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Montessori Kids

Montessori-Kinderzimmer einrichten: 5 Expertinnen-Tipps, mit denen es garantiert klappt

© Getty Images/AaronAmat
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Im Alltag herrscht bei vielen von uns zu Hause Chaos – besonders im Kinderzimmer! Viele Eltern lassen sich deshalb von Ideen wie Montessori-Einrichtung und Minimalismus inspirieren. Und fragen sich dabei, wie sich diese Konzepte zu Hause unkompliziert und bezahlbar umsetzen lassen. Montessori-Pädagogin Iris Mayr erklärt, welche Einrichtungs-Tipps unseren Kindern Selbstständigkeit schenken – und uns Eltern gleichzeitig entlasten können.

Montessori-Pädagogik ist ein beliebtes Erziehungs-Konzept, dass sich neben Elternratgebern auch immer mehr in Einrichtungsblogs wiederfindet. Dabei fragen wir uns manchmal, welche Trends fürs Kinderzimmer wirklich sinnvoll sind und aus welchen unsere Kids schnell wieder herauswachsen. Dazu sind Minimalismus und Nachhaltigkeit Themen, die uns Familien derzeit mehr denn je beschäftigen.

Montessori-Expertin Iris Mayr hat seit über 25 Jahren als Pädagogin und Kursleiterin Erfahrung mit kindlichem Spiel und der Entwicklung von Babys und Kleinkindern – und hat auch privat als Mama von zwei Teenagern viele Praxis-Tipps parat. Im Gespräch gibt sie fünf Tipps, wie ihr euer Kinderzimmer im Montessori-Stil kostengünstig und nachhaltig einrichten könnt. Und dabei die Entwicklung und Selbstständigkeit eurer Kids langfristig unterstützen könnt. Das schafft Freiräume, Entlastung und Leichtigkeit – für alle Familienmitglieder.

Übrigens: Oft braucht ihr euch für die Montessori-Kinderzimmer-Einrichtung nicht immer neue Stücke anschaffen. Häufig lassen sich Elemente umfunktionieren, mit anderen Familien tauschen oder günstig Second-Hand erwerben. Lasst euch inspirieren!

Montessori-Kinderzimmer: Warum die Einrichtung so entscheidend sein kann

Ein zentraler Teil der Montessori-Pädagogik sind Elemente, die für unsere Kinder frei zugänglich sind und ihnen so Selbtstständigkeit ermöglichen. Für uns Eltern wird es so leichter, uns zurückzunehmen und unseren Kindern Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu schenken. Wenn wir unseren Kids die Möglichkeit geben, sich eigenständig zu beschäftigen und sie darin bestärken, altersgerechte Dinge selber auszuprobieren, können wir ihnen jede Menge Freiheit, Resilienz und Empowerment schenken. Laut der Expertin hilft dabei oft ein Perspektivenwechsel:

Sich als Erwachsener zurückzulehnen und die Langsamkeit und die Einfachheit der Spielarten, die die Kinder mitbringen, zu sehen und zu schätzen.

#1 Bodenbett

Montessori Kinderzimmer: Bodenbett
Bildquelle: Canva

Sehr beliebt bei Montessori ist z.B. ein Bodenbett bzw. Floor Bed, in das Kinder sich selbst hinlegen und auch selber wieder aufstehen können.

"Ich habe festgestellt, dass Eltern die Kinderzimmer oft vor der Geburt ganz klassisch einrichten, und dazu gehört meistens ein Gitterbett. Die meisten Babys schlafen anfänglich sowieso im Familienbett oder dann im Beistellbett, sodass man besonders mit dem Kinderbett eigentlich warten kann um zu schauen, ob man es später echt benötigt."

