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Wunschkinder: Die verschiedenen Wege zum Babyglück

Nicht verzweifeln

Wunschkinder: Die verschiedenen Wege zum Babyglück

Wunschkinder – wenn sie nicht auf natürlichem Wege Wirklichkeit werden, gibt es zum Glück einige medizinische Methoden, um Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Was habt ihr nicht alles gemacht, um Kinder zu bekommen! Ihr habt die richtigen Lebensmittel gegessen und Dingen wie Alkohol, Zigaretten oder Cannabis abgeschworen. Ihr habt abgenommen, zugenommen, euren Zyklus oder den eurer Partnerin ganz genau beobachtet – und trotzdem gab es nicht das Positivzeichen auf dem Schwangerschaftstest.

Vor Jahrzehnten wäre dies nun das Ende gewesen und die einzige Möglichkeit, eine Familie zu gründen, wären Adoptiv- und Pflegekinder gewesen. Und das sind auch Wunschkinder! Wer aber sich ein leibliches Kind wünscht, kann mittlerweile auf diverse medizinische Möglichkeiten zurückgreifen, die mehr oder minder kompliziert sind. Der Gesetzgeber hat allerdings noch ein Wörtchen mitzureden und verbietet einige Methoden.

Wunschkinder: Medizinische Voraussetzungen

Man kann nicht einfach so in eine Praxis marschieren und sich künstlich befruchten lassen – ihr müsst dafür bestimmten Kriterien entsprechen:

  • Alle Beteiligten müssen negativ auf HIV und Hepatitis getestet sein
  • Frau ist gegen Röteln geimpft

Das sind die grundsätzlichen Voraussetzungen. Weil aber IVF und die anderen Behandlungen teuer sind und sich die Krankenkassen beteiligen müssen, haben auch sie noch gewisse Regeln aufgesetzt, wann sie euren Kinderwunsch bezuschussen:

  • Ihr müsst verheiratet sein
  • Die Frau darf nicht unter 25 und nicht über 40 Jahre alt sein
  • Der Mann darf nicht unter 25 und nicht über 50 Jahre alt sein
  • Es dürfen nur Eizellen und Samen des Ehepaares benutzt werden
  • Maximal drei Versuche werden bezuschusst
  • Krankengeschichte muss detailliert aufgelistet sein

Bevor ihr euch für eine Methode entscheidet, erkundigt euch bei eurer Krankenkasse, wie viel sie von den Kosten übernimmt, denn da gibt es bei jeder Kasse Unterschiede.

Intrauterine Insemination – Samenübertragung

Für wen ist dies eine Alternative: Dies ist eine Methode für lesbische Paare oder für Paare, bei denen der Mann eher Probleme hat. Die Spermien sind nicht so, wie sie sein sollten, er hat Ejakulations- oder Erektionsstörungen oder eine Erbkrankheit, die er nicht an seine Kinder weitergegeben werden sollen. Es kann aber auch sein, dass der Zervixschleim der Frau Spermien nicht hereinlässt. Die Grundvoraussetzung sollte jedenfalls sein, dass die Frau gesunde Eileiter hat.

Wie läuft es ab: Nachdem der Mann in ein Gefäß masturbiert hat, nimmt man die Samen und arbeitet sie auf – nur qualitativ hochwertige Samenstränge werden genommen. Man entsorgt auch diejenigen, die eine Erbkrankheit weitergeben können. Dann gibt es verschiedene Methoden, wie die Samen am Gebärmutterhals der Frau platziert werden. In den meisten Fällen unterzieht sich die Frau vorher einer hormonellen Behandlung, um die Chancen einer Befruchtung zu erhöhen.

Man unterscheidet zudem zwischen einer homologen unter einer heterologen Insemination. Bei einer homologen Samenübertragung wird der Samen des Partners injiziert, bei einer heterologen geschieht dies mit einer Samenspende.

Erfolgschancen: Laut des Familienministeriums liegt die Quote bei 5-10 % per Versuch. Bei mehrmaligen Versuchen verbessert sich die Quote auf 30 %.

