Urlaub mit Teenager – Wie die Familienferien trotz Null-Bock-Stimmung super wird

Smartphone statt Sandburg, Schlaf statt Action: Kommt dein Kind ins Teenie-Alter, sieht die Urlaubsplanung plötzlich ganz anders aus. Doch was tun, um Null-Bock-Stimmung zu umgehen und Konflikte zu vermeiden? Mit diesem Ratgeber wird der Urlaub mit Teenager doch noch zu einer entspannten Reise. 

Geht auch entspannt: Urlaub mit Teenager

Erinnerst du dich auch so gerne an die ersten Familienurlaube mit deinem Kind? Wie die Sonne schien, ihr gemeinsam am Strand die größte je gesichtete Sandburg gebaut habt, einen Berg erklommen und die grenzenlose Freiheit über den Wolken genossen habt? Wie jeder Spielplatz bis zur puren Erschöpfung ausgetestet wurde und das Schokoladeneis mit so viel Liebe genossen wurde, dass auch T-Shirt und Hose eine Kostprobe abbekommen haben? Damals war einfach alles besonders und interessant. Und heute? Das Kind ist älter geworden, die Pubertät ist im Familienalltag eingezogen und plötzlich scheint es, als wäre nichts mehr besonders spannend. Okay, bis auf Snapchat-Hundefilter oder YouTube-Schminktutorials vielleicht. Doch auch wenn die schönen Erinnerungen dich etwas schwermütig machen, wenn es um die Planung für den nächsten Urlaub geht – auch mit Teenagern kann ein entspannter Familienurlaub gelingen. Unsere 8 Tipps helfen dir dabei!

Tipp 1: Loslassen!

Auch wenn es noch so schön ist, durch die alten Fotobücher zu blättern und in Erinnerungen an die ersten Sommerurlaube mit deinem Kind zu schwelgen: du solltest sie, wenn ein Urlaub mit Teenager ansteht, erst einmal beiseitelegen. Auch wenn die Zeiten, in denen sich im Leben deines Kindes alles um die Familie drehte, noch so schön waren, stehen für dein Kind jetzt einfach andere Dinge im Fokus: Freunde, das Smartphone, die erste große Liebe, das erste Mal, Partys, Spielkonsolen, Musik, Klamotten, Sport, Grübeln über den Sinn des Lebens. Und das ist auch gut so. Dein Kind ist gerade in einer sehr wichtigen Phase, es sucht die eigene Identität und testet somit natürlich auch Grenzen aus. Neue Dinge werden ausprobiert, Vorlieben verändern sich. Auch wenn es schwerfällt und du für manche neuen Interessen wenig Verständnis aufbringen kannst, solltest du deinem Kind in dieser Phase so verständnisvoll wie möglich zur Seite stehen. Klammerst du zu sehr, ist Streit vorprogrammiert. Und den wollen wir im Urlaub wirklich vermeiden.

Tipp 2: Gemeinsam planen 

Mit den Eltern in den Urlaub fahren? Wie peinlich! Das empfinden zumindest viele Teenager so. Bestimmte Rahmenbedingungen können den gemeinsamen Urlaub aber wieder schmackhaft machen: Wanderurlaub in der Eifel? Uncool. Urlaub am Strand? Schon besser. Frag dein Kind, worauf es Lust hat und versucht einen Urlaubsort zu finden, der euch alle auf eure Kosten bringt.

Auch wenn es um die genauere Planung geht, solltest du deinen pubertierenden Teenager unbedingt miteinbeziehen. Du möchtest in deinem Urlaub gerne Sehenswürdigkeiten und Museen besuchen? Bestimmt spannend für dich, für dein Kind aber gerade vielleicht weniger. Sucht euch gemeinsam eine Urlaubsgegend aus, in der es viele verschiedene Möglichkeiten gibt. Sportaktivitäten, Kino, Shoppingmöglichkeiten – schaut gemeinsam nach einem möglichst großen Angebot. So vermeidet ihr Langeweile und daraus resultierende Konflikte. 

Tipp 3: Freiräume schaffen!

Urlaubszeit ist Familienzeit. Ja, so war es vielleicht einmal. Keine Sorge, so ganz musst du dich davon nicht verabschieden, aber du solltest deinem Teenie im Urlaub unbedingt Freiräume lassen. Während du eine Sightseeing-Tour machst, kann dein Kind einen Shopping-Trip unternehmen. Und während du am Strand dein Buch in der Sonne liest, möchte dein Kind vielleicht einfach nur in der Ferienwohnung chillen und Fernsehen schauen. Auch wenn du für letztere Variante wenig Verständnis aufbringen kannst, solltest du dein Kind das machen lassen, worauf es Lust hat. In der Pubertät baut sich der Körper deines Kindes um und das verbraucht Kraft und Energie. Müdigkeit und Lustlosigkeit sind logische Folgen. Und auch so ziehen sich Jugendliche im Pubertätsalter gerne mal zurück und brauchen Zeit für sich. Die solltest du deinem Kind ermöglichen. Raum für gemeinsame Aktivitäten werdet ihr dennoch finden.

