So sparen Sie bei der Kinderbetreuung

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So sparen Sie bei der Kinderbetreuung

Kinderbetreuungskosten können von der Steuer abgesetzt werden. Wie das geht und wann welche Kosten z.B. für die Kindertagespflege vom Jugendamt übernommen werden, lesen Sie hier.

Wer sich für Beruf und Kind entscheidet, kann in Deutschland ein breites Spektrum von Kinderbetreuungsangeboten nutzen. Die Kosten für die Kinderbetreuung trägt zum Teil der Staat, zum Teil tragen sie aber auch die Eltern selbst. Eltern können die Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzen. Auch Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung und Betreuung von nichtschulpflichtigen Kindern der Angestellten werden steuerlich berücksichtigt. Wer nach der Geburt von Kindern wieder ins Berufsleben zurückkehren möchte, kann also auf Unterstützung zählen.

Kostenübernahme der Elternbeiträge

Für die Betreuung in einer Kita oder in der Kindertagespflege müssen Eltern in der Regel Beiträge zahlen, die regional und/oder je nach Träger unterschiedlich hoch sind. Je nach Bundesland gelten für die Kostenübernahme und deren Voraussetzungen bestimmte Regelungen. Der Kreis, die Stadt oder die Gemeinde legen die Höhe des Tagesbetreuungs- bzw. Pflegegeldes fest. Nach dieser richtet sich eine mögliche Kostenübernahme. Die Höhe kann abhängig sein

  • vom Einkommen der Eltern,

  • von der Zahl der Kinder in der Familie und

  • vom Betreuungsumfang.

In speziellen Fällen übernimmt das Jugendamt ganz oder teilweise die Kosten. Für die Kostenübernahme der Kindertagespflege gibt es gesonderte Voraussetzungen. Die Tagespflege muss geeignet und für das Kind erforderlich sein. Ebenso muss das Jugendamt die Tagespflegeperson vermittelt haben oder bei einer Privatvermittlung überprüfen, ob die Person für die Tagespflege geeignet ist.

Steuerliche Berücksichtigung

Steuerliche Berücksichtigung

Kinderbetreuungskosten werden unabhängig davon, ob sie durch den Besuch des Kindes in einer Kita, bei einer Tagesmutter oder durch die Betreuung durch eine Tagesmutter im elterlichen Haushalt entstehen, steuerlich berücksichtigt. Und zwar in erheblicher Höhe! Dafür müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • In der Regel gilt: Eltern können für ihre Kinder von der Geburt bis zum 14. Lebensjahr zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen. Und zwar bis zu maximal 4.000 Euro pro Jahr und Kind!

  • Erwerbstätige Paare, bei denen beide Partner erwerbstätig sind, und Alleinerziehende können diese steuerlichen Vorteile wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben ausschöpfen.

  • Ist die oder der Alleinerziehende oder ein Partner krank, behindert oder in Ausbildung und der andere erwerbstätig oder ebenfalls krank, behindert oder in Ausbildung, so bestehen die gleichen Möglichkeiten im Rahmen der Sonderausgaben.

Kinderbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung

Für alle anderen Eltern, also wenn z.B. ein Partner erwerbstätig und der andere zu Hause ist, gilt das Gleiche, allerdings nur für ihre Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren (3. bis 6. Geburtstag). Für alle anderen Kinder können diese Eltern aber Kinderbetreuungskosten im Rahmen von so genannten haushaltsnahen Dienstleistungen von der Steuer absetzen, wenn sie ihr Kind im eigenen Haushalt betreuen lassen. Hier werden 20% der Kinderbetreuungskosten - höchstens aber 600 Euro - als Abzug von der Steuerschuld berücksichtigt. Dies gilt nur dann, wenn es sich nicht um ein sozialversicherungspflichtiges bzw. geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handelt. Auch müssen die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen des Einkommensteuergesetzes erfüllt sein.Für sozialversicherungspflichtige und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gilt: Handelt es sich bei der Kinderbetreuung um eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt, so können 10% der Kosten, höchstens 510 Euro, steuermindernd berücksichtigt werden. Handelt es sich bei der Kinderbetreuung um mehr als nur um eine geringfügige Beschäftigung, so können 12% der Aufwendungen, höchstens 2.400 Euro, von der Steuerschuld abgezogen werden. Alleinerziehende: Steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten Erwerbstätige allein erziehende Personen können für ihre Kinder von der Geburt bis zum 14. Lebensjahr zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr und Kind, wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Ist die allein erziehende Person krank, behindert oder in Ausbildung, so bestehen die gleichen Möglichkeiten, allerdings im Rahmen der Sonderausgaben.

Arbeitgeberleistungen für Kinderbetreuungskosten

Arbeitgeberleistungen für Kinderbetreuungskosten

Einige Arbeitgeber gewähren zusätzlich zum Arbeitslohn freiwillig Arbeitgeberleistungen. Dienen diese Sach- und Barleistungen dazu, nicht-schulpflichtige Kinder der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen zu betreuen, so können sie steuer- und sozialversicherungsfrei sein. Vergleichbare Einrichtungen sind zum Beispiel Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tagesmütter, Wochenmütter und Ganztagspflegestellen.
Entscheidend für die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ist, dass

  • die Leistungen zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden

  • die Leistungen nur an den Zweck der Unterbringung und Betreuung der nicht schulpflichtigen Kinder der Arbeitnehmer gebunden sind

  • die Beschäftigten dem Arbeitgeber nachweisen, dass sie das Geld für die Kinderbetreuungskosten verwenden und

  • der Arbeitgeber die Nachweise im Original als Belege zum Lohnkonto aufbewahrt.

Hilfen für Berufsrückkehrer

Wer Kinder betreut oder erzogen hat, soll dafür später keine Nachteile im Berufsleben haben. Dies gilt für Frauen und Männer, die ihre Berufsausbildung, Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosigkeit wegen der Betreuung und Erziehung von aufsichtsbedürftigen Kindern oder aber zur Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger unterbrochen haben. Als Berufsrückkehrer gelten Männer und Frauen, die nach angemessener Zeit in einen Beruf zurückkehren wollen. Sie erhalten die für ihre Rückkehr in die Erwerbstätigkeit notwendigen Leistungen der aktiven Arbeitsförderung. Hierzu gehören insbesondere Beratung und Vermittlung sowie die Förderung der beruflichen Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten. Die Agentur für Arbeit kann unter bestimmten Voraussetzungen Arbeitslosengeld auch bei Weiterbildung zahlen. Fallen Kinderbetreuungskosten an, können sie je Kind bis zu einer Höhe von 130 Euro monatlich übernommen werden.

Mit freundlicher Unterstützung von
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