Kosten: Eine Insemination ohne hormonelle Behandlung liegt bei um die 200 €, mit hormoneller Behandlung steigt sie auf über 1000 €.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Für wen ist dies eine Alternative: Für Paare, bei denen die Frau Probleme mit der Ovulation hat und deren Eileiter eine Undurchlässigkeit vorweist. Ebenso Frauen, die unter Endometriose leiden. IVF hilft auch, wenn der Mann keine große Zeugungsfähigkeit besitzt.

Wie läuft es ab: Die Frau muss sich einer hormonellen Behandlung unterziehen, damit man mehrere reife Eizellen gewinnt. Diese entnommenen Eizellen werden dann im Glas mit den entsprechenden Samen befruchtet. Überzählige Eizellen werden eingefroren für weitere Versuche oder einen späteren Kinderwunsch. Bis zu drei befruchtete Eizellen setzt man wieder in die Gebärmutter.

Erfolgschancen: 25-30 %

Kosten: Um die 3000 € pro Zyklus. Die meisten Krankenkassen bezahlen die Hälfte davon - bis zu drei IVF-Versuche werden von den Kassen so bezuschusst.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Für wen ist dies eine Alternative: Für Paare, bei denen die Männer unter einer sehr schlechten Spermienqualität leiden.

Wie läuft es ab: Bei der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) injiziert man eine Samenzelle direkt in eine Eizelle. Die Frau musste sich wie bei der IVF vorher einer Hormonbehandlung unterziehen, um mehrere Eizellen zu garantieren. Gelingt die Befruchtung, werden eine Eizelle oder mehrere Eizellen in die Gebärmutter gesetzt.

Erfolgschancen: 20-25 %, werden mehrere Eizellen eingesetzt, verdoppelt sich die Erfolgschance, aber auch die Möglichkeit einer Mehrlingsgeburt.

Kosten: Ebenfalls um die 3000 € pro Zyklus, oft mehr, da sich Paare für die Lagerung von befruchteten Eizellen entscheiden und dies ebenfalls Kosten verursacht. Die Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten für ICSI - erkundigt euch bei eurer Kasse, wie hoch der Zuschuss ist.

Wunschkinder: TESE und MESE

Für wen ist dies eine Alternative: Für unfruchtbare Männer, in deren Ejakulat zu wenig oder gar keine Spermien gefunden werden.

Wie läuft es ab: TESE ist die Abkürzung für Testikuläre Spermienextraktion, MESA steht für Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration. Bei beiden Methoden wird der Samen entweder aus dem Hoden oder aus dem Nebenhoden gewonnen. Dieser Samen befruchtet mit ICSI-Methode dann die ebenfalls gewonnene Eizelle der Frau.

Erfolgschancen: 15-20 % pro Versuch

Kosten: Um die 5000 €. Ihr solltet euch erkundigen, ob eure Krankenkasse diese Methode bezuschusst, denn nicht alle sind dazu bereit.

Was ist nicht erlaubt?

Ihr habt jetzt gesehen, was es alles für legale Möglichkeiten gibt. In Deutschland regelt das Embryonenschutzgesetz, was erlaubt ist und was nicht. Darüber hinaus müssen sich die Ärzte auch an folgende Verbote halten:

  • Verwendung fremder Eizellen
  • Klonen von Embryonen
  • Geschlechterauswahl bei Spermien
  • Verwendung von Samen Verstorbener
  • Leihmutterschaft

Leihmutterschaft ist also illegal in Deutschland, aber in bestimmten Ländern wie den USA ist dies legal und darüberhinaus ein großes Geschäft, um den Traum von einer Familie wahr werden zu lassen. Immer mehr deutsche Paare geben sehr viel Geld aus, um so ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

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Ob nun künstliche Befruchtung oder Samenübertragung: Menschen nehmen viel auf sich, um ihre Wunschkinder zu bekommen. Die Erfolgschancen sind nicht immer sehr gut und mehrere erfolglose Versuche gehen an die Psyche. Es ist ein Nervenspiel und ein kostspieliges dazu. Man muss gut auf sich und den Partner oder die Partnerin aufpassen, damit die Beziehung nicht darunter leidet, wenn es nicht klappt. Denn ihr seid nicht allein - Unfruchtbarkeit betrifft jedes zehnte Paar in Deutschland.

Bildquelle: encrier/Getty Images

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