Beim Thema Bodenbett fallen uns sofort traumhafte Hausbetten von Pinterest und Co. ein. Wenn euch das zu aufwendig ist, ist eine nachhaltige und günstigere Variante, einfach eine Matratze auf den Boden zu legen. Das kann – basierend auf dem Montessori-Gedanken – sogar die bessere Alternative sein, denn zu viel Deko kann auf unsere Kids eher einen negativen Einfluss haben:

"Montessori spricht von einem absorbierenden Geist, der im Alter von 0 bis 6 Jahren das Lernen erleichtert. Dabei saugen die Kinder alles wie ein Schwamm auf, was aus der Umgebung an Eindrücken auf sie einwirkt. Umso mehr Reize dann da sind, umso überforderter sind Kinder und wissen dann auch gar nicht, auf was sie sich dann wirklich fokussieren sollen."

Iris Mayr, Montessori-Pädagogin

Weshalb Bodenbetten für Kinder so wertvoll sind

"In meiner Erfahrung mit Familien ist die Sorge, dass die Kinder dann "nur spielen" und nicht schlafen wollen überhaupt nicht begründet. Ich finde es sogar wichtig, dass Kinder lernen, dass sie frei darüber entscheiden dürfen: Bin ich jetzt müde oder wach? Und wenn wir Erwachsene das dann auch sehen können, ist es für uns einfacher diesen Müdigkeitspunkt nicht aus Versehen zu übergehen."

Das Tolle an Bodenbetten ist – neben dem Sicherheitsaspekt, denn schließlich kann niemand herausfallen – also vor allem die Autonomie, die wir unseren Kindern damit schenken und die uns Eltern helfen kann, die Schlafenszeit für alle simpler zu gestalten.

"Es ist etwas ganz anderes, wenn Kinder sich freiwillig hinlegen dürfen, denn sie kämpfen gegen das schlafen nicht so an. Klar ist es gut, wenn wir einen Rahmen vorgeben, aber der entsteht durch Routinen, Rituale und unsere Tagestruktur."

So lernen die Kinder auch sehr viel für später, dieses sich selbst spüren und die eigenen Bedürfnisse einzuordnen, finde ich sehr wichtig. Sie gehen weniger nach festen Bettzeiten schlafen, sondern hören auf ihr Körperempfinden.

Iris Mayr, Montessori-Pädagogin

 

Wenn ihr bereits ein Baby- oder Kinderbett habt, könnt ihr mit der Kindermatratze auf dem Boden anfangen. Oder ihr legt euch gleich eine Einzelmatratze mit Lattenrost zu. Der ist langfristig wichtig, damit die Luft unter der Bodenmatratze zirkulieren kann.

Expertinnen-Tipp: Wenn ihr Platz dafür habt, könnt ihr ruhig schon in eine 140x200er Matratze investieren. So habt ihr zum Co-Sleeping bzw. für die Einschlafbegleitung genügend Platz. Und eure Kinder können die Matratze dann ins Jugendalter und darüber hinaus verwenden.

Jennifer Kober

Bei mehreren Kindern

Wenn ihr wie wir mehrere Kinder und wenig Platz habt, bietet sich zum Beispiel auch Ikea Kura total an. Umgedreht ist es schnell ein niedriges Hochbett mit integriertem Bodenbett.

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#2 Spiegel

Montessori-Kinderzimmer: Spiegel
Bildquelle: Getty Images/ Paperkites

Bestimmt habt ihr auch schon die Erfahrung gemacht, dass Kinder Spiegel einfach lieben. Aber selbst, wenn ihr gerade erst euer Babyzimmer einrichtet, könnt ihr einen bodenlangen Spiegel gleich mit in die Einrichtung integrieren. Iris Mayr empfiehlt, ihn für Babys zunächst waagerecht in Bodennähe aufzuhängen. Wenn eure Kids dann anfangen zu laufen, könnt ihr ihn dann um 90 Grad drehen.

"Es hilft den Familien immer sehr, wenn sie das Kind vor den Spiegel legen. Dann sind sie viel motivierter, sich zu bewegen und freuen sich an dem Baby, das sie da im Spiegel sehen. Und sie sehen auch ihr Körperschema, nehmen wahr sie haben Hände, Füße und sie sehen auch im Raum viel mehr, sehen nicht nur nach vorne, sondern auch was hinter ihnen passiert."