Tipp 4: Müdigkeit macht schlechte Laune

Dein Kind kommt morgens nicht aus dem Bett? An ein Einschlafen vor 24 Uhr ist aber auch nie zu denken? Kein Wunder! Mit Beginn der Pubertät produziert der Körper weniger Melatonin, das auch als Schlafhormon bekannt ist. Weniger Schlafhormone führen zu einer Verschiebung der Müdigkeitsphasen. Auf einmal ist dein Teenager bis spät in die Nacht fit, aber wenn du ihn am Morgen wecken willst, ist es einfach immer zu früh. Egal um welche Uhrzeit. Was dir bewusst werden sollte: Schlaf ist unglaublich wichtig für die Entwicklung deines Teenagers. So wie Babys viel schlafen, weil sich das Gehirn entwickelt, braucht auch das Gehirn deines Teenies die Regenerationszeit, denn das Gehirn macht in der Pubertät große Veränderungen durch. Gönne deinem Kind im Urlaub also viel Schlaf. Immerhin profitierst auch du davon: Urlaub mit Teenager bedeutet mehr Zeit für dich.

Tipp 5: Spontanität ist gefragt

Es gibt nichts Schöneres, als schon vor dem Urlaub große Pläne zu schmieden. Was schauen wir uns an, was dürfen wir auf gar keinen Fall vergessen? Schnell wird so schon ein Zeitplan aufgestellt, damit auch ja alle Aktivitäten in der kurzen Zeit untergebracht werden können. Mit einem pubertierenden Kind solltest du davon aber lieber die Finger lassen, schließlich kennst du die Launen deines Kindes am besten. Was heute cool ist, ist morgen schon wieder "lame". Seid also lieber spontan. Am Abend oder auch erst nach dem Aufstehen am nächsten morgen kann der Tag besprochen werden. 

Tipp 6: Schlechtes Internet = schlechte Laune

Auch wenn Digital-Detox gerade hoch im Trend liegt und viele Menschen ihren Urlaub dafür nutzen, das Smartphone einfach mal auszulassen: Das solltest du von einem Teenie nicht verlangen. Wahrscheinlich bist du vom ständigen Smartphone-Rumgetippe genervt und würdest es ihm manchmal am liebsten aus der Hand nehmen. Was du dir bewusst machen solltest: Das Smartphone ist heutzutage Dreh- und Angelpunkt im Leben eines Jugendlichen. Hier wird sich mit Freunden vernetzt, das Leben geteilt, sich ausgetauscht. Achte also darauf, dass in eurer Unterkunft WLAN verfügbar ist. Zwei Wochen vom Internet abgeschnitten zu sein, bedeutet abgehängt werden und viel zu verpassen. Außerdem ist das Internet nicht nur wichtig, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben: Hier kann dein Kind auch am einfachsten herausfinden, was für Freizeitangebote der Urlaubsort bietet. Klebt dein Kind wirklich ausschließlich vor dem Smartphone könnt ihr im Urlaub Kompromisse finden: Vereinbart smartphonefreie Zeiten, beispielsweise beim Essen. Willkürliche Verbote helfen nicht weiter, sie verschlimmern meist eher das Konfliktpotenzial. Und wenn ihr Dinge unternehmt, auf die dein Kind wirklich Lust hat, wird das Handy von ganz alleine auch mal in der Tasche verschwinden. 

Tipp 7: Offen sein für Neues

Vielleicht fahrt ihr schon immer in den gleichen Urlaubsort. Hier habt ihr quasi euer zweites Zuhause, kennt jede Eisdiele, den besten Strandabschnitt, den Kellner in der Pizzeria beim Vornamen. Du genießt es, jedes Jahr herzukommen und deinem Kind hat es auch immer gefallen. Und plötzlich möchte es hier nicht mehr hin? 

Im Teenageralter sind auf einmal andere Dinge interessant, als im Kindesalter. Und so ist auch ein Urlaub mit Teenager eben nicht das gleiche, wie mit einem Kind. So sehr dein Kind den Urlaub in den Bergen mochte, träumt es jetzt vielleicht vom Urlaub am Meer. Nimm die neuen Interessen ernst und sei offen, Neues auszuprobieren. Das gilt auch für Aktivitäten vor Ort. Testet neue Sportarten wie Wakeboarden oder Bouldern aus oder besucht einen Escaperoom. Gemeinsam kommt ihr hier an eure Grenzen und das schweißt zusammen.

Tipp 8: Locker bleiben!

Und auch wenn du offen bist und deinem Teenie Freiräume lässt, lassen sich Streitereien nicht ganz vermeiden. Sie gehören eben zur Pubertät, wie Eis zum Sommerurlaub. Versuche die Launen deines Kindes locker zu sehen – Null-Bock-Stimmung und die geschlossene Zimmertür sind in diesem Alter vollkommen normal. Anstatt Regeln, Ermahnungen und Belehrungen zu geben, versuche lieber Kompromisse zu finden. Hänge dich nicht an Kleinigkeiten auf. Und wenn dich ein Verhalten wirklich stört, sprich es mit Ruhe und Gelassenheit an.

Hat dir der Artikel "Urlaub mit Teenager – Wie die Familienferien trotz Null-Bock-Stimmung super wird" von Lisa Purrio gefallen? Dann freuen wir uns, wenn du uns auch einen Besuch auf unserer Facebookseite abstattest. Für originelle Bastelideen und jede Menge Inspiration schau auf unserer Pinterest-Seite vorbei.