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Kita-Eingewöhnung: 9 No-Gos mit denen der Kitastart entspannter wird

Kita-Eingewöhnung: 9 No-Gos mit denen der Kitastart entspannter wird

Unsere Erfahrung

Den eigenen Nachwuchs ganztags in der Kita betreuen zu lassen, ist ein großer Schritt für Eltern und Kind. Neben all den verschiedenen Konzepten zur Eingewöhnung kann diese sehr unterschiedlich ablaufen. Einige Redakteurinnen blicken auf die Eingewöhnung unserer Kinder und alle positiven wie negativen Aspekte zurück. Aus unseren Erfahrungen könnt ihr vielleicht etwas mitnehmen für die ersten Tage in der Kita.

#1 Sich vorher nicht genau das Kita-Konzept ansehen

Einen guten Kitaplatz fürs Kind zu finden, ist in vielen Ecken Deutschlands so viel Wert wie ein Sechser im Lotto. Da darf man als Eltern kaum wählerisch sein, denn oftmals ist es gar nicht leicht, in der Wunschkita auch einen Platz zu ergattern. Dennoch ist es wichtig, sich vorher bei der Bewerbung um den Kita-Platz auch genau das pädagogische Konzept der Kita auf der Website anzusehen oder vorher zu erfragen.

Eine Waldorf- oder Montessori-Kita hat eine andere Gruppendynamik und Abläufe als eine klassische Kita. Manche Kitas haben zudem ein offenes Konzept, bei dem alle Kinder von 0 bis 6 gemeinsam betreut werden. Andere haben Gruppen für Kinder verschiedener Altersklassen und es gibt auch Kitas mit musischem oder sportlerischem Schwerpunkt oder Waldkitas, wo die Kinder sehr viel draußen sind. Wenn ihr euch darüber vorher genau informiert, seid ihr nicht enttäuscht oder überrascht während der Eingewöhnung und müsst nicht nach der Eingewöhnungsphase die Kita wechseln. Das ist angesichts knapper Kitaplätze ja gar nicht leicht.

#2 Es gibt kein Schema F der Eingewöhnung

Einen Punkt, den wir alle bei der Rückschau auf die Eingewöhnung unserer Kinder wichtig fanden: Keine Eingewöhnungsphase ist gleich, denn einfach jedes Kind ist anders und jede Kita eben auch. Lasst euch nicht erzählen, dass man immer nach Schema F vorgeht. Die Kita sollte lauf euch und euer Kind eingehen und nicht ein Programm abspulen, was für euch nicht funktioniert. Vielleicht ist für euer Kind das Berliner Modell nicht das richtige, sondern das Münchener Modell funktioniert besser.

Menschen funktionieren nicht nach Schema F. Und es kann sein, dass Kind A schon nach drei Tagen sagt: "Papa, ich brauche dich nicht", aber genauso ist es auch ok, wenn Kinder länger brauchen, bis sie Vertrauen zur Bezugsperson aufgebaut haben. Da mit "Das geht nicht, wir machen das hier immer so" zu kommen, finde ich wenig förderlich.

Andrea Zschocher

#3 Sich zu wenig Zeit für die Eingewöhnung nehmen

Eingewöhnung braucht einfach Zeit. Es gibt die Kinder, die sich nach dem Berliner Modell nach zwei Wochen schon gut lösen können und den Erzieherinnen vertrauen. Andere Kinder brauchen länger und man merkt, dass es ihnen nicht gut geht, wenn sie schon nach ein paar Tagen für mehrere Stunden ohne die Eltern in Kindergarten oder Krippe bleiben sollen. Dann sollte man das unbedingt der Kita zurück spiegeln und besprechen, ob man die Eingewöhnung vielleicht drosselt.

#4 Keinen ehrlichen Austausch mit den Erzieher*innen suchen

Damit ihr keine Bauchschmerzen habt, solltet ihr über all eure Fragen und Bedenken immer mit den Erziehern und Erzieherinnen direkt sprechen. Sucht von Anfang an einen guten Kontakt zum Personal und fragt alles, was ihr wissen wollt. Nicht immer ist im Kitalltag die Zeit für ein offenes Gespräch, gerade unter Corona-Bedingungen kann das teilweise schwer sein. In manchen Kitas kommen die Erzieher*innen nicht von selbst auf die Eltern zu und berichten täglich, wie sich das Kind so fühlte. Dann müsst ihr einfach direkt nachfragen. Wenn ihr größere Punkte habt, die euch Sorgen bereiten, dann bittet um ein persönlichen Elterngespräch, dafür sollte sich eine gute Erzieherin immer Zeit nehmen.

#5 Das eigene Kind nicht loslassen können

Manch einem Elternteil fällt es schwerer loszulassen als einem anderen. Das ist auch völlig in Ordnung so. Wenn ihr merkt, dass ihr große Probleme habt, euch vom Kind zu entfernen und es einfach auch nicht von euch weg möchte, sprecht doch darüber mit den Pädagogen. Das wird euch bei der Eingewöhnung helfen und ihr findet gemeinsam einen Weg, der die Anfangsphase erleichtert. Wichtig ist auch, dass ihr lernt, eure Verantwortung fürs Kind abzugeben und es den Erzieherinnenn zu überlassen, sonst werdet ihr und eure Kinder es immer schwer haben.

Eventuell kann es auch helfen, wenn der andere Elternteil die Eingewöhnung macht. Häufiger fällt es Müttern schwere loszulassen als Vätern, dann spricht doch nichts dagegen, dass Papa mit zur Kita kommt. Unsere Redakteurin Charoline hat den Apell an alle Eltern: "Kein Maternal Gatekeeping!"

