Gebärmutter-Transplantation: Gesundes Baby kommt zur Welt

In Schweden kam das erste Baby nach einer Gebärmutter-Transplantation zur Welt. Selbst die Mediziner können ihren Erfolg kaum glauben. Eine Geschichte, die allen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch Mut macht.

Neue Hoffnung Gebärmutter-Transplantation?

Der erste Atemzug, der erste Schrei: Diese ersten Momente nach der Geburt eines Babys sind immer wieder ein Wunder. Doch als Vincent zur Welt kommt, ist das auch ein medizinisches Wunder. Der Junge aus Schweden ist das erste Baby, das nach einer Gebärmutter-Transplantation geboren wird. Ein großer Erfolg für die behandelnden Ärzte und ein neuer Hoffnungsschimmer für Frauen mit bisher unerfülltem Kinderwunsch.

Gebärmutter Transplantation


Vincents Mutter (36) – sie will anonym bleiben - ist selbst ohne Gebärmutter zur Welt gekommen. Ein eigenes Kind, dieser Wunsch schien lange unerreichbar. Im vergangenen Jahr wurde der Frau dann eine Gebärmutter transplantiert. Spenderin war eine 61-jährige Freundin der Familie. Nachdem der Körper das Organ nach der Operation nicht wieder abgestoßen hatte, begannen die Ärzte in-vitro befruchtete Eizellen einzusetzen. Die Frau wurde schwanger. Es gab bereits andere solcher Fälle, in denen es gelang, die Eizelle in eine transplantieret Gebärmutter einzusetzen. Allerdings kam es häufig zu Fehlgeburten oder der Körper stieß den eingesetzten Uterus letztendlich doch wieder ab.

"Wir können es selbst kaum glauben"

Bei Vincent war alles anders. Zwar kam es während der Schwangerschaft drei Mal zu leichten Abstoßungsreaktionen im Körper der Mutter, diese konnten jedoch erfolgreich behandelt werden. Das Baby entwickelte sich Woche für Woche normal und gesund. In der 31. Schwangerschaftswoche musste der Junge dann allerdings doch geholt werden. Seine Mutter litt an zu hohem Blutdruck, weshalb sich die Ärzte zu einem Kaiserschnitt entschlossen hatten. „Als Vincent auf die Welt geholt wurde und sofort begonnen hatte zu schreien, war das ganze Team sehr glücklich“, sagt Matts Brännström von der Universität von Göteborg in Schweden, der damals die Gebärmutter transplantiert hatte. Doch gleichzeitig wäre dieser Moment so unwirklich gewesen, er und sein Team hätten ihren Erfolg kaum glauben können. Aber Mutter und Kind seien wohlauf und das kleine Wunder-Kind entwickle sich prächtig. Bei seiner Geburt wog Vincent etwa 1775 Gramm und war 40 Zentimeter groß.

Ein Doppelwunder!

Vincents Geburt ist also definitiv ein Wunder im doppelten Sinne. Insgesamt 15 Jahre habe man dafür geforscht, erklärte Brännström dem Fachblatt „Lancet“. Doch auch wenn Vincent vollkommen gesund ist, so schnell wird eine Gebärmutter-Transplantation nicht zur medizinischen Routine werden. Zwar wäre eine Transplantation grundsätzlich auch in Deutschland möglich, allerdings war bisher nur Brännströms Arbeitsgruppe damit erfolgreich - und das auch nur in 10% der Fälle, gibt Tina Buchholz, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, zu bedenken.
Buchholz: "Das heißt, man muss abwarten, ob sich die Methode etabliert und ob das dann auch von anderen Zentren so erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Risiken der Abstossung oder nicht erfolgreichen Funktionsaufnahme des Organs bleiben immer individuell hoch!". Dennoch betont auch sie, dass diese Gebärmutter-Transplantation "sicher ein Durchbruch und eine weitere Hilfe für unerfüllten Kinderwunsch" ist, wenn auch nur für einen kleinen Teil der Betroffenen. Vincents Geburt gibt also durchaus Hoffnung und ist eine tolle Geschichte, die Mut macht.

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