Zurückstellung der Einschulung ist die Ausnahme

Nicht jedem Kind tut es gut, schon früh eingeschult zu werden. Doch eine Zurückstellung der Einschulung ist dennoch nur die Ausnahme. In einigen Bundesländern wurde stattdessen das Schulsystem flexibler gestaltet.

Nicht jedem Kind tut es gut, schon früh eingeschult zu werden. Doch eine Zurückstellung der Einschulung ist dennoch nur die Ausnahme. In einigen Bundesländern wurde stattdessen das Schulsystem flexibler gestaltet. „Grundschulen sollen heute möglichst alle Kinder eines Jahrgangs und alle schulfähigen jüngeren Kinder einschulen und sie anschließend ihren Fähigkeiten entsprechend fördern. Nur noch in Ausnahmefällen werden schulpflichtige Kinder zurückgestellt oder gleich in Förderschulen aufgenommen“, erklärt die Schulpsychologin Katharina Melbeck-Thiemann.

Zurückstellung nach der Einschulung


Zurückstellung der Einschulung ist die Ausnahme

Die Idealvorstellung der Bildungspolitik: Die schwachen Kinder bekommen Förderstunden oder pädagogische Zuwendung, die starken Kinder erhalten Zusatzaufgaben. Doch Wunsch und Wirklichkeit sind oft weit voneinander entfernt: „Einerseits will die Schule jedem einzelnen Kind eine gute Chance auf Bildung bieten. Andererseits aber erfolgt das Lernen wegen großer Klassen und häufigem Unterrichtsausfall oft im Gleichschritt. Zudem wird durch Vergleichstests der Leistungs- und Zeitdruck erhöht. Das passt nicht gut zur Philosophie des individualisierten Lernens“, gibt die Schulpsychologin zu bedenken.

Flexible Einstiegsphase fürs Kind

Um jedem Kind ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen, haben einige Bundesländer die flexible Einstiegsphase eingeführt. Die funktioniert so: Die ersten beiden Grundschuljahre werden als Einheit betrachtet. Je nach Entwicklungsstand bleiben die Kinder ein, zwei oder drei Jahre in dieser Einheit, bevor sie in die 3. Klasse versetzt werden, wo es oft die ersten Schulnoten gibt.

Die Vorteile dieses flexiblen Systems liegen für Struck auf der Hand: „Jedes Kind kann ohne Auswahlverfahren eingeschult werden. Die Spätzünder haben Zeit zu reifen, die Schnell-Lerner können problemlos eine Klasse überspringen, und die Eltern von ,Kann-Kindern` gehen kein Risiko ein.“ Weil es solche Schulmodelle leider nicht überall gibt, bleibt vielen Eltern nichts anderes übrig, als ihr Kind an der Schule anzumelden, in deren Einzugsgebiet sie wohnen.

Dennoch lohnt es sich, nach Alternativen Ausschau zu halten und sie zu prüfen. Um ihr Kind an einer anderen als der zugewiesenen Schule anmelden zu können, müssen Eltern allerdings nachvollziehbare Gründe angeben: zum Beispiel verlässliche Öffnungszeiten als Voraussetzung für die eigene berufliche Tätigkeit.


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