Wenn ihr wenig Platz habt oder euch ein Spiegel aus Glas im Kinderzimmer zu heikel ist, können wir euch auch die günstigen Klebespiegel von Ikea empfehlen, die sich auch leicht an Schranktüren befestigen lassen.

DRÖMMARE Spiegel 16x50 cm
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#3 Regal

Montessori-Kinderzimmer: Regal
Bildquelle: Etsy

Regale und Spielzeug-aufbewahrung sind ein zentrales Thema für viele Familien. Egal, ob euer Baby anfänglich kaum Spielsachen hat oder ihr euch fragt, wie ihr das Chaos im Zimmer eurer Kleinkinder oder Vorschüler bändigen könnt: Iris Mayr rät, auf ein offenes, niedriges Regal zu setzen, sodass Kinder schon vom Baby-Alter an Dinge selber erreichen und aussuchen können.

Montessori geht davon aus, dass Kinder eine sensible Phase für Ordnung haben. Es ist auch so ein Bedürfnis von ihnen, dass sie Ordnung um sich herum erleben, Dinge sortieren und ordnen können, alles an seinen Platz zurückstellen können und sie freuen sich auch, wenn sie die Sachen dort wieder finden. Und es ist auch so, dass diese Ordnung bzw. Ordnung in einem Regal für Kinder Halt, Sicherheit und Orientierung bedeutet.

Iris Mayr, Montessori-Pädagogin

 

Unordnung hingegen sei nicht nur für uns Eltern frustrierend, sondern auch für unseren Nachwuchs: "Dann sind die Kinder oft hin- und hergetrieben und kommen auch schlechter ins konzentrierte Spiel hinein, weil sie die Menge der Sachen überfordert.

Wenn man das auf wenige Dinge in einem niedrigen, offenen Regal reduziert, wo die Kinder sich selber ihre Dinge nehmen können, fördert man auch wieder den Abnabelungsprozess, mit dem sie sie von der Abhängigkeit von uns und dem, das wir anbieten, zur Freiheit, sich selbst zu nehmen, kommen.

Ihr findet viele tolle Regale bei Ikea, aber auch bei Etsy. Zum Beispiel das Montessori-Regal im Bild von WoodjoyCollection (ca. 220 €, Etsy).

Wie lässt sich das Regal im Kinderzimmer einrichten?

Es ist wichtig zu verstehen, dass das das eigentliche Spiel ist, das unsere Kinder von uns brauchen: Sie spielen, wir beobachten.

Die Expertin empfiehlt, in mehrere kleine, weiche Körbchen zu investieren, in denen eine Auswahl vom Lieblingsspielzeug aufbewahrt wird. Der Rest kann für später weggepackt werden, bis das Interesse am Angebot nachlässt. Der Schlüssel dazu herauszufinden, welches Spielzeug häufig und gerne bespielt wird, liegt dabei bei uns Eltern:

"Es wichtig, dass man die Kinder ganz intensiv beobachtet und das als eigentliche Aufgabe des Erwachsenen ansieht – was ein riesiger Punkt bei Montessori ist. So kann man ganz viele Schlüsse ziehen, was unser Kind wirklich braucht."

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#4 Wandgestaltung

Montessori Kinderzimmer: Bilder
Bildquelle: Etsy

Auch gut ausgesuchte Wall-Art kann durchaus helfen, euren Kids mehr Sicherheit und Selbstständigkeit zu geben, muss aber gar nicht teuer oder aufwändig sein. Die Expertin rät, in drei bis fünf große Bilderrahmen zu investieren, mit denen ihr (Familien)-Fotos oder naturnahe Zeichnungen aufhängen könnt.

"Montessori geht auch davon aus, dass naturgetreue Zeichnungen sinnvoll sind. Also keine Babybilder oder kindliche Bilder, sondern Kunstzeichnungen, die sehr naturgetreu sind. Oder auch Familienbilder, auf denen die Kinder dann die Dinge ihrer Umgebung oder Personen wiedererkennen."

Wenn euer Kind etwas älter ist, kann es selbst gezeichnete Bilder darin aufbewahren, auf die es besonders stolz ist. Oder die Rahmen einfach von außen mit Bildern und Fotos bekleben. Das schont Wände, Ressourcen und gleichzeitig kann euer Kind die Rahmen viele Jahre lang individuell verwenden.

