wisst selbst am besten, was ihr für Anreize bieten könnt. Auch wichtig: Stellt einen Wecker, wenn ihr übt. Nach den vorgegebenen Zeiten ist Schluss. So bekommt dein Kind ein Gefühl von Verlässlichkeit. Und bei Erfolgserlebnissen, auch bei kleinen: Immer loben, was das Zeug hält! So motiviert ihr am besten.

Zettelkastenmethode: So verbessert ihr Schritt für Schritt die Rechtschreibung

Zur Verbesserung der Rechtschreibung hat sich die Zettelkastenmethode bewährt, denn hier wird kein ganzes Diktat geschrieben, sondern auf fehlerhafte Wörter hingewiesen und mit Wiederholung wird die falsche Schreibweise ausradiert. Das Zettelkastensystem hat zudem den Vorteil, dass dein Kind nicht lange schreiben muss, denn die meisten Schüler, die Probleme mit der Rechtschreibung haben, sind eher Schreibmuffel.

Zettelkastenmethode: Wie geht das?

Zuallererst schaffst du dir einen Karteikasten an und dazugehörige etwa 60 Karten. Auf diesen Karten schreibst du die Wörter, bei denen es hapert. Die kannst du ganz leicht ausfindig machen, wenn du dir die Hausaufgaben und Diktate anschaust. Schau auch nach ähnlichen Fehlern, wenn es zum Beispiel Probleme mit P und B gibt, such dir auch andere Wörter aus. Diese 60 Wörter packst du dann in den Zettelkasten. Bei einigen Wörtern braucht dein Kind wahrscheinlich auch den Zusammenhang, da kannst du einen ganzen Satz vorlesen, um das fehlerhafte Wort zu integrieren, aber es muss nur das eine Wort geschrieben werden.

Der Wecker ist auf die nötige Zeitspanne eingestellt. Du setzt dich jetzt mit deinem Kind hin, das vor sich ein Blatt Papier hat. Du ziehst eine Karte aus dem Kasten und diktierst das Wort oder eben den Satz, in dem sich das Wort findet. Dein Kind schreibt das Wort. Danach legst du ihm die Karteikarte vor und es muss sein Wort mit dem auf der Karteikarte abgleichen. Hat es das Wort falsch geschrieben, schreibt es das Wort auf dem unteren Teil der Karteikarte richtig hin und unterstreicht in einer Farbe, die ihr vorher ausgewählt habt, wo es bei dem Wort den Fehler gemacht hat.  

Wenn dein Kind das Wort richtig geschrieben hat, schreibt es das Wort auch noch einmal auf die Karteikarte und setzt daneben einen Punkt in der Erfolgsfarbe, die ihr vorher ausgemacht habt. Dann steckt ihr die Karte wieder in den Kasten und du ziehst eine neue Karte heraus. Wenn im Laufe der Übungen, also nicht am selben Tag, dein Kind das Wort mindestens vier Mal richtig geschrieben wird, gilt das Wort als abgearbeitet und kommt in den hinteren Teil des Karteikastens. Damit habt ihr dann eine Übersicht über eure Erfolge! Der Kasten wird immer wieder aufgefüllt und in Wochen vor Diktaten schau dann, welche schwierigen Wörter auftauchen können und übe sie täglich. Es ist deine Aufgabe, den Zettelkasten immer wieder mit neuen Wörtern aufzufüllen, damit dein Kind eine größere Sicherheit bekommt.

Rechtschreibung verbessern: Lesen nicht vergessen!

Aber nicht nur tägliches Schreiben bringt es etwas, auch Lesen fördert. Es ist eigentlich ganz klar - wer liest, wird mit korrekter Rechtschreibung konfrontiert. Je mehr man liest, desto mehr prägen sich auch die richtig geschriebenen Wörter ein. Deshalb sorge für eine schöne Leseatmosphäre. Je mehr du liest, desto mehr wird auch dein Nachwuchs animiert zu lesen. Starte schon früh mit dem Vorlesen, sodass deine Kinder die Lust an Büchern gewinnen.

Mit dem Zettelkastensystem und genügend Lesestoff hast du den Grundstock gelegt. Jetzt heißt es, Geduld zu haben und sich auch an kleineren Erfolgen zu erfreuen.

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