Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Eingewöhnung in die Kita: So gelingt der Start in den neuen Alltag

Nur die Ruhe

Eingewöhnung in die Kita: So gelingt der Start in den neuen Alltag

Eine Eingewöhnung in die Kita ist für Kinder und Eltern eine große Sache. Da gibt es viele Fragen und Unsicherheiten, auch weil jede Familie unterschiedliche Erfahrungen macht.

In unserer Redaktion gibt es (momentan) 17 Kinder. Und fast alle wurden schon mal in die Kita eingewöhnt, 2 sind einfach noch zu jung. Wir selbst als Eltern können also auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der recht unterschiedlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen einer Eingewöhung Kita und der Eingewöhnung in die Krippe?

Die Eingewöhnung in die Krippe ist für jüngere Kinder gedacht. Die Kinderkrippe richtet sich an Kinder zwischen 0 bis 3 Jahren, die Kita ist für die älteren gedacht. Soweit  jedenfalls die Theorie. In der Praxis ist es so, dass es nicht überall diese strenge Unterscheidung zwischen Krippe und Kita gibt. In der Redaktion diskutieren wir auch regelmäßig, weil es bei der eine Mama Kita heißt, bei der andere Kiga, die dritte sagt Krippe. Manchmal meinen wir das gleiche, manchmal nicht.

Viele Faktoren sind wichtig

Für die Eingewöhnung in die Kita spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Waren eure Kinder bereits vorher in einer Krippe? Sind sie mit den Abläufen eines Kindergartens bereits vertraut, oder ist das für sie etwas vollkommen Neues?
  • Sind sie den Krippen/Kitaalltag schon gewöhnt? Kennen sie die Kitaregeln schon, haben sie sich bereits im Gebäude bewegt?
  • Kennen sie die Erzieher*innen schon, wenigstens vom Sehen? Die Erzieher*innen wechseln häufig mit dem Übertritt von der Krippe in die Kita. Aber haben eure Kinder eine Ahnung, wer sich ab demnächst um sie kümmern wird?
  • Gibt es einen Wechsel in den Betreuungszeiten? Waren eure Kinder z.B. bis jetzt nur bis zum Mittagessen in der Krippe und sollen nun auch am Nachmittag dort bleiben?

Jedes Kind hat andere Voraussetzungen für die Eingewöhnung in die Kita, deswegen ist es gut, wenn ihr euch nicht zu sehr von anderen Familien beeinflussen lasst, sondern immer im Blick habt, was euer Kind genau braucht.

Was ist die Eingewöhnung in die Kita eigentlich?

Wenn wir davon ausgehen, dass eure Kinder bereits die Krippe im gleichen Kindergarten besucht haben, dann ist bei der Eingewöhnung in die Kita nicht mehr alles neu. Sie kennen im besten Fall die Umgebung und die Abläufe schon sehr gut. Sie hatten vielleicht sogar schon ein Abschiedsfest aus dem Kleinkindbereich und wissen: Wir wechseln jetzt zu den Großen. Ein tolles Zeichen auch für euren Nachwuchs.

Ihr werdet also nicht, wie bei der Eingewöhnung in die Krippe, mehrere Wochen oder gar Monate damit verbringen, eure Kinder durch den Kitaalltag zu begleiten. Natürlich kann es zu Tränen kommen, es ändert sich viel. Und es ist gut, wenn ihr euch die Zeit nehmt, diesen Umbruch im Kinderleben aufzufangen. Stürmt nicht an Tag eins in der Kita direkt davon, sondern signalisiert, dass ihr noch da seid, wenn euer Kind das braucht. Nach einer Woche ist das meistens nicht mehr nötig, weil die Kinder durch ihre Zeit in der Krippe und die gleiche Umgebung wissen, was sie erwartet.

Anders ist es, wenn eure Kinder noch gar nicht in der Krippe oder im Kindergarten waren. Startet ihr nun in die Eingewöhnung in die Kita, dann braucht ihr viel Zeit und Ruhe, um eure Kinder, an die neue Umgebung und die Trennung von euch zu gewöhnen.

