Bei Kindererziehung auf Intuition setzen

Kleinkind

Bei Kindererziehung auf Intuition setzen

Bei Kindererziehung auf Intuition zu setzen und nicht auf den Verstand, ist ein Weg zu einem harmonischen und fröhlichen gemeinsamen Familienleben. Wie Sie bei Kindererziehung auf Ihre Intuition setzen können.

Eine typische Situation für die Familie: Die Eltern wollen bei schönem Wetter mit den Kindern eine Radtour machen. Allerdings haben die Kinder überhaupt keine Lust darauf. Hier ist Selbstbewusstsein und Einfühlungsvermögen der Eltern in Sachen Kindererziehung gefragt.
Bei der Erziehung spüren Eltern, was für die Kinder gut ist - Eltern müssen bei der Kindererziehung auch Entscheidungen treffen, die oft nicht den Wünschen der Kinder entsprechen. Das geht ganz ohne Kindererziehungs-Theorie oder spezielle pädagogische Planung. Es ist in der Erziehung wichtig, dass Eltern sich in ihre Kinder einfühlen können - und in deren Gefühlswelt über die nächsten Momente hinaus.
Die Gabe, sich in Ihre Kinder hineinzuversetzen, zu fühlen, was sie fühlen, und Kinder auch einmal besser zu verstehen als sie sich in diesem Moment selbst, diese Gabe funktioniert bei der Erziehung nicht ohne unser Bauchgefühl - unsere Intuition. Für Eltern spontan zu wissen, was für ihr Kind jetzt bei der Erziehung richtig ist und was verkehrt, das läuft nämlich nicht nach einer bestimmten Anleitung - so sehr wir auch versuchen, stets prinzipienfest und konsequent in der Erziehung zu sein.
Eltern brauchen bei der Kindererziehung diesen inneren Kompass der Intuition. Der lässt uns spüren, ob wir richtig bei unserer Erziehung liegen, ob die Beziehung zu Sohn oder Tochter prima läuft oder ob unser Kind gerade jetzt ein wenig bedingungslosen Trost vertragen könnte.
Das Schöne an der Intuition ist: Jeder besitzt sie - denken Sie an Situationen, in denen Ihnen blitzartig klar wurde, was „gerade läuft“: Aufschrecken mitten in einem Gespräch zum Beispiel - nicht, weil es im Kinderzimmer gerummst und gescheppert hat, sondern weil mit einem Mal eine verdächtige Stille herrscht. Und die Stimme aus dem Bauch sagt: Nanu, das klingt genau wie die konzentrierte Lautlosigkeit, die es braucht, um mit einer Haarnadel den Sicherheitsstöpsel aus der Steckdose zu pulen. Und oft hat diese innere Stimme der Eltern recht.

Kindererziehung und dem Bauchgefühl vertrauen

Kindererziehung und dem Bauchgefühl vertrauen

Meistens wissen es Eltern nicht, wie, aber spezielle elterliche Sensoren scheinen zu melden, wenn im Kinderleben etwas nicht stimmt: Normal aus der Schule heimgekommen, aber das Kind ist fünf Prozent stiller und fahriger als sonst? Bei der Erziehung spüren Eltern, wann die den Gemütszustand der Kinder ergründen sollten.
In den vergangenen Jahren hat die Wissenschaft sich intensiv mit der Intuition im Zusammenhang mit Kindererziehung beschäftigt. Staunend bemerkt sie, wie gut die Intuition Eltern bei der Erziehung leitet - oft viel erfolgreicher als der „kühle“ Verstand und rationale Regeln für Kindererziehung.
Es gibt eindrucksvolle Beispiele dafür - wie jene von Alpinisten, die abschätzen müssen, ob Gefahr droht: Werner Munter, einer der besten schweizerischen Lawinen-Experten, hat das erforscht. Er fand heraus, dass die Gefahr, verschüttet zu werden, mit größerem Wissen über Gelände, Skitechnik oder Wetterkunde… nein, nicht kleiner, sondern sogar größer wird! Die, die aufs Bauchgefühl, das kleine Einmaleins und den Angsthasen in sich vertrauen, kommen eher heil zu Tal.
Daraus schließt Munter: „Unser Hirn hat sich entwickelt, um das Überleben zu sichern, nicht, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu produzieren.“ Und deswegen ist es ein Segen, dass unsere Kinder von der Natur ohne Gebrauchsanweisung für die Erziehung geliefert werden. Denn beinahe alles, was Eltern brauchen, um glücklich mit ihnen zu leben und in der Kindererziehung zurechtzukommen, wird ihnen mit dem Baby in die Wiege gelegt. Am eigenen Kind können Eltern beobachten, wie Kindererziehung funktioniert.
Gerd Gigerenzer, Intuitions-Experte und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, erklärt: „Mit rund zwei Jahren beginnen Kinder, die Blicke anderer zu nutzen, um Vermutungen über deren Absichten und Wünsche anzustellen, und mit drei Jahren fangen sie an, Blicke als Hinweise auf Täuschungen zu verstehen. Dabei verfolgen Kinder wie Erwachsene nicht nur die Blickrichtung anderer Menschen, sondern auch deren Körperbewegungen, um auf ihre Absichten zu schließen.“

