Die Periode bleibt aus? Ursachen und Tipps

Hilfe, schwanger?! Wenn die Periode ausbleibt, ist frau nicht zwangsläufig schwanger. Welche Ursachen es noch haben kann, wenn die Regel plötzlich nicht mehr kommt, wie du einen regelmäßigen Zyklus unterstützen kannst und wann du auf jeden Fall zum Arzt gehen solltest - das haben wir hier für dich zusammengefasst.

Amenorrhö - oder: Wenn die Periode ausbleibt

Natürlich macht man sich Sorgen, wenn auf einmal keine Periode mehr kommt. Bin ich etwa schwanger? Oder habe ich eine gefährliche Krankheit? Zunächst einmal gilt: keine Panik. Denn die Psyche funkt oft dazwischen, wenn es um einen reibungslos funktionierenden Hormonhaushalt geht. Stress setzt uns zu - es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Regel aus dem Takt kommen kann. Wartest du längere Zeit vergeblich auf die Tage, solltest du auf jeden Fall mit deinem Frauenarzt darüber sprechen, um die Ursachen herauszufinden.
Als allererste Maßnahme sollte natürlich eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden und du solltest einen Test* machen! Urintests erhältst du in jeder Apotheke oder Drogerie, welche Arten es gibt und wie sicher sogenannte Frühschwangerschaftstests sind, erfährst du hier: ➤ Schwangerschaftstests.

Warum kommt meine Periode nicht?


Ursachen für das Ausbleiben der Regel

Keine Menstruation in der Stillzeit?

Du stillst? Dann kann es sein, dass deine Tage ein wenig auf sich warten lassen. Denn das milchbildende Hormon Prolaktin hemmt die Eizellreifung und damit den Eisprung. Je häufiger du stillst, desto mehr Prolaktin wird gebildet. Und desto länger dauert es, bis die Regel kommt.

Psychische Belastungen

Stress, Zeitverschiebungen auf Reisen, starke berufliche und familiäre Belastungen, Sorgen und Trauer: All das hat einen Einfluss auf das sensible Hormongleichgewicht. Es kann zu Zyklusunregelmäßigkeiten kommen, bis hin zum Ausbleiben der Periode.

Große körperliche Belastung

Bei Leistungssportlerinnen bleibt oftmals die Periode aus – der Grund sind die extremen physischen Anforderungen, die den Organismus stressen. Mit der Folge, dass der Zyklus quasi aussetzt.

Untergewicht und Übergewicht

Die Hormone, die den Zyklus steuern, reagieren sehr empfindlich auf Gewichtsschwankungen. Besonders bei einer starken Gewichtsabnahme kann es zum Ausbleiben der Regel kommen. Auch hier zieht der Körper "die Reißleine" - starkes Untergewicht ist keine gute Basis für eine gesunde Schwangerschaft.

Absetzen der Pille

Die Hormone der Antibabypille simulieren dem Körper eine Schwangerschaft – der Eisprung wird unterdrückt. Nach dem Absetzen kann es einige Zeit dauern, bis sich das normale Hormongleichgewicht wieder eingependelt hat. Hier heißt es: Geduld haben.

Unterschiedliche Hormonstörungen

Eine der häufigsten Ursachen für Amenorrhö sind hormonelle Störungen. So kann zum Beispiel ein Mangel an weiblichen oder ein Überschuss an männlichen Hormonen zum Ausbleiben der Periode führen. Warum der Hormonhaushalt aus dem Lot gerät, dafür gibt es sehr viele mögliche Gründe - diese reichen von Autoimmunerkrankungen bis zu Veränderungen der Eierstöcke und Tumore.

Auch andere Hormone, die auf den ersten Blick nichts mit dem Zyklus zu tun haben, können dafür verantwortlich sein, dass die Tage nicht mehr kommen. Vor allem die Schilddrüsenhormone spielen für das hormonelle Gesamtzusammenspiel eine wichtige Rolle. Liegt eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion vor, hat diese oftmals auch Auswirkungen auf den Zyklus.

PCO-Syndrom

Auch zu den Hormonstörungen zählt das sogenannte Polyzystische Ovar-Syndrom, kurz PCO. Dabei bilden sich in den Eierstöcken sehr viele Zysten, Eisprünge finden unregelmäßig oder gar nicht statt und der Anteil männlicher Geschlechtshormone ist erhöht. Ein Symptom des PCO können Zyklusunregelmäßigkeiten sein - bis hin zur Amenorrhö.

(Vorzeitige) Wechseljahre

Mit dem Einsetzen der Wechseljahre stellen die Eierstöcke die Hormonproduktion langsam ein, die Zyklen werden unregelmäßiger und schließlich bleibt die Periode ganz aus. Dazu kommen Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen. Wann es soweit ist? Das ist bei jeder Frau verschieden, normal ist der Zeitraum um das 50. Lebensjahr (Menopause). Setzen die Wechseljahre vor dem 35. Lebensjahr ein, so sprechen Mediziner von vorzeitigen Wechseljahren.