Was ist das Ziel der Eingewöhnung in die Kita?

Das Ziel ist, dass eure Kinder eine Zeit ohne euch in einer Gruppe mit anderen Kindern und Erzieher*innen verbringen. Alle Kinder haben in Deutschland einen Anspruch auf Kitabetreuung, es ist allerdings nicht überall kostenfrei. Und nach wie vor fehlen in vielen Orten Kitas, so dass nicht alle Kinder einen Platz in der (Wunsch)Kita bekommen können.

Das Ziel ist nicht, dass eure Kinder innerhalb kürzester Zeit allein mehrere Stunden in der Kita verbringen, es gibt keinen Preis für die schnellste Eingewöhnung. Wichtig ist, dass es euren Kindern dort gut geht, dass sie gern hingehen und sich nicht verlassen fühlen, wenn ihr nicht bei ihnen seid.

Unterschätzen solltet ihr übrigens auch nicht, dass eine Eingewöhnung in die Kita auch für uns Eltern eine aufregende Zeit ist. Auch wir haben vielleicht mit der ein oder anderen Träne zu kämpfen, weil wir unseren Nachwuchs ein stückweit loslassen. Das ist ok, ihr dürft traurig sein und euch gleichzeitig darüber freuen, dass eure Kinder die Welt Schritt für Schritt mehr entdecken.

Was, wenn die Eingewöhnung in die Kita nicht klappt?

Zunächst mal muss geklärt werden, was bei der Eingewöhnung nicht klappt. Können eure Kinder sich nicht von euch trennen? Weinen sie, sobald ihr den Raum verlasst? Sind sie den Erzieher*innen oder anderen Kindern gegenüber aggressiv?

Es gibt viele Arten, wie eure Kinder äußern können, dass sie mit der Eingewöhnung in die Kita nicht einverstanden sind. Am besten hilft hier immer das Gespräch mit der Bezugserzieherin, die ja in erster Linie für euren Nachwuchs zuständig ist.

Wann sollte eine Eingewöhnung in die Kita wegen Corona gemacht werden?

Wenn eure Kinder das brauchen. Manche freuen sich aktuell so sehr auf die Kita, dass sie keine Eingewöhnung brauchen. Sie sehen die Erzieher*innen und Freund*innen und sofort seid ihr Eltern vergessen. Super, dann freut euch einfach mit euren Kindern.

Wenn ihr aber merkt, dass eure Kinder Probleme mit dem Kitastart haben, dann solltet ihr eine Minieingewöhnung in Betracht ziehen. Sprecht mit den Erzieher*innen, wie das am besten umgesetzt werden kann. Vielleicht reicht es, wenn ihr am ersten Tag für eine halbe Stunde dabei bleibt. Oder die erste Woche nach der Übergabe noch auf dem Flur wartet und euren Kindern damit Sicherheit gebt.

Unsere Kindern haben die kitafreie Zeit unterschiedlich gut verarbeitet. Wenn nun schrittweise alle in den Regelbetrieb zurückkehren, dann braucht es definitiv liebevolle Betreuung und Eltern, die sehen, wie es ihrem Nachwuchs damit geht. Es ist ja durchaus auch möglich, dass das Abstand halten die Kinder so verunsichert hat, dass sie sich nicht mehr trauen mit anderen zu spielen.

Besprecht die neuen Regeln, so eure Kita welche aufgestellt hat, mit euren Kindern, damit sie sich gut informiert und sicher fühlen.

Wann Eingewöhnung in Kita abbrechen?

Auch diese Frage kann nur die Bezugserzieherin mit euch besprechen. Eine offene Kommunikation ist hier sehr wichtig. Wenn ihr euch nicht wohlfühlt mit der Eingewöhnung, dann ist das ebenso ein Thema, wie wenn die Rückmeldung von euren Kindern kommt.

