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15 Sätze, die Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nicht mehr hören wollen

15 Sätze, die Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nicht mehr hören wollen

Please not!

Wer keine Kinder hat, muss sich von Wildfremden aber auch Familie und Freunden teils sehr unsensible Kommentare anhören. Dabei können die Gründe für einen unerfülltem Kinderwunsch so vielfältig sein und als Außenstehender sollte man nie automatisch annehmen, dass das Kinderkriegen IMMER so einfach ist. Die folgenden Sätze solltet ihr lieber nicht zu Paaren sagen, von denen ihr nicht wisst, wieso sie (noch) keine Kinder haben.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, auf natürlichem Wege nicht schwanger zu werden und sich so manche echt unsensible Bemerkung reinziehen zu müssen. Diese kommen leider sowohl von der Familie, die es besser wissen könnte, als auch von Fremden. Jeder glaubt, bei dem Thema seine Meinung sagen zu müssen oder es besser zu wissen, weil er dies oder jenes gehört habe ...

Selbst wenn man den Eindruck hat, die Welt wimmelt nur so von glücklichen schwangeren Frauen, ist es Fakt, dass immer mehr Paare mit dem Thema unerfüllter Kinderwunsch zu kämpfen haben. Und egal in welchem Alter eine Frau oder ein Mann ist: Man sieht ihm ja nicht an, was er diesbezüglich schon durchgemacht hat oder machen musste. Ich möchte einfach gern ein wenig um Sensibilität werben, denn entgegen häufiger Meinungen kommt man eben nicht immer "so leicht an ein Kind wie an einen neuen Anzug" (eine der dämlichsten Bemerkungen zu diesem Thema, die ich je gehört habe ...)

#1 Na, wann ist es denn soweit?

Dieser Satz kommt euch sicherlich bekannt vor. Häufig werden Paare, die kurze Zeit verheiratet sind, damit wohlmeinend "freundlich" belästigt. Aber ganz ehrlich: Was soll eine Frau, mit (noch) unerfülltem Kinderwunsch, darauf denn antworten? Hier geht es einfach darum, dass man nicht immer gleich davon ausgeht, dass Kinderkriegen irgendwie wie Brötchen backen läuft. Und gleich danach dann die Frage ...

Naaa, wann kommt denn das Zweite?

Und: Nur weil ein Paar schon ein Kind hat, muss man nicht ständig nach dem Zweiten fragen. Ein Kind ist schon ein Segen, ob und wann denn ein Zweites kommt, ist doch kein Thema für einen Smalltalk und muss doch auch nicht ständig gefragt werden. Man weiß als Paar überhaupt nicht, was man auf so eine Frage antwortet, meistens kann man höchstens was Total Absurdes sagen, weil diese Fragerei so nervt.

#2 Wir fragen uns schon, wann wir mal (Ur)Oma und (Ur)Opa werden!

Leider war es vor 20 und erstrecht vor 40 Jahren absolut nicht normal über solche Themen wie unerfüllten Kinderwunsch zu reden. Damals gab es natürlich auch noch keine Möglichkeiten für Paare, eine Kinderwunschtherapie zu machen und die Reproduktionsmedizin zu nutzen. Daher ist es für Oma und Opa und andere Menschen dieser Generation normal, dass sie diese Fragen stellen.

Leider gehen sie auch häufig automatisch davon aus, dass man keine Kinder will, wenn man mit Mitte 20 noch keine hat, aber bereits einen langjährigen festen Partner. Doch liebe Eltern von erwachsenen Kindern: Nehmt nicht einfach an, ihr würdet eure Kinder so gut kennen, dass ihr das genau wüsstet bzw. versucht bei diese Thema etwas sensibler zu sein, wenn eure Kinder nicht allein von sich aus mit euch drüber reden.

#3 Fahrt doch mal in den Urlaub und entspannt euch, dann klappt das schon!

Boah ... Diese Tipps liest man leider auch in allgemeinen Ratgebern zum Thema schwanger werden und auch "gute Freunde" oder Bekannte sagen so was gern mal. Naja: Diejenigen, die solche Tipps geben, sollten bedenken, dass es eben auch organische Ursachen gibt, die einen natürliche Schwangerschaft geradezu unmöglich machen. Dann kommt sich die Frau oder der Mann, den ihr damit ansprecht, einfach nur schlecht vor, so als könne er oder sie selbst etwas dafür, dass es nicht "einfach so" geht.

#4 Hast du es schon mal mit Kurkuma versucht!?