Erziehung mit Intuition und Vernunft

Erziehung mit Intuition und Vernunft
Eltern haben also schon frühzeitig täglich Erfahrungen damit gesammelt, vorauszuahnen, was andere Menschen tun, denken und fühlen. Sie merken, ob etwas gut oder schlecht ist, ohne es immer in vernünftige Worte gießen zu können. Das Gespür zwischen Eltern und Kindern ist vorhanden, schon zwischen der stillenden Mutter und ihrem trinkenden Baby. Und füttert sie es dann mit dem ersten Brei, öffnet sie - ohne es zu merken - den Mund. Denn das Kind tut das dann auch. Bei den schon etwas älteren Kindern wissen wir, wann es Zeit ist, sie still in den Arm zu nehmen, ohne „Predigt“ und Verhör.
„Spiegeln“ nennt Joachim Bauer, Arzt und Psychotherapeut an der Freiburger Uniklinik, diese Fähigkeit zur Einfühlung in andere. Er erklärt, wie ganz spezielle Nervenzellen in unserem Gehirn, die „Spiegelneurone“, ein Gefühl für die Befindlichkeiten unserer Mitmenschen entwickeln. Daher sollte jedes gute oder schlechte Gefühl bei der Erziehung der Kinder Beachtung finden. Elter fühlen es, wie es ihrem Kind geht, was das Beste wäre und was nicht: Meistens liegen Eltern damit genau richtig.
Allerdings ist bei der Kindererziehung dieses Einfühlungsvermögen nicht identisch mit der weitverbreiteten Aufforderung, „einfach spontan“ zu sein: Gerade Eltern sollten bei der Erziehung eben nicht nur „ihrem Bauch folgen“, sich gedankenlos durch den Alltag treiben lassen und spontanen Gefühlsausbrüchen nachgeben. Die Vernunft bleibt bei der Kindererziehung angeschaltet - aber statt „nur vernünftig“ zu sein, nutzen Eltern die Vernunft in der Kindererziehung als Aufseher, damit uns die Intuition bei der Erziehung unserer Kinder nicht auf die falsche Fährte führt.
Denn das, was uns spontan und meist zuverlässig als die richtige Erziehung für unsere Kinder erscheint, beruht auf „Faustregeln“, wie Gigerenzer es nennt. Das sind keine superdetaillierten Lösungsanweisungen für jedes Problem, sondern Schnellrezepte des Gehirns, die gewährleisten, dass wir in 90 % der Fälle gut zurechtkommen.
Eltern, die diesen Draht zu seinen Kindern nutzen, sollten also nicht das Denken einstellen. Sie werden nur immer weniger abhängig sein von komplizierten Grübeleien, ob etwas jetzt richtig ist oder verkehrt, wird selbstbewusster werden und öfter sagen können: „Wir machen das jetzt mal so, denn ich habe ein sicheres Gefühl, dass es richtig ist. „Zum Beispiel eine Radtour !“

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