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Unfruchtbarkeit

Infektion mit Chlamydien: Kinderwunsch in Gefahr

Chlamydien sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion und kann sowohl Männer als auch Frauen unfruchtbar machen. Von der Infizierung mit Chlamydien sind vor allem junge Leute betroffen, doch wie kann man sich davor schützen?

Chlamydien können unfruchtbar machen

Chlamydien sind verbreiteter, als viele ahnen. Jeder Zehnte ist mit den Bakterien schon in Berührung gekommen, weiß das aber oft gar nicht. Laut einer GeSiD (Gesundheit und Sexualität in Deutschland)-Studie kennen auch nur 20% der Menschen zwischen 18-35 diese Infektionskrankheit. Die Chlamydien-Infektion wird auch als „stille Krankheit“ bezeichnet, weil sie häufig keine Symptome verursacht. Doch harmlos ist diese häufigste sexuell übertragbare Krankheit deshalb noch lange nicht.

Wenn eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt wird, kann sie vor allem bei Frauen für Unfruchtbarkeit sorgen. Eine Entzündung im Beckenraum kann dazu führen, dass die Eileiter vernarben und ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen können. Es kann zu einer Eileiterschwangerschaft oder einer Schwangerschaft in der Bauchhöhle oder im Eierstock kommen. Bei Männern kann es zu folgenreichen Nebenhodenentzündungen oder anderen Entzündungen im Geschlechtsbereich kommen.

„Chlamydien sind nicht nur sehr ansteckend, sie können zur Unfruchtbarkeit führen. Da sie häufig keine Symptome verursachen, können sie völlig unbemerkt weitergegeben werden."

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA

Wie werden Chlamydien übertragen?

„Chlamydien-Infektionen sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Deutschland“, zitiert Welt.de Christian Albring, den Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Etwa zehn Prozent aller sexuell aktiven Jugendlichen und Erwachsenen stecken sich irgendwann in ihrem Leben mit Chlamydien an.“ Die Bakterien finden sich in Sperma und Scheidenflüssigkeit. Bei Vaginal- und Analverkehr sowie bei gemeinsamer Nutzung von Sexspielzeug können sie in die Schleimhäute eindringen, wenn sie mit infizierter Schleimhaut oder Körperflüssigkeiten des Partners in Kontakt kommen.

Beim Petting ist eine Infektion denkbar, wenn man abwechselnd sich und den anderen berührt. Beim Küssen und bei Oralsex kann man zwar auch mit Chlamydien in Kontakt kommen, aber bei einer Infektion des Rachenraums passiert in der Regel nicht viel und die Übeltäter verschwinden nach ein paar Wochen wieder. Je nachdem, was man in welcher Reihenfolge miteinander macht, ist es jedoch nicht komplett auszuschließen, dass man sich infiziert. Darum sind entsprechende Schutzmaßnahmen immer ratsam.

Safer Sex schützt vor Chlamydien

Ein Kondom ist der beste Schutz vor Chlamydien. Da die Benutzung gerade bei wechselnden Geschlechtspartnern und One-Night-Stands eh dringend anzuraten ist, um beispielsweise eine HIV-Infektion zu vermeiden, muss kein zusätzlicher Aufwand betrieben werden. Es gelten dieselben Schutz- und Hygienemaßnahmen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Auch bei Oralsex ist ein Kondom oder Femidom ratsam.

Symptome einer Chlamydien-Infektion

Dass Chlamydien sich immer weiter verbreiten, liegt auch daran, dass sie oft keine Symptome verursachen: 50 % Prozent der betroffenen Männer und 70 % der infizierten Frauen spüren nicht, dass sie sie haben.

Folgende Symptome können auf eine Infektion hindeuten:

  • Ausfluss aus der Scheide
  • Juckreiz
  • Schmerzen beim Sex
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • bei Männern Harnröhrenentzündung
  • Unterbauchschmerzen
  • Blutungen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Proktitis (Entzündung der Rektumschleimhaut)

Chlamydien in der Schwangerschaft – was tun?

Eine Infektion mit Chlamydien zu bemerken, ist schwer. Genau deshalb wird zu Beginn der Schwangerschaft als Vorsorgemaßnahme häufig ein Urintest auf Chlamydien durchgeführt. Für die Frau können Chlamydien schwerwiegende Folgen haben: Sie können zu Entzündungen in Eierstöcken und/oder Eileitern führen, aber auch eine Eileiterschwangerschaft hervorrufen. Aber auch Frühgeburten oder Fehlgeburten können die Folge sein. Bei einer unbehandelten Chlamydien-Infektion einer Schwangeren können sich auch die Neugeborenen mit dem Krankheitserreger infizieren. Folgen für das Kind sind unter anderem:

  • Augenentzündungen
  • Lungenentzündungen

Die Behandlung von Chlamydien in der Schwangerschaft

Eine schnellstmögliche Behandlung gegen Chlamydien findet vor allem durch Antibiotika statt. Der Frauenarzt oder die Frauenärztin kann genaue Auskunft darüber geben, welche Antibiotika in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Empfohlen wird eine Einnahme dieser Medikamente erst nach der 14. Schwangerschaftswoche. Zudem ist wichtig, dass sich der Partner oder die Partnerin ebenfalls untersuchen und auch behandeln lassen. Denn nur so kann eine erneute Infektion verhindert werden.

Aufklärung ist wichtig

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kennen nur 20% der 18 bis 35-Jährigen in Deutschland diese Infektionskrankheit. Kein Wunder, dass die Zahl der Infektionen steigt. Genau deshalb hat die BZgA die Initiative "LIEBESLEBEN" ins Leben gerufen, die für mehr Aufmerksamkeit sorgen soll. Der Hashtag #WissenWasRumgeht soll junge Leute aufrufen, sich auf www.liebesleben.de mehr zu diesem Thema zu informieren. Wichtig ist, dass man mit dem Partner spricht, um das Risiko einschätzen zu können. Wenn einer oder beide die Sexpartner häufiger wechseln und öfters ungeschützten Verkehr haben, ist das Risiko einer Infektion schon in jungen Jahren hoch.

Vor allem für junge Menschen ist es wichtig, über diese Krankheit informiert zu sein. Nur wer sie überhaupt kennt, kann sich davor adäquat schützen und sich gegebenenfalls testen und behandeln lassen – und darauf achten, die eigenen Chlamydien nicht an andere weiterzugeben.

Gerade in der Schwangerschaft sollten Mütter besonders auf sich achtgeben. Im Video siehst du ein paar Schwangerschaftsfakten, die du so nie gedacht hättest.

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Bildquelle: Getty Images/Voyagerix

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