Im Gespräch sollte es nicht darum gehen, dem Gegenüber Vorwürfe zu machen, denn das führt selten zu einem guten Ergebnis. Selbstverständlich gibt es Umstände, unter denen eine Eingewöhnung abgebrochen werden muss. Gewalt oder Mobbing von Seiten der Erzieher*innen sind nicht tolerierbar. Aber oft hilft ein klärendes Gespräch dabei, die Eingewöhnung auf einen richtigen Weg zu bringen.

Wer macht die Eingewöhnung in die Kita?

Auf familiärer Seite besprecht ihr das am besten vorher. Wenn die Eingewöhnung in die Krippe gut geklappt hat und sich nur die Zuständigkeiten des Kitapersonals ändern, dann braucht ihr meist nur wenige Tage, bis eure Kinder sich an die neue Situation gewöhnt haben. Vielleicht könnt ihr in dieser Zeit mit eurem Arbeitgeber vereinbaren, dass ihr etwas später am Arbeitsplatz erscheint?

Handelt es sich um eine Neueingewöhung in die Kita, dann sollte dies das Elternteil übernehmen, was sich einfacher freinehmen kann. Kitaeingewöhnung ist kein reines Mütterthema, Väter können das genauso gut. Denn die Bindung der Kinder an ihre Eltern gilt logischerweise für beide Elternteile.

Die Eingewöhnung in der Kita wird von einer Bezugserzieherin oder einem Bezugserzieher geleitet. Haben eure Kinder schon eine Verbindung zu einer Fachperson innerhalb aufgebaut, fragt doch nach, ob er oder sie die Eingewöhnung übernehmen kann.

Warum braucht es eine Eingewöhnung in die Kita?

Weil Kinder behutsam an Veränderungen herangeführt werden müssen. Wir Eltern mögen es ja auch nicht immer, wenn wir ad hoc mit neuen Situationen konfrontiert werden. Um bei eurem Nachwuchs keine Unsicherheiten auszulösen, sollten sie behutsam in den neuen Alltag begleitet werden.

Früher gab es übrigens wirklich keine Eingewöhnung in die Kita, da wurde das Kind am ersten Tag abgegeben und blieb bis mindestens zum Mittagessen dort. Das sorgte für große Verlustängste, die manche Menschen ihr Leben lang begleiten können. Deswegen ist eine schrittweise Eingewöhnung, bei der sich die Pausen, in denen Eltern und Kind sich nicht sehen, immer größer werden, heute der Standard.

Kinder erfahren so, dass ihre Eltern sie nicht zurück lassen, sondern sie sich darauf verlassen können, dass Mama und Papa immer wieder auftauchen und sie in ihre Arme schließen. Diese positive Erfahrung sorgt dafür, dass Kinder im weiteren Verlauf bereit sind, neue Dinge auszuprobieren.

Wie Eingewöhnung in Kita erleichtern?

Kinderbücher, die den Alltag in der Kita zeigen, können helfen. Hier wird oft thematisiert, dass die Kleinen jetzt schon zu den Großen gehören. Das ist natürlich total spannend für euren Nachwuchs.

Mein Kindergarten (Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 24) *
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 5.7.2020 11:39 Uhr

Meine Freundin Paula - Paula kommt in den Kindergarten: zum Vorlesen ab 2 Jahre *
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 5.7.2020 11:54 Uhr

Conni-Bilderbücher: Conni kommt in den Kindergarten (Neuausgabe) *
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 4.7.2020 17:14 Uhr

LESEMAUS Sonderbände: Kindergarten-Geschichten, die Mut machen: Sechs Geschichten zum Anschauen und Vorlesen in einem Band *
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 5.7.2020 11:07 Uhr

Die kleine Eule kommt in den Kindergarten: Bilderbuch ab 3 Jahre *
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 5.7.2020 11:44 Uhr

Leichter wird die Eingewöhnung in die Kita auch, wenn eure Kinder wissen, dass ihr da seid. Auch wenn ihnen die Räume schon vertraut sind, das Wissen, dass Mama oder Papa nicht sofort nach der Übergabe weiter hetzen müssen, das nimmt Druck raus.