In einschlägigen Babyforen hört man auch häufiger mal solch einen Tipp. Hausmittel oder Geheimtricks um schwanger zu werden, soll es geben. Doch zum einen ist nichts wissenschaftlich erwiesen und zum anderen helfen Kräuterchen und Mittelchen z.B. bei einer Erkrankung wie Endometriose oder PCOS nicht weiter. Auch die Qualität oder Menge von Spermien lassen sich nicht einfach so leicht erhöhen. Dann wären weltweit so manche Firmen noch viel reicher!

#5 Ihr dürft einfach nicht so mit Druck da rangehen!

Puh, das ist hart. Zum einen: Woher will derjenigen wissen, dass ich mir Druck mache!? Und zum anderen: Leider hat eine Frau eben nun mal eine eingeschränkte Zeit, in der noch viele Eizellen produziert werden und es kann tausende psychische oder physische Gründe geben, wieso man sich in einem bestimmten Alter mit dem Kinderwunsch beschäftigen muss, weil es sonst vielleicht nichts mehr wird.

#6 Manchmal soll es halt einfach nicht sein …

Bei diesem mitleidigen Ausruf, den sich auch einige Eltern anhören müssen, fällt mir nichts mehr ein. Er impliziert, dass manche es mehr Wert seien, ein Kind zu empfangen als andere, oder was? Was soll dieser Spruch mir sagen? Er heuchelt weder Verständnis noch trägt er irgendwie positiv etwas bei ...

#7 Wisst ihr schon, an wem es liegt?

Ganz schwierig. Wer eine Kinderwunschbehandlung macht, bekommt auf Wunsch auch psychologische Betreuung, denn die Zeit des Wartens, ob es klappt, kann eine große Strapaze für die Psyche und die Beziehung sein. Was dabei auch zuallererst besprochen wird: Schiebt euch als Paar nicht gegenseitig die "Schuld" zu, denn selbst wenn ihr eine Diagnose habt, wer körperlich ein Problem hat: Es hilft euch nicht weiter und ihr macht euch den Kinderwunschweg dadurch nur schwer. Keiner hat an irgendetwas "Schuld".

#8 Langsam ist es mal Zeit für ein Kind. Ihr werdet ja auch nicht jünger!

Auch wenn heutzutage Frauen mit weit über 30 das erste Kind bekommen, ist es doch häufig noch nicht "normal" geworden, dass eine 40-Jährige schwanger werden will. Medizinisch gesehen gilt man als "Risikopatientin" und die biologische Uhr tickt ab 35 eben auch. Diese Tatsache hat sich nicht geändert. Doch warum sollten Paare mit über 40 nicht die Reproduktionsmedizin nutzen dürfen und noch einen Kinderwunsch realisieren wollen? Hier sollte sich kein Außenstehender einmischen, denn jede*r muss selbst wieso, was er zu welcher Zeit möchte. Außerdem sollen doch ältere Mütter die schlaueren Kinder bekommen, oder nicht!?

#9 Hast du es schon mal mit Ernährungsumstellung versucht!?

Es gibt wohl tatsächlich mehrere Studien, die nachweisen, dass sich eine gewisse Ernährung positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken kann. Doch als ernst gemeinten Tipp hört man das mit unerfülltem Kinderwunsch auch ständig. Wenn es immer so leicht wär, ja dann hätten wohl viel mehr Paare Kinder. Bedenkt einfach immer, dass derjenige, dem ihr diese ungebetenen Tipps gebt, sich dabei sehr unzulänglich fühlt.

#10 Ihr müsst einfach nur fest daran glauben …

Om. Auch echt schwierig. Insgesamt ist es natürlich immer wichtig, dass man positiv denkt und Hoffnung hat. Doch sollte man diesen Satz nicht gerade einer Frau sagen, die vielleicht schon mehrere künstliche Befruchtungen hinter sich hat und einfach etwas mutlos in die Zukunft schaut. Es fällt in der Situation eben nicht leicht, immer positiv zu sein und nicht jeder Mensch kann mit solchen spirituellen Dingen auch viel anfangen. Letztlich liegt es eben am Körper und nicht am Glauben.

#11 Es muss ja auch nicht jeder Kinder bekommen!

