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7 Sätze, die ihr nie zu eurem Kind sagen solltet, wenn es ums Essen geht (und die Alternativen)

7 Sätze, die ihr nie zu eurem Kind sagen solltet, wenn es ums Essen geht (und die Alternativen)

Entspannteres Essen

Ein gesundes Essverhalten – und, damit einhergehend, eine positive Beziehung zum Essen – müssen wir unseren Kindern bereits in jungen Jahren vermitteln. Denn was sie in der Kindheit in Bezug auf Essen lernen, wird sie ihr Leben lang prägen. Es gibt Sätze, die wir Eltern daher lieber vermeiden sollten, wenn wir mit unserem Nachwuchs übers Essen sprechen.

Das Thema Essen ist eines, das in jeder Familie eine Rolle spielt. Wir alle wissen, wie wichtig es ist, unseren Kindern ein gesundes Essverhalten schon in jungen Jahren beizubringen. Gleichzeitig soll das alles aber nicht gezwungen wirken. Wir Eltern sollen mit gutem Beispiel vorangehen, unseren Kindern aber auch beibringen, dass sie auf ihren Körper und ihre Bedürfnisse hören sollen und diese dann auch von uns akzeptiert werden. Ganz schön viel, was es zu beachten gibt.

7 Sätze, die beim Thema Essen tabu sind

Wir Eltern sind alle nicht perfekt, aber wir geben uns große Mühe, möglichst viel gut genug zu machen. Das klappt mal mehr, mal weniger, und das ist total ok. Wenn es in eurer Familie aber beim Thema Essen immer wieder zu Frust auf allen Seiten kommt, schaut doch vielleicht mal genauer hin, welche Sätze bei euch am Familientisch so fallen und ob es nicht Alternativen gibt, mit denen ihr euch alle besser fühlt.

1. „Du bist zu dick, du musst weniger essen!“

Jeder Körper ist anders. Eurem Kind ein schlechtes Körpergefühl einzureden, ist genau der falsche Weg, um es zu einem gesunden Essverhalten zu motivieren. Denn mit Body Shaming, und genau das ist dieser Satz, erreicht ihr überhaupt nichts. Wenn euer Kind tatsächlich Übergewicht hat, solltet ihr gemeinsam daran arbeiten und die Schuld dafür nicht bei eurem Kind suchen. Denn immerhin bestimmt in letzter Instanz ihr, was auf den Tisch und in den Kühlschrank kommt.

Was ihr stattdessen sagen könnt: „Wir alle essen jetzt mehr Obst und Gemüse. Das tut uns und unserem Körper gut!“

2. „Du bist zu dünn, du musst mehr essen!“

Während viele Eltern ihrem Kind wohl nicht sagen würden, dass es zu dick ist, geht uns ein „Du bist zu dünn“ leichter Mal über die Lippen. Das ist aber leider nicht besser. Denn beide Sätze sind nicht gut für das Selbstbewusstsein und das Körperbild eures Kindes und können der kleinen Kinderseele wehtun und zu Komplexen führen. Auch hier gilt: Jeder Körper ist anders.

Was ihr stattdessen sagen könnt (wenn eure Kinder keine Lust auf Essen haben): „Essen liefert uns die Energie, die wir brauchen, um zu denken und zu toben. Deswegen sind regelmäßige leckere Mahlzeiten wichtig für uns.“


3. „Iss deinen Teller leer!“

Wie gut fändet ihr es, wenn man euch zum weiter essen zwingt, auch wenn ihr schon lange satt seid? Würdet ihr das tun? Vermutlich nicht. Kinder haben ein sehr gutes Gespür für ihren Körper, das sie verlieren, wenn wir sie dazu drängen, über ihr Sättigungsgefühl hinaus zu essen.