#6 Sich von den Erzieher*innen zu etwas drängen lassen

Es kann sein, dass ein Erzieher eine andere Meinung zu bestimmten Erziehungsthemen hat als ihr Eltern. Manche vertreten diese dann vehement und wollen den Eltern einreden, etwas anders zu machen. Doch letztlich seid ihr die Eltern und kennt eure Kinder am besten. Nur weil ein Erzieher findet, der Schnuller sollte langsam mal abgegeben werden oder es ist Zeit, trocken zu werden, heißt das nicht, dass es der richtige Zeitpunkt für euer Kind ist. Hört euch Ratschläge an und entscheidet dann selbst, was ihr davon annehmt. Wenn euer Kind sich mit etwas unwohl fühlt, was in der Kita passiert, dann sucht unbedingt das Gespräch mit den Erzieher*innen und sprecht darüber, was anders laufen muss.

Viele Eltern machen sich Druck (oder hören kritische Kommentare von Erziehern), weil sie ihr Kind noch viel Stillen oder auch, weil es zu Hause nur durch Stillen/Tragen einschläft. Wenn man zu Hause auch noch die Routine ändert, macht man es den Kleinen eher schwerer. Auch wenn es nicht so leicht ist: Steht ruhig dazu, wie ihr euer Kind zu Hause erzieht, das muss nicht mit allen Ansichten der Kita übereinstimmen. Kids verstehen schon von klein auf, dass dort andere Regeln gelten und können das einordnen.

Jennifer Kober

#7 Eigene Ängste oder Unsicherheiten aufs Kind übertragen

Die Eingewöhnung klappt für euer Kind besser, je entspannter ihr auch seid. Wenn ihr merkt, dass ihr sehr angespannt seid und euer Kind am liebsten nicht eine Minute aus dem Auge lassen wollt und es nur an euch klebt, ist das nicht sehr hilfreich. Ihr müsst eure Gefühle nicht verstecken, solltet aber versuchen möglichst positiv auf die Kita zuzugehen und dem Kind zu zeigen, dass das ein toller Ort ist und ihr den Erzieher*innen vertraut. Sprecht mit eurer Tochter oder eurem Sohn über die Kita und was da alles Tolles passiert, damit sich das Kind auf den Spieltag dort freut.

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#8 Zu viel Druck auf die Erzieher ausüben

Erzieher*innen und Eltern sind bei der Eingewöhnung Partner und sollten unbedingt zusammen arbeiten, damit das Kind sich wohl und geborgen fühlt. Auf der einen Seite sollte eine Erzieherin nicht zu übergriffig gegenüber eurem Umgang mit dem Kind werden. Auf der anderen Seite müssen wir Eltern den Pädagog*innen aber auch Raum lassen und ihnen vertrauen. Sie werden manches anders machen als zu Hause, denn eine Kita hat ihre eigenen Abläufe und Regeln. Das ist auch in Ordnung so. Versucht nicht, ihnen ihre Arbeit zu erklären oder zu erwarten, dass euer Kind immer im Mittelpunkt steht und alles 100 % so läuft wie daheim. Das wird eine Kita-Erzieherin gar nicht leisten können und das ist auch nicht ihre Aufgabe.

#9 Sich durch die Erzieher*innen in der eigenen Erziehung verunsichern lassen

Zu dem eben schon erwähnten Punkt gehört auch, dass ihr akzeptiert, wenn eine Erzieherin eine andere Meinung zu eurem Kind hat. Lasst euch davon jedoch nicht verunsichern und führt euren Alltag so weiter, wie es für eure Familie passt. Wenn eine Erzieherin findet, dass das gemeinsame Familienbett nicht hilfreich ist oder ein 2-Jähriges Kind nicht mehr gestillt werden sollte, ist das ihre Meinung und muss nicht für euch passen. Das Kind lernt, dass in der Kita eigene Regeln gelten und zu Hause die Abläufe anders sind. Was bei euch im Privaten passiert, bestimmt ihr selbst.

Grundsätzlich kann es auch so sein, dass die Eingewöhnung beim ersten Kind sehr leicht ist und beim zweiten dann viel schwerer, oder auch umgekehrt. Auch hier gibt es kein Schema F. Es hilft auf jeden Fall auch, sich mit anderen Eltern aus der Kitagruppe auszutauschen, denn ihr werdet merken, oft hat man nicht alleine bestimmte Bedenken.

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Habt Vertrauen!

Als ich mich in unserer Redaktion umgehört habe, fand ich es spannend, wie verschieden doch die Eingewöhnungserfahrungen waren. Von ganz ganz schlimm bis super entspannt war alles dabei. Letztlich gehören viele Aspekte dazu, damit sich euer Kind in der Kita wohlfühlt und ihr es guten Gewissens dort betreuen lassen könnt. Man weiß vorher nie, ob es auch menschlich zwischen den Pädagogen und den Eltern passt. Dazu gehören immer zwei Seiten und je besser ihr euch fühlt, desto besser klappt auch die Eingewöhnung.

Solltet ihr euch sehr unwohl mit etwas fühlen, ist es absolut wichtig, das schnell anzusprechen und das persönliche Gespräch zu suchen. Es kann auch mal sein, dass ihr in der Eingewöhnung merkt, dass die Kita einfach nicht die richtige ist, weil es eurem Kind nicht gut geht und eure Bauchschmerzen auch nach einem klärenden Gespräch nicht verschwinden. Dann ist es besser, ihr schaut euch zügig nach einer anderen Kita um.

Bildquelle: Getty Images/Rawpixel

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