Dies sind nur einige der möglichen Gründe für Zyklusstörungen, in vielen Fällen steckt nichts Besorgniserregendes hinter dem Ausbleiben der Tage. Dennoch solltest du mit deinem Frauenarzt sprechen. Und zwar wenn, ...

  • deine Periode nicht kommt, du aber eine Schwangerschaft nicht sicher ausschließen kannst.
  • deine Regel länger als 3 Monate ausbleibt (wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist).
  • du vermutest, dass das Ausbleiben der Menstruation an einem Medikament, einer Behandlung, Operation o. Ä. liegt.
  • du zusätzliche Beschwerden hast wie Schmerzen (Unterleibsschmerzen, Brustschmerzen, Schmerzen beim Sex), oder generelle Veränderungen bemerkst wie eine stärkere Körperbehaarung, Haarausfall, Haut- oder Gewichtsveränderungen.
  • du dir große Sorgen machst.

Welche Untersuchungen führt der Frauenarzt durch?

Weil mehrere Ursachen verantwortlich dafür sein können, dass die Periode ausbleibt, muss die Behandlung individuell auf die Patientin abgestimmt werden. Der Arzt wird dich zu deiner Krankengeschichte befragen und kann so feststellen, ob besondere Lebensumstände, Stress oder frühere Operationen eine Rolle spielen.
Neben der Krankengeschichte wird der Arzt dich natürlich auch körperlich untersuchen, dazu gehören das Abtasten von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken sowie eine Ultraschalluntersuchung.
Der Arzt wird dir außerdem Blut abnehmen, um die Hormonwerte zu bestimmen und so eventuelle Störungen festzustellen. Auch ein Schwangerschaftstest gehört zur Standarduntersuchung.

Die Grundlage - der weibliche Zyklus

Ein "normaler" Zyklus dauert zwischen 25 bis 35 Tage, wobei "normal" als relativ anzusehen ist. Auch kürzere oder längere Zyklen müssen nicht "krank" sein, hier ist jede Frau individuell verschieden. Gesteuert werden Eisprung und Periode durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hormone. Lassen die Tage auf sich warten, ist meist diese Balance gestört.

Der Zyklus kurz und knapp

Tag 1: Tag 1 der Periode ist immer auch der Start in einen neuen Zyklus. Die Blutung dauert zwischen 3 und 7 Tage an, dabei wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.

FSH & Östrogen: Die Hirnanhangsdrüse produziert das Hormon FSH (Follikel stimulierendes Hormon), dies stimuliert die Follikel (Eibläschen). Sie wachsen und produzieren Östrogen. Zu Beginn des Zyklus ist der Östrogenspiegel relativ niedrig, je näher der Eisprung rückt, desto mehr Östrogen zirkuliert im Körper.

Beste Voraussetzungen: Östrogen bewirkt außerdem, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verdickt und besser durchblutet wird, damit eine befruchtete Eizelle im Fall der Fälle optimale Bedingungen für die Einnistung vorfindet.

Eisprung: Der steigende Östrogenspiegel führt in der Hirnanhangdrüse zur Ausschüttung des Hormons LH (luteinisierendes Hormon). Dieses Hormon bringt den reifen Follikel dazu, die Eizelle freizugeben, der Eisprung findet statt.

Warten auf Befruchtung: Die Eizelle wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter, ca. 24 Stunden ist sie überlebensfähig und kann befruchtet werden.

Progesteron: Der Follikel beginnt sofort nach dem Eisprung mit der Produktion von Progesteron. Dieses Hormon unterstützt den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

Der Hormonspiegel sinkt: Wird die Eizelle nicht befruchtet, schrumpft der Follikel und bildet keine Hormone mehr. Das Ergebnis: Östrogen- und Progesteronspiegel sinken, die dadurch unterstützte Gebärmutterschleimhaut beginnt, sich abzulösen. Die Periode setzt ein.

Tipps für einen regelmäßigen Zyklus

1. No Stress!

Auch wenn es manchmal schwer fällt: Versuche, Stress zu reduzieren. Ob Yoga, lesen oder Autogenes Training - Abschalten tut deiner Psyche gut, und damit auch dem Zyklus.

2. Gesunde Ernährung & Bewegung

Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind nicht nur für Figur und generelle Gesundheit wichtig, sondern auch Basis für einen ausbalancierten Hormonhaushalt.

3. Pflanzliche Unterstützung

Pflanzliche Arzneimittel wie Mönchspfeffer können sich positiv auf den Zyklus auswirken. Bevor du jedoch apothekenpflichtige Medikamente einnimmst, sprich mit deinem Frauenarzt darüber.

4. Überblick verschaffen

Führe einen Zykluskalender, in den Beginn, Dauer und Stärke der Periode eingetragen werden. Miss deine morgendliche Temperatur vor dem Aufstehen. So kannst du feststellen, ob überhaupt ein Eisprung statt findet. Wie die symptothermale Methode genau funktioniert, sagen wir dir hier.

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