Wenn die Stimme wackelt – Was passiert beim Stimmbruch?

In der Pubertät fährt die Stimme eines jeden Jungen plötzlich Achterbahn. Woher kommt das Quietschen und Krächzen kommt und wie lange es dauert, bis die Verwandlung vollendet ist.

Jungs im Stimmbruch

In der Pubertät wachsen die Stimmbänder etwa 1 cm. Da kann die Stimme schon mal quietschen.


Plötzlich ist es da: Eben war die Stimme noch hell und klar, jetzt bringt dein Sohn kaum noch einen geraden Satz heraus. Ständig bricht die Stimme weg. Es quietscht und krächzt, Wörter enden eine Oktave höher oder tiefer als angefangen. Mit einem Mal wird die frühere Quaselstrippe zu einem stillen Beobachter mit hochrotem Kopf. Die Pubertät bricht gefühlt über Nacht herein und mit ihr der Stimmbruch. Vielen Jungs ist dieses Phänomen ganz schön peinlich: Plötzlich tuscheln und kichern die Mitschülerinnen, Vorsingen im Musikunterricht oder das Geschichtsreferat werden zu einer gewaltigen Mutprobe.

Stimmwechsel – wann ist es so weit?

Der Stimmbruch tritt bei den meisten Jungen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren als wichtiger Schritt der Pubertät ein. Verursacher ist – wie für so viele andere körperliche Veränderungen wie Wachstum oder Bartwuchs – das Hormon Testosteron. Es sorgt dafür, dass sich der Kehlkopf, dem beim Sprechen eine wichtige Rolle zukommt, vergrößert. Durch das Wachstum des Kehlkopfs dehnen sich gleichzeitig die Stimmbänder mit aus und der Hals wird länger. Durch das Zusammenspiel all dieser Komponenten wird die Stimme tiefer. Aus der unschuldigen Jungenstimme wird eine bassige Männerstimme.

Woher kommt die wackelige Stimme?

Insgesamt wachsen die Stimmbänder bei Jungen in der Pubertät rund 1 cm. Wie auch bei den Füßen, geschieht auch das Wachstum der Stimmbänder nicht unbedingt in gleicher Geschwindigkeit. Dehnt sich ein Stimmband schneller als das andere aus, klingen die Töne plötzlich verzerrt und schief, das typische Quietschen entsteht. Ein weiterer Grund für die wackelige Stimme: Die Muskeln des Kehlkopfs brauchen ein wenig Zeit, um sich an die neuen Umstände anzupassen. So eine brummige Männerstimme muss erstmal beherrscht werden!

Stimmbruch bei Mädchen?

Nicht nur Jungs nehmen in der Pubertät eine neue Stimmlage an: Auch Mädchen rutschen beim Sprechen in tiefere Tonlagen ab – allerdings nicht so stark wie ihre männlichen Mitstreiter. Ist die Stimme am Ende des Stimmbruchs bei Jungs rund eine Oktave tiefer, sinken Mädchenstimmen nur etwa 3 bis 4 Tonschritte herab. Und da die Stimmbänder nur wenige Millimeter länger und kaum dicker werden, müssen sie sich in der Regel nicht mit Piepstönen und Krächzgeräuschen herumschlagen.

Kein Grund zur Scham!

Wenn sich dein Sohn kaum noch traut in der Öffentlichkeit zu sprechen und nach Ausreden für den Musikunterricht sucht, kannst du ihn mit diesen Fakten sicher ein wenig aufheitern:

  • Es ist bald vorbei: Auch wenn es so wirkt, als ob die Stimme jetzt für immer piepsig und schwach bleibt – nach einem halben Jahr ist der schlimmste Spuk auch schon wieder vorbei. Bis die Stimme vollkommen ausgereift ist, kann es zwar bis zum 30. Lebensjahr dauern, die unangenehme Phase ist aber nach wenigen Monaten gemeistert.
  • Du wirst jetzt ein Mann: Was deinem Sohn sicher gefallen wird, ist die Tatsache, dass er nun nicht mehr zu den kleinen Jungs gehört, sondern ein Mann wird. Das kann bald jeder hören!
  • Allen Männern geht das so: Mache deinem Sohn deutlich, dass ein Stimmbruch wirklich keine wilde Sache ist. Schließlich muss jeder männliche Erdenbürger durch diese Phase – auch seine Lieblingsschauspieler und -musiker!