Schnuller abgewöhnen? Der Abschied vom Nuckel

In den ersten Lebensjahren sind Nuckel tolle Tröster - umso schwerer fällt der Abschied vom Schnuller. Warum er weg muss und wie andere Mamas es geschafft haben, lesen Sie hier.

Trost, Beruhigung und Einschlafhilfe - für viele Babys und Kleinkinder geht ohne den heiß geliebten Nucki gar nichts. Trotzdem sollte der Schnuller möglichst vor dem dritten Geburtstag aus dem Kindermund verschwinden. Das fordern Zahnärzte und Kieferorthopäden.

Der Schnuller muss weg!

Der Schnuller muss weg!


Denn zu langer Schnuller-Gebrauch führt zum offenen Biss, das heißt, dass durch den Schnuller die Ober- und Unterkieferschneidezähne auseinandergedrängt werden, sodass ein Abbeißen nicht mehr möglich ist. Und das betrifft alle Schnuller: Egal, wie die Schnuller geformt sind, wenn sie zu lange und zu intensiv benutzt werden, dann verformen alle die Stellung der Schneidezähne. Die Schnuller-Entwöhnung lohnt sich sogar noch, wenn die Milchzähne schon schief sind. Der offene Biss im Milchgebiss schließt sich von ganz alleine innerhalb weniger Monate, wenn der Schnuller weg ist.

Daher gilt: Um den dritten Geburtstag herum sollte man spätestens den Schnuller (und das Daumenlutschen) abgewöhnen. Das klappt auch meist ganz gut, weil das Saugbedürfnis in diesem Alter allmählich nachlässt. Kinderärzte empfehlen allerdings, früher mit dem Abgewöhnen zu beginnen: Schon bei der U6 am ersten Geburtstag und noch intensiver bei der U7 am zweiten Geburtstag des Kindes, ist der Nuckel ein Thema. Denn je früher man mit dem Abgewöhnen beginnt, desto leichter funktiert es. Im besten Fall tolerieren Eltern den Schnuller bei ihrem Kind ab dem zweiten Geburtstag nur noch zum Einschlafen.
Bevor Sie jetzt in Panik ausbrechen: Weder Daumen noch Schnuller führen automatisch zu Zahn- und Kieferproblemen. Bei Babys unter zwei Jahren gleicht das Wachstum eventuelle Schäden durch den Schnuller noch aus, je älter das Kind wird, desto wahrscheinlicher entwickeln sich Fehlstellungen. Und diese können ab einem bestimmten Alter nur noch mit Zahnspange und Co. korrigiert werden. Dazu kommt: der Schnuller erschwert es, sprechen zu lernen. Vor allem S- und Z-Laute machen bei vollem Mund Schwierigkeiten.

Schnuller weg mit Schnullerfee?

Was sich in der Theorie so einfach anhört, gleich in der Realität bei manchen Kindern eher einem Kampf. Wie werden wir den Nuckel los - mit kaltem Entzug? Mit langsamen Entwöhnen? Leider gibt es hier keinen allgemeingültigen Weg - wie so oft. Wie es andere Mütter gemacht haben, haben wir auf Spielplätzen in München gefragt: Und auch Mama Nadja hatte so ihre Probleme mit der "bösen" Schnullerfee. Aber es schließlich doch geschafft:

Tipps zum Schnuller entwöhnen

Im Dauergebrauch sollte der Schnuller auch bei Babys niemals sein. Je früher der Nuckel wirklich nur dann herausgeholt wird, wenn es nicht anders geht und keine andere Ablenkung hilft, desto besser. Der Abschied für immer fällt später dann vielleicht ein bisschen leichter.
Wenn es soweit ist: Werfen Sie aber auf keinen Fall den Nuckel einfach heimlich weg. Stellen Sie sich vor, man würde Ihnen so etwas antun! Bei so einer wichtigen Trennung muss Ihr Kind mitentscheiden dürfen. Schließlich ist der Schnuller der erste große Verzicht. Abgesehen vom heimlichen Wegwerfen ist erlaubt, was funktioniert. Egal ob über Bücher, die Schnullerfee oder etwas ganz anderes. Wie haben Sie es geschafft? Schreiben Sie uns auf Facebook oder in den Kommentaren!
Einen Versuch wert sind diese Möglichkeiten:
Die Schnuller-Fee: Wer der Fee seine Schnuller gibt, bekommt im Gegenzug ein tolles Geschenk.
Schnuller verschicken: Packen Sie alle Schnuller in ein Päckchen und bringen Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind zur Post - vereinbaren Sie das mit einem Adressaten, z.B. der Oma. Wenig später bekommt Ihr Kind auch ein Päckchen mit einer schönen Überraschung.
Schnuller-Fest: Heute ist der Tag, an dem das Kind kein Baby mehr ist und sich von seinen Schnullern trennt! Das feiert die ganze Familie wie einen kleinen Geburtstag.
● Auch viele Kinderärzte helfen gerne beim Abgewöhnen, wie etwa Dr. Oliver Harney: "Jedes Kind kann bei mir seinen Schnuller abgeben und bekommt dann ein kleines Geschenk. Ich habe schon eine halbe Schublade voller Schnuller!"
Schrittweiser Abschied: Je älter Kinder werden, desto mehr können sie abwägen, ob sie den Schnuller wirklich brauchen. Wenn er gerade nicht im Einsatz ist, kann der Schnuller z.B. in einem Schatzkästchen liegen: Dort schläft der Schnuller und ruht sich aus.

Bücher, die den Schnuller-Abschied begleiten

Beim abendlichen Vorlesen kann beginnt der langsame Schnuller-Entzug ganz kuschelig. Das Leben geht schließlich weiter, wenn auch schnullerfrei. Aber dafür mit Stolz-Sein, Groß-Sein und Erfolg. Natürlich sind Bücher auch kein Patentrezept und es kann sein, dass Ihr Kind immun ist gegen Schnullermonster und "große" Kinder, die ohne Nucki auskommen. Aber einen Versuch ist es allemal wert, zum Beispiel mit diesen Büchern:
Danke, sagt das Schnuller-Monster: Mit 10 tollen Klappen!, erschienen im Tessloff Verlag
Ich will keinen Schnuller mehr, erschienen im Verlag Neuer Favorit
Klaus Schnullermaus, erschienen im Thekla Verlag

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