Warum Geschenke Kinder unglücklich machen können

Schenken macht Freude, so sagt man. Doch weniger ist manchmal mehr – auch das ist wahr. Beim Beschenken von Kindern ist Vorsicht geboten, denn zu viele Geschenke haben negative Auswirkungen auf die Psyche eines Kindes. Wie Sie Ihrem Kind auch mit wenig viel Freude machen können, erfahren Sie hier.


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Weihnachten: Das Fest der Liebe?


Im Weihnachtsstress, neben dem Entenbraten, dem frischgeschmückten Tannenbaum und den vielen glitzernden Geschenken vergisst man oft, dass Weihnachten ein Fest der Liebe ist. Die traurige Wahrheit ist, dass der eigentliche Sinn oft verloren geht – vergraben unter einem Berg von Geschenken. Weihnachten ist heute mehr ein Fest des Überflusses und des Konsumrausches als der Liebe.
Kaufen, Kaufen, Kaufen – Schenken, Schenken, Schenken!

Kind Geschenk

Bei Geschenken für Kinder gilt: Weniger ist mehr


© iStock
Gerade bei Kindern hat dies jedoch oft die gegensätzliche Wirkung, denn zu viele Geschenke überfordern ein Kind und mindern den Wert des einzelnen. Auch wenn jedes Geschenk gut gemeint ist und durchaus ein Ausdruck von Liebe ist, gerät das gemeinsame Fest vor lauter Päckchen am Heiligabend oft in den Hintergrund.
Geschenke als Zeichen von Wertschätzung: Ein großer Irrtum
Bekommt ein Kind sehr viele Geschenke, ist es im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt. So viele Päckchen! Doch je kleiner das Kind ist, desto schwieriger kann es mit der Fülle an Gaben umgehen. Da es nicht weiß, wohin es sich zuerst wenden soll, kommt es zu einer Überforderung. Die Begeisterung für das neue Rennauto von Oma Hilde ist schnell vergessen, wenn Rennauto Nummer zwei und drei in den nächsten Päckchen folgen, sowie eine ganze Rennbahn von Onkel Herbert. Die Flut an Geschenken hat den Effekt, dass dadurch ein Reizverlust entsteht, also das einzelne Geschenk keine Freude oder Begeisterung mehr auslöst.
Warum man seinem Kind mit vielen Geschenken schaden kann
Weil Sie Ihr Kind lieben, möchten Sie ihm jeden Wunsch erfüllen. Doch abgesehen von dem angesprochenen Reizverlust besteht die Gefahr, dass die lebensnotwendige Wertschätzung des Kindes durch seine Eltern an Materielles geknüpft wird. Je mehr es bekommt, desto mehr wird es geliebt - lernt es. 

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Warum das so ist, zeigt die Entwicklungspsychologie: Es liegt in der Natur des Menschen – vor allem sehr kleiner Menschen – geliebt werden zu wollen. Ein Kind braucht das Wissen, dass es gewünscht und willkommen ist und bedingungslos geliebt wird, genauso wie die Luft zum Atmen. Besteht hier aber ein Bedürfnisdefizit, versucht das Gehirn dieses Defizit auszugleichen und holt sich die Bestätigung oder Wertschätzung an anderer Stelle. Geschenke sind passende Freudeimpulse für das Gehirn, das hier darauf programmiert wird, dass ein materielles Geschenk gleich Liebe ist. Das funktioniert ähnlich, wie wenn wir uns mit einem neuen Kleidungsstück über eine schlechte Stimmung hinweg trösten: Funktioniert, doch macht nachhaltig nicht glücklich.
Das Ergebnis ist ein Kinderzimmer voller herrlicher Spielsachen und mittendrin ein Kind, das nicht weiß, was es mit sich anfangen soll.
Nachhaltig schenken
Geschenke gehören zu Weihnachten dazu – das ist keine Frage. Es gibt nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen, wenn es den langersehnten Spielzeugroboter aus der Geschenkverpackung befreit. Das Maß ist hier entscheidend und wie nachhaltig ein Geschenk ein Kind beglücken kann.
Überhäufen Sie Ihr Kind nicht mit Geschenken. Je kleiner das Kind ist, desto mehr gilt der Leitsatz „Weniger ist mehr.“ Spielzeuge, die Ihr Kind dazu anregen selbst kreativ zu werden, machen besonders lange Spaß, z.B. Bauklötze. Brettspiele, andere Geschenke, die die Kommunikationsfreude unterstützen oder gemeinsame Erlebnisse sind ebenfalls eine gute Idee.
Statt an Weihnachten Berge von Wünschen wahr werden zu lassen, überraschen Sie Ihr Kind über das Jahr verteilt öfter mit Geschenken.

Sprechen Sie mit Freunden und Verwandten und legen Sie fest, was und wie viel geschenkt werden darf. Bei den vielen gutgemeinten Geschenken aus allen Ecken der Verwandtschaft können Sie den Vorschlag machen,  Ihrem Kind konkrete Wünsche, die möglicherweise teurer sind, von einigen Menschen gemeinsam schenken lassen. So ist die Freude viel größer als bei der zehnfachen Menge an kleinen Geschenken wie Süßes, Socken u.ä.

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Weihnachten kann viel mehr als die Bescherung. Zusammen kochen, essen, singen, die Weihnachtsgeschichte vorlesen oder einfach gemütlich mit seinen Liebsten zusammen sein - darum geht es beim Fest der Liebe. Ihr Kind weiß, dass Sie es lieben – und das ist viel mehr, als jemals in ein Geschenk hineinpassen würde.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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