Das geht wirklich gar nicht. Leute mit Kindern sagen so was schnell mal zu Paaren, die länger zusammen sind und bei denen es mit der Schwangerschaft noch nicht geklappt hat. Doch hier würd ich einfach mal nur komplette Unsensibilität vorwerfen. Ja, ihr Trotzphasen- oder Teeniekindeltern wünscht euch mittlerweile häufig, das Kind wär vielleicht noch im Bauch, wo es noch ruhig und entspannt wär. Aber aus dieser Warte wirkt es mega herablassend für Paare, die sich verzweifelt ein Kind wünschen und es hilft ihnen einfach Null weiter.

#12 Seid doch froh, dass ihr so viel Zeit für euch habt und genießt das!

Dieser Satz kommt gleich nach dem obigen und gehört einfach mal nicht ausgesprochen. Auch wenn es vielleicht teilweise sogar stimmt, will man das als kinderloses Paar mit Kinderwunsch nicht hören. Der Weg, es zu akzeptieren, dass man keine eigenen Kinder bekommen kann, ist lang und sehr individuell. Es wird auch nicht leichter durch solche Holzhammer-Sätze.

#13 Also bei XYZ hat es mit der künstlichen Befruchtung geklappt, als ….

Om. Einmal tief Luft holen. Warum muss ich mir jetzt die hundertste Geschichte über eine fremde Person anhören, bei der diese oder jene Behandlung geklappt hat? Ich kenne unsere Diagnose und jeder Körper ist einfach anders. Warum wird mir jetzt dieser Vergleich aufgezwungen? Woher will die Person wissen, was wir jetzt alles schon versucht haben und dass auch das bei jedem Paar einfach anders ist.

#14 Ihr wollt auch keine Kinder, oder?

Hier sei einfach nochmal gesagt: Geht NIE davon aus, dass ein Paar oder eine Person ohne Kinder auch nie welche wollte. Solche flapsigen Bemerkungen sollen vielleicht irgendwie zu einem Smalltalk führen, doch können sie tief in eine Wunde stechen. Vor allem wenn ihr das Gegenüber nicht so gut kennt, ist das eine böse Unterstellung und führt nicht dazu, dass sich der andere mehr öffnet. Im Gegenteil!

#15 Adoptiert doch einfach ein Kind!

Eine Bemerkung, die häufig dann auch fällt, wenn das Gegenüber weiß, dass es mit künstlicher Befruchtung nicht geklappt hat: Adoptiert doch einfach. Erstens: Seit wann ist in Deutschland etwas einfach? Zumal eine Adoption auch jetzt nicht die Entscheidung ist, ob man sich einen Hund oder eine Katze holt, sondern man nimmt einen fremden Menschen als eigenes Kind an. "Einfach" ist so eine Entscheidung ein Kind zu adoptieren sicherlich nie und es auch eine sehr persönliche Entscheidung, die eben auch nicht für jeden machbar ist. Das sollte man verstehen und nicht so daherplappern.

Etwas mehr Feingefühl bitte!

Natürlich ist kinderlosen Frauen bewusst, dass all die guten Hinweisen und Bemerkungen nur freundlich gemeint sind (überwiegend). Doch sie sind leider dann einfach zu viel und wer sich das über Jahre hinweg anhören muss, der kann nicht mehr. Da lässt dich dann die kleinste Bemerkung einfach nur explodieren. Es geht auch nicht darum, jemandem den Mund zu verbieten, sondern sich einfach mal zu überlegen, ob man diese oder jene Bemerkung jetzt wirklich sagen muss.

Wenn man ein Familienmitglied auf die Kinderlosigkeit anspricht, sollte man genauso sensibel vorgehen, wie bei einer fremden Person. Jede*r darf ja selbst entscheiden, wie offen er oder sie mit seinem Kinderwunschweg umgeht. Das müssen auch Freunde oder Familie aktzeptieren. Nicht jede*r möchte gern darüber sprechen, vor allem wenn man bereits schmerzhafte Erfahrungen, traurige Diagnosen oder vielleicht auf erfolglose Versuche einer künstlichen Befruchtung oder Insemination hinter sich hat ... Man weiß nie, wie es demjenigen geht, den man da so lapidar pseudo-neugierig anspricht. Wenn er oder sie soweit ist, wird sich die Person schon von selbst mitteilen, wenn sie das möchte.

Und noch was: Kinderkriegen ist einfach auch kein Smalltalk-Kaffeekränzchenthema, auch wenn es so oft als solches behandelt wird. Es wirkt einfach so übergriffig und unpassend, wenn man Menschen, die man nicht kennt, in dieses Gesprächsthema verwickeln will, weil einem nichts anderes einfällt. Da ist doch das Wetter als Thema deutlich unverfänglicher ;)

Bildquelle: Getty Images/PeopleImages

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