Vier Tipps, damit Ihr Kind Hotel Mama irgendwann verlässt

So erziehen Sie Ihr Kind zu einem selbstständigen Menschen, der seinen eigenen Weg in der Welt macht.

Kinder umziehen

Irgendwann müssen Kinder flügge werden.


Die Wahrheit: Wir lieben unsere Kinder. Aber auch wahr: Irgendwann wollen wir unsere Kinder loshaben. Nicht etwa, weil wir sie weniger lieben, wenn sie erwachsen sind, sondern eben weil wir sie so sehr lieben, dass wir ihnen ein eigenes Leben wünschen. Eigene Erfahrungen. Eigene Fehler. Eigene Abenteuer. Und wenn diese Erfahrungen heißen, dass es sich mit sechs weiteren Personen eine 50qm-Wohnung teilt und sich nur von Tütensuppen ernährt, dann ist das in Ordnung. Sogar gut so. Auch gut so: Eltern, die nach 20 Jahren Erziehung wieder etwas mehr Zeit für sich haben. Zeit für eigene Erfahrungen. Eigene Fehler. Eigene Abenteuer. Und wer weiß? Vielleicht verhält es sich ja nach dem Spruch „Was du liebst; lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer“ und nach ein paar Jahren in der weiten Welt kommt der Nachwuchs wieder zurück in die Heimat. Aber dieses Mal mit eigenen Erfahrungen – und Eltern und Kind können sich nun als gleichwertige Personen begegnen, die gemeinsam in die Zukunft gehen. In diesem Sinne: Vier Wege, um Ihr Kind zu einem selbstständigen Menschen zu erziehen.

Mein Kind, der eigenständige Mensch

Eine Studie hat herausgefunden, dass die Hälfte aller Eltern ihre Kinder noch finanziell unterstützen (muss), wenn diese schon längst erwachsen sind. Daran sind natürlich nicht (immer) die Kinder selbst schuld, die Wirtschaft und sozio-ökonomische Umstände spielen noch eine viel größere Rolle und trotzdem: Irgendwann müssen Kinder lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und für sich selbst zu sorgen – und Eltern müssen sie dahingehend erziehen. Unsere Tipps:

➤ 1. Bringen Sie Ihrem Kind bei, mit Geld umzugehen

Wenn Ihr Kind mit 30 einen festen Job hat und Sie immer noch regelmäßig nach Geld fragt, kann das an der schlechten wirtschaftlichen Lage liegen – oder daran, dass es nie gelernt hat, mit Geld umzugehen. Und das sollten Sie Ihrem Nachwuchs am besten schon in jungen Jahren beibringen. Deswegen ist Taschengeld so wichtig. Sie verwöhnen Ihr Kind nicht etwa, wenn Sie ihm monatlich ein bisschen Geld geben, sondern bringen ihm den Umgang mit genau diesem Geld bei. Die Investmentbankerin Rose Fres Fasuto empfiehlt dafür die „20 Regel“: Ihr Kind soll 20 Prozent seines Taschengeldes gleich zur Seite legen und ins Sparschwein, oder noch besser, aufs Sparbuch, geben. So lernt Ihr Nachwuchs von Anfang an, zu sparen und Geld zur Seite zu legen.

Es klingt vielleicht übertrieben, aber Rose Fres Fasuto empfiehlt auch, schon kleinere Kinder Buch über Ein- und Ausgaben führen zu lassen. So lernen sie schon früh, mit ihrem Geld hauszuhalten. Außerdem lernen sie so auch, dass sie selbst für sich verantwortlich sind. Wenn sie sich reiflich überlegt haben, das Taschengeld für ein Nintendo-Spiel auszugeben, ist das ihre Entscheidung. Mit den Konsequenzen – also, dass es dann eben keine Barbie zusätzlich gibt – müssen sie dann selbst zurecht kommen.
➤ 2. Geben Sie Ihrem Kind Aufgaben
Eine Studie, die der Universitätsprofessor Marty Rossmann im Namen der University of Minnesota durchgeführt hat, belegt, dass Aufgaben im Haushalt die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit von Kindern fördern.
Wenn Sie Ihr Kind also bitten, den Müll rauszubringen, den Abwasch zu machen oder sein Zimmer aufzuräumen, kann sich das positiv auf sein restliches Leben auswirken! Nicht nur lernen Kinder so Verantwortung zu übernehmen, die Hausarbeiten tragen auch dazu bei, dass Ihr Kind an Kompetenz, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gewinnt und dies sein ganzes Leben aufrechterhält. Die Studie hat herausgefunden, dass Kinder am meisten davon profitieren, wenn sie schon mit drei bis vier Jahren anfangen, kleinere Aufgaben im Haushalt zu übernehmen.

➤ 3. Lassen Sie Raum für Frustration und Selbstreflektion
Eilen Sie Ihrem Kind nicht immer sofort zur Hilfe, wenn es auf ein Problem trifft. Geben Sie ihm stattdessen Zeit, selbst nach einer Lösung zu suchen. Das gilt sowohl für das Kleinkind, das versucht ein Puzzle zu lösen, wie auch für den Teenie der Probleme in Mathe hat. Je mehr Ihr Kind Zeit hat, sich mit Problemen zu beschäftigen, desto besser wird es darin, Lösungen zu finden.
Regen Sie Ihr Kind auch zu Selbstreflektion an. Fragen Sie es „Was denkst du über deine Arbeit?“, anstatt es sofort zu loben. Helfen Sie Ihrem Kind, seine eigene Situation zu analysieren – sei es beim Malen eines Bildes oder bei der Matheklausur – und so an sich zu arbeiten.
➤ 4. Lassen Sie Ihrem Kind Freiräume
Es ist manchmal schwierig, aber erinnern Sie sich daran, dass auch Ihr Kind seine Privatsphäre braucht. Dazu zählt, dass Sie (ab einem gewissen Alter) anklopfen, wenn Sie das Zimmer Ihres Nachwuchses betreten oder, dass Sie nicht einfach das Tagebuch oder die WhatsApp-Nachrichten der Tochter checken. Verstehen Sie, dass es Bereiche im Leben Ihres Kindes gibt, in denen Sie eher ein ungebetener Gast als ein willkommener Freund sind. Das ist in Ordnung so und ist sogar nötig, damit Ihr Kind seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Fähigkeiten und letztendlich sein eigenes Leben entwickeln kann. Merken Sie sich: Ihr Kind loszulassen heißt nicht, dass Sie es weniger lieben. Es ist Ihr Job, ein liebevolles und sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Ihr Kind stark werden kann, um letztendlich seine Flügel in die weite Welt ausstrecken zu können.

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