Was ihr stattdessen sagen könnt: „Du bist satt? Kein Problem, die Reste können wir ja für morgen aufheben.“

4. „Ich esse zwar was anderes, aber du musst das essen!“

Ihr esst den leckeren Nachtisch, während euer Kind lustlos im Blumenkohlauflauf stochert. Wie unfair ist das denn? Eben weil ihr ein Vorbild seid, solltet ihr euch an die Familienregeln halten. Natürlich müsst ihr selbst nichts essen, was ihr nicht mögt, aber dann könnt ihr das auch nicht von euren Kindern verlangen. Sprecht bei Tisch ruhig über individuelle Vorlieben und Abneigungen, das ist für alle in der Familie immer wieder ein spannendes Gesprächsthema. Auch weil der einst ungeliebte Spinat ja nicht ein Leben lang eklig sein muss. Geschmack entwickelt sich schließlich immer wieder neu.

Was ihr stattdessen sagen könnt: „Papas Lieblingsgemüse sind Karotten, die sind schön knackig und gut für die Augen! Welches Gemüse magst du am liebsten?“

5. „Als Belohnung gibt es dann ein Eis (oder Schokolade etc.)!“

Essen sollte niemals Trost oder Belohnung sein. Natürlich ist es vollkommen ok, einem kranken Kind sein Lieblingsessen zu kochen, damit es sich besser fühlt. Aber mit Süßigkeiten zu werben, damit die Kinder das verhasste Essen herunterwürgen oder Dinge erledigen, auf die sie überhaupt keine Lust haben, ist keine gute Idee. Denn sonst kann es passieren, dass eure Kinder Trost im Essen suchen, wenn es später mal Rückschläge in ihrem Leben gibt. Auch den Zwang ungeliebtes Essen aufzuessen, um dann einen Nachtisch zu bekommen, solltet ihr überdenken. Wenn ihr (negative) Erfahrungen an Geschmäcker oder Gerüche koppelt, wird das das Essverhalten eurer Kinder beeinflussen.

Was ihr stattdessen sagen könnt:  „Das hast du prima gemacht! Danke, dass du mir geholfen hast.“

6. „Wein nicht, hier hast du ein bisschen Schokolade, um dich aufzumuntern!“

Wie schon bei Punkt fünf gilt auch hier: Verbindet Essen nicht mit Dingen, die damit nichts zu tun haben. Vor allem die Koppelung von Essen und Emotionen kann den Grundstock für ungesunde Verhaltensweisen legen, die sich nur schlecht wieder verlernen lassen.

Was ihr stattdessen sagen könnt: „Möchtest du mir erzählen, warum du traurig bist? Da können wir bestimmt gemeinsam was dagegen machen.“

7. „Gemüse ist gut und Schokolade ist böse“

Lebensmittel sind Lebensmittel. Niemand mag alles essen. Aber Nahrung ist niemals gut oder böse. Wir alle wollen nicht, dass unser Nachwuchs Unmengen von ungesunden Lebensmitteln zu sich nimmt, aber in Maßen ist alles erlaubt. Verbietet ihr euren Kindern Süßigkeiten komplett, werden die ja auch erst so richtig interessant. Und wenn sie Zuhause das Gefühl bekommen, alles sei verboten, dann suchen sich ältere Kinder Mittel und Wege, diese Lebensmittel heimlich zu verzehren. Studien zeigen zum Beispiel, dass Kinder, die zu Hause keine Süßigkeiten bekommen, bevorzugt zur süßesten Limo greifen, während die anderen Kinder auch Limonaden wählen, die weniger Zucker enthalten.

Was ihr stattdessen sagen könnt: „Du kannst gerne ein Stück Schokolade haben, aber lass uns erst einmal schauen, was wir zum Mittagessen kochen könnten. Am liebsten etwas mit ganz vielen bunten Zutaten!“

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Meine Meinung

Essen ist in allen Familien irgendwie ein Thema. Meist wird es als stressig wahrgenommen, weil irgendwer irgendwas nicht mag oder sich dem verweigert. Ich habe selbst als Kind viele ungute Esserfahrungen sammeln müssen und weiß daher, wie einen das fürs ganze Leben prägen kann.

Deswegen finde ich es auch so wichtig aufzupassen, was man sagt, wie Essen überhaupt als Thema besetzt ist. Ich kann auch nur an euch appellieren: Es braucht keinen Kosteklecks. Wenn ein Kind zehn mal sagt: Spinat mag ich nicht, dann muss es das nicht jedes Mal wieder versuchen.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / pondsaksit
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