Fragt die Erzieher*innen, ob es übergangsweise erlaubt ist, ein Kuscheltier oder ein geliebtes Spielzeug mitzubringen. Es kann helfen die Trennung zu erleichtern, wenn Kinder sich an etwas Bekanntem festhalten können.

Wie lange dauert Eingewöhnung in die Kita?

Solange sie dauert. Bei manchen Kindern, auch denen aus unserer Redaktion ging es ganz schnell, da war nach wenigen Tagen kein Trennungsschmerz mehr da und die Vorfreude auf die Kita war riesig.

Bei anderen hat es monatelang gedauert. Und beides ist normal. Wichtig ist, dass ihr keinen Druck ausübt, denn Kinder spüren Widerstände sehr genau. Und, auch wenn sich das so leicht sagt, macht euch auch selbst möglichst wenig Druck. Versucht flexibel zu bleiben, das lernen wir im Leben mit Kindern ja eigentlich täglich.

Tipps zur Eingewöhnung in die Kita

  • Bleibt möglichst gelassen. Mit Druck und Erwartungshaltung geht leider auch nichts schneller.
  • Wenn die Kita noch nicht bekannt ist: Lernt sie im Vorfeld kennen. Nehmt eure Kinder zur Vertragsunterzeichnung mit, so dass sie die Erzieherin und die Örtlichkeiten schon mal gesehen haben.
  • Sprecht über die Eingewöhnung und schaut auch Kinderbücher zu diesem Thema an.
  • Überlegt im Vorfeld, wer von euch die Eingewöhnung übernehmen kann. Es muss nicht immer Mama oder Papa sein, auch die Großeltern können das, wenn sie die Zeit haben, übernehmen.
  • Immer verabschieden! Klingt nach einem seltsamen Tipp, aber immer noch hält sich die Idee, es sei für Kinder besser, wenn ihre Eltern sich ohne Verabschiedung einfach aus dem Raum stehlen. Das sorgt für große Unsicherheit. Denn wenn eure Kinder gerade spielen und ihr dann plötzlich nicht mehr da seid, bekommen sie Angst, ihr hättet sie verlassen.
  • Emotionen aushalten. Wenn eure Kinder euch erzählen, wie doof sie die Kita finden, hört ihnen zu. Ihr müsst nicht sofort aufzählen, was alles toll dort ist. Sie dürfen es in der Kita auch blöd finden. Meist ist es ja nicht die Kita an sich, die das Problem ist, sondern, dass das Mittagessen nicht geschmeckt hat oder sie geschubst wurden.

Die Eingewöhnung in die Kita ist für die ganze Familie ein kleinerer oder größerer Schritt, je nach aktueller Situation. Wichtig ist, dass ihr auf eure Kinder achtet. Was gefällt ihnen, was macht ihnen Sorgen? Der Austausch mit den Bezugserzieher*innen ist gerade in den ersten Wochen wichtig, weil ihr hier wertvolle Rückmeldung bekommt, was gut und weniger gut läuft.

Die 20 schönsten Liebeszitate: Von Aristoteles bis Sinatra

Die 20 schönsten Liebeszitate: Von Aristoteles bis Sinatra
Bilderstrecke starten (20 Bilder)
Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Bei drei Kindern habe ich drei ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der Eingewöhnung gemacht. Das war für mich spannend zu beobachten, auch, weil ich eigentlich immer falsch lang in meiner Einschätzung, welches Kind welche Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung haben könnte. Es zeigt sich eben mal wieder: Vieles ist nur graue Theorie und es kommt auf die jeweilige Familiensituation an.

Ich kann nur als allgemeinen Rat geben: Versucht euch für die Eingewöhnung Zeit zu nehmen. Stress killt alle (Vor)Freude.

Bildquelle: getty images / FatCamera

Galerien

Lies auch

Teste dich