Expertinnen-Tipp: Zusätzlich könnt ihr eine MDF-Holzplatte an eine Zimmerwand bohren, die ihr (immer wieder) in beliebigen Farben bestreichen könnt. Hier können eure Kids Bilder ankleben oder -pinnen oder sich mit Zeichnungen selber verewigen. Das schont eure Wände und eure Kinder können sich kreativ ausleben.

"Schließlich ändert sich die Geschmacksrichtung der Kinder oft schnell und so kann man das leicht anpassen und kostengünstig ändern. Man muss es nur einmal kaufen und kann es fast endlos verwenden."

Bilderrahmen 50x70 Holz bruchsicher
Bilderrahmen 50x70 Holz bruchsicher
Das Produkt ist nicht mehr verfügbar. Zuletzt geprüft: 03.02.2023 20:21 Uhr

Übrigens: Wenn ihr für euer Baby süße, aber realistische Tierposter sucht, können wir euch den Etsy-Shop LilaxLola (sh. Bild oben) empfehlen, wo ihr die Wall-Art in eurem gewünschten Format downloaden könnt. Auch bei Junique findet ihr schöne realistische Bilder, z. B. von Paws & Claws oder die Zeichnungen von Amy Hamilton (beides ca. 9 €).

#5 Hocker

Montessori Kinderzimmer: Hocker
Bildquelle: Redaktion

Klar, ein Hocker gehört für die meisten Familienhaushalte dazu, spätestens dann, wenn unsere Kleinkinder selber Hände waschen und mit kochen möchten. Aber statt einen einzigen Hocker ewig von A nach B zu holen, bieten sich laut der Expertin gleich viele verschiedene Hocker an:

Mit Hockern öffnet man Kindern das Tor zur Erwachsenenwelt.

 

"Ich rate Eltern immer, nicht einen, sondern ganz viele Hocker zu besorgen und sie überall verteilt hinzustellen. Wenn die Kinder dann Bewegungsdrang oder -überschuss haben, könnt ihr sie alle einsammeln im Raum und könnt so ein tolles Bewegungsangebot schaffen."

Statt in Stapelsteine und Co. zu investieren, könnt ihr mit Hockern überschüssige Energie super channeln: Sie lassen sich alle in ein Zimmer holen, übereinanderstapeln, hin und hertragen oder als Hindernis-Parcours aufbauen.

"So kann man mit den Dingen, die man eh zu Hause hat, seine Kinder super beschäftigen. Gerade wenn die Kinder die Möglichkeit haben, sich zu Hause in einer geordneten Art und Weise auszupowern, dann ist es weniger gefährlich und weniger “unkontrolliert”, als wenn wir nichts anbieten und sie machen dann aus dem, was sie nicht sollen, irgendetwas und das ist dann meistens gefährlicher."

Extra-Tipp: Tritthocker mit Schlitz oben, wie z. B. von Ikea, eignen sich auch super für Einwerfspiele. Lasst euer Kind Untersetzer, Karten oder Deckel durch den Schlitz werfen. Um sie wieder aufzuheben, muss es sich wieder bücken, was seine Muskulatur und Koordination super stärkt.

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Über Iris Mayr

Iris Mayr arbeitet seit über 25 Jahren als Erzieherin, PEKiP-Kursleiterin und Montessori-Pädagogin. Auf Spielversprechend.com bietet sie Online-Kurse für Eltern und Kinder sowie Selbstlernkurse zum Thema Kinderzimmer einrichten, Essen und Bauchlage an.

Mit unserenTipps könnt ihr eure Kinder super durch alle individuellen Meilensteine ihrer Entwicklung begleiten und stärken – und könnt das auf nachhaltige und kostengünstige Weise tun.

Auf welche Meilensteine im Baby-Alter ihr euch freuen könnt, erfahrt ihr hier:

Quiz: Seid ihr Helikopter-Eltern? Macht unseren Test!

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