Darum verbietet England jetzt das Kopfballtraining für Kinder

Zu gefährlich

Darum verbietet England jetzt das Kopfballtraining für Kinder

Der Ball wird hoch reingeflankt, Kopfball, Tooooor! Oder kein Tor und stattdessen eine Gehirnverletzung? Könnte passieren. Um dem vorzubeugen, hat der englische Fußball-Verband (FA) Kopfballübungen für Kinder nun abgeschafft.

Das Kopfball-Trainingsverbot gilt für Kinder im Grundschulalter. Aber auch für Jugendliche ab den U-12-Teams soll das Training mit dem Kopf eingeschränkt werden, bei den U18-Spielern sollen Kopfbälle "soweit wie möglich" reduziert werden. Auch der schottische und nordirische Verband wollen das Kopfballtraining der Kinder- und Jugendteams verbieten.

Hohes Risiko für Hirnkrankheiten

Grundlage für diese Veränderung im Trainingsplan ist eine Studie der Universität Glasgow aus dem vergangenen Jahr, die von der FA sowie der Spielergewerkschaft PFA in Auftrag gegeben wurde. Laut den Untersuchungen ist die Wahrscheinlichkeit, als Fußballspieler an einer degenerativen Hirnkrankheit zu sterben, im Vergleich zur britischen Gesamtbevölkerung etwa 3,5 Mal höher. Auch liegt das Risiko, dement zu werden, bei ihnen ca. 3,45 Mal höher, hinsichtlich einer Alzheimer-Erkrankung ist es sogar 4,4 Mal höher.

In Punktspielen weiter erlaubt

Dass diese erhöhten Risiken in Zusammenhang mit Kopfbällen steht, konnte die Studie nicht belegen. Der Verdacht liegt aber nahe, dass der Schuss mit dem Kopf einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit des Gehirns haben kann. Daher sollen nun vor allem Kinder davor geschützt werden. „Die aktualisierten Richtlinien sollen Trainern helfen, unnötige Kopfbälle aus dem Jugendfußball in den frühesten Jahren zu entfernen. Sie werden schrittweise in einer Altersgruppe eingeführt, die von unseren medizinischen Experten als am besten geeignet erachtet wird", erklärte Ian Maxwell, Geschäftsführer des schottischen Verbandes. Ganz auf das Köpfen verzichten, soll der Fußball-Nachwuchs aber auch nicht: In Punktspielen sind Kopfbälle weiterhin erlaubt.

Bildquelle: Getty Images/Barry Austin

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